Bericht zum Vermächtnis der UEFA Women’s EURO 2025
Montag, 27. Juli 2026
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Im Evaluationsbericht nach dem Turnier wird aufgezeigt, wie die UEFA Women‘s EURO 2025 dazu beigetragen hat, das langfristige Wachstum in Vereinen, Gemeinschaften und Nationalverbänden weit über das Ausrichterland Schweiz hinaus zu fördern.
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Die UEFA Women’s EURO 2025 im vergangenen Sommer war ein Meilenstein für den Frauenfußball. Sie hat für Rekordzuschauerzahlen in den Stadien, Rekordeinschaltquoten, ein nie da gewesenes digitales Interesse und ein beispielloses Sponsoring gesorgt. Mit interessanten und spannenden Veranstaltungen auf und neben dem Platz wurde das Wachstum des Frauenfußballs in ganz Europa weiter beschleunigt.
Der Evaluationsbericht im Nachgang der UEFA Women’s EURO 2025 zeigt auf, wie das Turnier langfristige Veränderungen angestoßen hat. Dabei werden Erkenntnisse zum wirtschaftlichen Nutzen, zum Anstieg der Zuschauerzahlen, zu den Teilnehmerzahlen im Breitenfußball, zur Professionalisierung und zum gesellschaftlichen und ökologischen Vermächtnis berücksichtigt.
„Das Vermächtnis der UEFA Women’s EURO 2025 ist kein einzelner, in sich abgeschlossener Erfolg“, erklärte UEFA-Präsident Aleksander Čeferin. „Es ist für jedes Mädchen, das sich einem Verein anschließt, für jede Trainerin, der sich eine neue Tür öffnet, für jede Schiedsrichterin, die den Platz betritt, und für jeden Fan, der immer wieder ins Stadion geht, ein lebendiges und greifbares Ergebnis.
Noch lange nach dem Abpfiff hallt das Turnier bei den Menschen vor Ort, in Vereinen und mit Blick auf die Zukunft des Frauenfußballs nach.“
Im Bericht wird nicht nur die anhaltende Wirkung in ganz Europa aufgezeigt, sondern auch dargelegt, wie der Erfolg der Women’s EURO 2025 der auf sechs Jahre angelegten UEFA-Frauenfußballstrategie „Unstoppable“, mit welcher der Frauenfußball dynamisch und nachhaltig für die Zukunft aufgestellt ist, neuen Schwung verliehen hat.
„Die Women’s EURO ist unser Polarstern. An ihr sind unsere Frauenfußballstrategie und unsere Investitionen in Höhe von EUR 1 Mrd. ausgerichtet, damit wir ein bleibendes Vermächtnis hinterlassen“, sagte Nadine Keßler, UEFA-Direktorin Frauenfußball. „Unser Ziel war von Anfang an klar: Wir wollten eine EM-Endrunde ausrichten, die Rekorde bricht, für Inklusion steht und in ausverkauften Stadien stattfindet. Dieses Turnier hat eines bewiesen: Überall dort, wo wir dem Frauenfußball eine Bühne geben, kommen die Menschen, um ihn zu verfolgen oder mitzumachen. Die Stimmung in den Stadien, die Verbindung zwischen Spielerinnen und Fans – es war unglaublich. Diese EURO wird uns noch lange tragen. Die Messlatte wurde nochmal höher gelegt.“
Für das Ausrichterland war das Turnier ein Meilenstein, bei dem sportliche mit sozialen und ökologischen Erfolgen verbunden wurden.
„Die UEFA Women’s EURO 2025 hat eindrücklich gezeigt, welche Kraft, Dynamik und Ausstrahlung der Frauenfußball heute entfaltet“, so Peter Knäbel, Präsident des Schweizerischen Fußballverbands. „Unser Ziel ist es, Mädchen und Frauen in der ganzen Schweiz den Zugang zum Fußball weiter zu erleichtern und optimale Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung zu schaffen.“
Besucherzahlen und Fanerlebnis
Eine wichtige Messgröße für den Erfolg des Turniers war dessen Reichweite. Eine Zuschauerzahl von 657 291 in den Stadien bedeutete einen Anstieg von 14 % im Vergleich zu 2022 – und zudem den höchsten Wert in der Geschichte des Turniers.
29 der 31 Spiele waren ausverkauft, wobei die durchschnittliche Zuschauerzahl den Rekordwert von 21 203 pro Spiel erreichte. Obwohl die Schweizer Stadien im Allgemeinen kleiner waren als jene bei der Ausgabe 2022, wurden sechs der zehn höchsten Zuschauerzahlen für eine UEFA Women’s EURO und die höchste Gesamtzuschauerzahl insgesamt erzielt.
