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Zwillinge als Titelgarant

Die beiden Zwillingsschwestern Isabel und Monique Kerschowski führten die deutsche U19-Auswahl in Bern zur Europameisterschaft.

Zwischen Isabel und Monique Kerschowski besteht eine gesunde Rivalität, wie sie unterhaltsamer kaum sein könnte. Die beiden 18-jährigen Zwillingsschwestern versuchen ständig, sich auf dem Platz gegenseitig zu überbieten.

Kerschowskis im Alleingang
Auch am Samstag in Bern beim Endspiel der UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen gegen Frankreich lieferten sich die beiden ein Kerschowski-internes Duell. Ein Doppelpack von Isabel brachte Deutschland auf die Siegerstraße, ehe Monique mit dem 3:0 die endgültige Entscheidung erzielte - im Hause Kerschowski wird man mit Sicherheit vor Stolz auf das hoch talentierte Duo fast geplatzt sein.

Verhaltener Beginn
Als die beiden Mannschaften zu Beginn des Spiels mit einem Regenschauer begrüßt wurden, waren die Spielerinnen darüber sicher nicht unglücklich, schließlich brachte dieser ein wenig Erfrischung bei der sengenden Hitze. Auf dem Spielfeld ging es zu Beginn jedenfalls nicht allzu heiß her, denn beide Mannschaften waren bemüht, erstmal sicher zu stehen und wenige Torchancen zuzulassen. Die Französin Marie-Laure Delie hatte bis zum Endspiel in jeder Partie getroffen, so dass die deutsche Abwehr ein besonderes Auge auf sie warf. Lediglich ein einziges Mal konnte sie sich in der ersten Halbzeit von ihrer Gegenspielerin lösen, doch ihr Schuss flog über das Tor hinweg.

Sehenswerte Führung
Deutschland kam nach rund zehn Minuten immer besser ins Spiel und ging dann auch verdient in Führung. Nach einer Ecke von Juliane Maier stand Isabel Kerschowski goldrichtig und beförderte das Leder mit einem schulbuchmäßigen Volley zum 1:0 in die Maschen. Frankreich lag damit zum ersten Mal in diesem Turnier in Rückstand und musste diesen Schock erst einmal verdauen.

Abwehr ohne Tadel
Bei Deutschland lief nun immer mehr über die beiden Kerschowskis. Isabel kämpfte in vorderster Front über die kompletten 90 Minuten um jeden Ball, während Monique die französische Defensive regelmäßig mit Vorstößen auf der rechten Seite vor Probleme stellte. Zwar drang Frankreich mit einigen gelungenen Kombinationen öfter schnell in die deutsche Hälfte vor, doch die Abwehr gab sich keine Blöße und ließ aus dem Spiel keine einzige Chance zu.

Kein Durchkommen
Zur Halbzeit entschloss sich Frankreichs Trainer Stéphane Pilard zu mehr Risiko und brachte mit Hélène Plu eine weitere Angreiferin. Doch dies hatte nicht den gewünschten Effekt und Plu blieb ebenso wie Delie gegen das deutsche Abwehrbollwerk wirkungslos. Ganz im Gegensatz dazu agierte Isabel Kerschowski. Die quirlige Torjägerin war schon zwei Mal freistehend vor der französischen Torfrau Véronique Pons gescheitert, doch als sie in der 53. Minute allein in Richtung Tor stürmte, machte Pons einen fatalen Fehler.

Vorentscheidung
Pons kam 30 Meter aus ihrem Tor herausgeeilt, um die Gefahr zu bereinigen, doch Kerschowski behielt die Ruhe, umkurvte die Französin und schob den Ball zum 2:0 ins leere Netz. Damit hatte Deutschland bereits mehr als die halbe Miete eingefahren. Frankreich fehlten weiter die Ideen aus dem Spielverlauf heraus, lediglich bei Standardsituationen wurde es für die Elf von Maren Meinert gelegentlich gefährlich.

Auch Monique trifft
Auf der Gegenseite wäre Isabel Kerschowski fast zu einem Hattrick gekommen, als sie Pons ein weiteres Mal ausspielte, ehe der Pfosten ihr einen dritten Treffer verwehrte. Dafür durfte ihre Schwester in der 75. Minute jubeln: Zwar wurde ihr Schuss aus rund zehn Metern noch entscheidend abgefälscht, doch dank des vorangegangenen Sololaufs über die rechte Seite hatte sie den Treffer absolut verdient. Die Freude im deutschen Lager, insbesondere im Hause Kerschowski, kannte an diesem Abend keine Grenzen.