Ein weitere wichtige Kennzahl für den Erfolg des Turniers war die Qualität des Fanerlebnisses, zu dem erschwingliche Tickets, lebendige Austragungsorte, immersive Fanzonen und eine erstklassige Stadioninfrastruktur gehörten.
Wirtschaft und Tourismus
Der wirtschaftliche Nutzen im Zusammenhang mit der Ausrichtung der UEFA Women’s EURO 2025 für die Schweiz belief sich dank eines enormen Publikumsinteresses und zahlreicher Besucher/-innen aus dem Ausland auf CHF 205 Mio. (EUR 220 Mio.).
Es wurden über 230 000 Tickets an Fans aus 167 Ländern verkauft. Die Austragungsstädte verzeichneten Ausgaben von in- und ausländischen Gästen in Höhe von CHF 71 Mio. (EUR 76 Mio.). Die Ausgaben in Restaurants haben sich in Bern fast verdoppelt (+97 %) und sind in Luzern (+70 %) und Basel (+60 %) stark gestiegen, während sich die Ausgaben für Unterhaltung in Sion mehr als verdoppelt (+127 %) und in Thun mehr als verdreifacht (+242 %) haben.
Im Zusammenhang mit der Organisation und der Durchführung der UEFA Women’s EURO 2025 wurden in der Schweiz knapp 2 300 Stellen (VZÄ) geschaffen, darunter beinahe 1 800 in den acht Austragungsstädten.
Neben diesem messbaren wirtschaftlichen Effekt zeigten Rückmeldungen aus der Schweizer Bevölkerung auch, wie die UEFA Women’s EURO 2025 in den Austragungsstädten wahrgenommen wurde – 87 % waren der Ansicht, dass das Turnier positive Auswirkungen für lokale Geschäfte und die Wirtschaft hatte.
Profifußball
Die UEFA Women’s EURO 2025 unterstrich die Größenordnung, Sichtbarkeit und kommerzielle Entwicklung des Elite-Frauenfußballs. Weltweit verfolgten über 500 Millionen Menschen das Turnier – die meistverfolgte Ausgabe in der Geschichte des Turniers. Gleichzeitig schlossen beispiellose 21 Turnierpartner Sponsoring-Verträge ab und trugen so zum Anstieg der Einnahmen von 150 % im Vergleich zu 2022 bei.
In der Schweiz schlug sich diese Dynamik in positiven Effekten für die nationalen Ligen, Vereine und für das Nationalteam nieder. In der Women’s Super League stiegen die Zuschauerzahlen am Auftaktwochenende der Saison 2025/26 um 42 %. Die Gesamtzuschauerzahl erreichte 126 274 – ein Anstieg von 50 % im Vergleich zur vorangegangenen Saison.
Von den zehn Erstligisten meldeten acht einen Anstieg beim Interesse an einem Sponsoring. Sie waren sich zudem einig, dass die UEFA Women’s EURO 2025 ihr Profil gestärkt hat; sieben Erstligisten führten das Wachstum der Zuschauerzahlen direkt auf die Auswirkungen des Turniers zurück.
Neben diesen Resultaten trug die UEFA Women’s EURO 2025 auch zu einer messbaren Veränderung der Wahrnehmung des Frauenfußballs bei, wodurch ein neues Publikum dazugewonnen und das Engagement vertieft werden konnten. Von den in den Stadien anwesenden Fans hatten knapp die Hälfte zum ersten Mal ein Profifußballspiel bei den Frauen besucht. 86 % gaben an, sich weiterhin für den Frauenfußball engagieren zu wollen und 91 % beabsichtigten, mehr Spiele live oder im Fernsehen zu verfolgen.
Auswirkungen der UEFA Women’s EURO 2025 außerhalb der Schweiz
Nationalverbände in ganz Europa berichteten, dass die Anzahl der Spielerinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen infolge der Endrunde angestiegen ist; dies gilt auch für die Zuschauerzahlen und die Medienberichterstattung über den Frauenfußball.
92 % der UEFA-Mitgliedsverbände verzeichneten positive Auswirkungen auf den Frauen- und Mädchenfußball – bei den 16 teilnehmenden Verbänden lag dieser Wert bei 100 %.
Von den insgesamt 55 Verbänden meldeten 73 % eine gestiegene Medienberichterstattung über ihre Frauennationalteams und 53 % gaben an, dass mehr über ihre höchste nationale Spielklasse berichtet wird. 61 % schrieben den Anstieg bei den Teilnehmerzahlen, bei Trainerinnen oder Schiedsrichterinnen den positiven Auswirkungen der Endrunde zu, wobei 60 % höhere Teilnehmerzahlen in der U18-Kategorie und 53 % in den höheren Alterskategorien verzeichneten.
Gesellschaftliche Auswirkungen und Breitenfußballentwicklung
Der Schweizerische Fußballverband (SFV) hat mit seinem Plan zur Wahrung des Vermächtnisses („Here to Stay“) die Dynamik der UEFA Women’s EURO 2025 in ein Rekordwachstum im Frauenfußball umgemünzt.
Weniger als ein Jahr nach dem Turnier wurden im Breitenfußball bereits so viele Teilnehmerinnen wie noch nie verzeichnet. Seit 2023 wurde ein Anstieg bei der Anzahl an registrierten Spielerinnen von 39 853 auf 48 098 verzeichnet, während die Zahl der Trainerinnen bzw. Schiedsrichterinnen von 2 331 auf 2 895 bzw. von 119 auf 153 gestiegen ist.
Aus der für diesen Bericht durchgeführten Umfrage bei Breitenfußballerinnen geht hervor, dass 70 % die Möglichkeiten für Frauen und Mädchen, Fußball zu spielen, nach dem Turnier als gut oder sehr gut beurteilten (vor dem Turnier waren es 53 %).
Auch in den Austragungsstädten hat die UEFA Women’s EURO 2025 deutliche Spuren hinterlassen. Rund 83 % der Einwohner/-innen gaben an, stolz darauf zu sein, Ausrichter des Turniers gewesen zu sein; 70 % sagten, dass es sich positiv auf ihr Wohlbefinden ausgewirkt habe. Hinter den Kulissen halfen 2 500 Volunteers aus 73 Ländern mit, das Turnier durchzuführen – mehr als die Hälfte davon Frauen.
Aktivitäten der UEFA-Stiftung für Kinder
Im Rahmen der UEFA Women’s EURO 2025 wurden verschiedene von der UEFA-Stiftung für Kinder umgesetzte Initiativen in den Bereichen Inklusion und Zugang für alle unterstützt. Diese umfassten inklusive Spieltagerlebnisse, aber auch längerfristige Investitionen in die Geschlechtergleichstellung in ganz Europa.
Für die Initiativen wurden Sichtbarkeit und Reichweite des Turniers genutzt, um die Teilnehmerzahlen zu erhöhen, Hindernisse abzubauen, damit auch benachteiligte Gruppen am Turnier teilhaben konnten, und die gesellschaftlichen Auswirkungen über die Stadien hinaus in die ganze Schweiz und die teilnehmenden Länder zu tragen.
Nachhaltigkeit
Bei der Durchführung der UEFA Women’s EURO 2025 als internationale sportliche Großveranstaltung standen langfristige Wertschöpfung, Glaubwürdigkeit und positive Auswirkungen im Zentrum. Das Turnier war an starken Grundsätzen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) ausgerichtet, die wiederum der UEFA-Strategie für nachhaltigen Fußball 2030 und den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung entsprachen.
Es wurde vermehrt auf Nachhaltigkeit bei der Nutzung von Verkehrsmitteln geachtet: 86 % der Zuschauer/-innen reisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln an oder kamen zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad zu den Stadien, während 90 % der Mitarbeitenden statt mit dem Auto mit der Bahn in die Austragungsstädte fuhren.
Von den acht Stadien wurden fünf zu 100 % mit erneuerbaren Energien betrieben. 70 % der Beschilderung und der Dekoration wurden in Zusammenarbeit mit Lidl recycelt oder upgecycelt, während keinerlei Abfälle auf Deponien entsorgt wurden.
Um einen Zugang für alle zum Turnier zu gewährleisten, stellte die UEFA in allen Stadien barrierefreie Dienstleistungen bereit. Dabei unterstützten 53 eigens für Barrierefreiheit geschulte Volunteers die Menschen, die auf entsprechende Dienste angewiesen waren.
Bei allen 31 Begegnungen stand eine Live-Audiodeskription zur Verfügung, die von 1 217 einzelnen Zuhörer/-innen in 3 421 Interaktionen genutzt wurde. Ferner stellte die UEFA sicher, dass 404 223 Tickets für CHF 30 (EUR 33) oder weniger verkauft wurden. Zudem wurden die barrierefreien Dienstleistungen von 94 % der Inhaber/-innen entsprechender Tickets als mindestens zufriedenstellend bewertet.
Durch das Vermächtnis der Endrunde im letzten Jahr hat sich der Frauenfußball in ganz Europa schon jetzt verändert. Der Countdown zur UEFA Women’s EURO 2029 in Deutschland beginnt bereits heute und das Turnier wird eine weitere Gelegenheit bieten, den Frauenfußball noch weiter voranzubringen.