Women's EURO 2025: Spielerinnen im Fokus am 3. Spieltag: Jennifer Falk, Patrícia Morais, Livia Peng, Daphne van Domselaar
Mittwoch, 9. Juli 2025
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Wir richten den Blick auf vier Torhüterinnen bei den entscheidenden Gruppenspielen der Women's EURO 2025.
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Die Gruppenphase der UEFA Women's EURO 2025 geht zwischen Donnerstag und Sonntag zu Ende – die Viertelfinal-Paarungen nehmen Form an.
Vor dem 3. Spieltag stellen wir aus jeder der vier Gruppen eine Torhüterin vor, die eine entscheidende Rolle spielen könnte.
Jennifer Falk (Schweden)
Falk musste lange Geduld beweisen, bevor sie als Schwedens Nummer 1 in ein großes Turnier ging. Zuvor war sie bei zwei FIFA-Weltmeisterschaften, den Olympischen Spielen 2020 und der Frauen-EM 2022 nur Ersatz. Doch nach dem Rücktritt von Hedvig Lindahl und der Babypause von Zecira Musovic ist die 32-Jährige in der Schweiz nun Schwedens Stammtorhüterin und startete mit zwei entscheidenden Zu-Null-Spielen gegen Dänemark und Polen.
Am Samstag wartet Deutschland zum Gruppenfinale in Gruppe C. Eine weitere Herausforderung mit Top-Offensivkräften für die Torhüterin von BK Häcken, die ihre Rolle bei diesem Turnier sichtlich genießt. Gegenüber Offside sprach Falk über die "sehr harte" Erfahrung, nach Lindahls Rücktritt bei der WM 2023 hinter Musovic nur die Nummer zwei zu sein. Zu ihrem Stammplatz bei dieser EM sagte sie: "Es macht richtig Spaß und es ist unglaublich motivierend."
Patrícia Morais (Portugal)
Inês Pereira startete als Portugals Nummer 1 ins Turnier und stand gegen Spanien im Tor, doch am 2. Spieltag erhielt Patrícia Morais den Vorzug für das Duell mit Italien. Sie rechtfertigte das Vertrauen mit einer starken Leistung beim 1:1 Unentschieden, das Portugals Hoffnungen auf das Weiterkommen am Leben hielt, und führte danach die Jubelrunde mit den portugiesischen Fans auf den Tribünen in Genf an.
Sollte die Torhüterin von Braga am Freitag im entscheidenden Duell gegen das bereits ausgeschiedene Belgien erneut den Vorzug erhalten, würde Patrícia Morais ihr 100. Länderspiel im Trikot Portugals bestreiten. Ein Meilenstein in ihrer 14-jährigen Nationalteamkarriere. Schon im Februar hielt sie beim 1:0-Auswärtssieg in der UEFA Women’s Nations League gegen Belgien die Null. Die 33-Jährige hofft, ihr Jubiläum mit einer ähnlich starken Leistung zu feiern, während ihr Team um den ersten Einzug in eine K.-o.-Runde bei einem großen Turnier kämpft.
Livia Peng (Schweiz)
Zehn Jahre jünger als Falk und Patrícia Morais und doch trägt Peng bei diesem Turnier die große Verantwortung als Nummer 1 der Gastgeberinnen. Die Schweizer Trainerin Pia Sundhage und Torwarttrainerin Nadine Angerer, eine deutsche Legende mit großer Turniererfahrung, entschieden sich für sie statt Elvira Herzog. Angerer sagte: "Livia hat sich diese Einsätze durch ihre starke Saison und ihre Leistungen im Nationalteamtraining verdient."
Erst im vergangenen Monat wurde die 23-jährige Peng von Werder Bremen als Neuzugang beim FC Chelsea vorgestellt. Trotzdem bewahrt sie bei diesem Turnier einen kühlen Kopf, selbst in den ausverkauften Stadien von Basel (Niederlage gegen Norwegen) und Bern (2:0-Sieg gegen Island). Ein weiteres Zu-Null-Spiel am Donnerstag gegen Finnland würde den Einzug der Schweiz ins Viertelfinale bedeuten und für Peng, die mit 13 Jahren das Elternhaus verließ, um in einem Nachwuchszentrum ihren Traum zu verfolgen, würde dieser weiter in Erfüllung gehen.
Daphne van Domselaar (Niederlande)
Bei der Frauen-EM 2022 wurde Van Domselaar überraschend ins kalte Wasser geworfen. Sie gab ihr Pflichtspieldebüt, nachdem sich Sari van Veenendaal am 1. Spieltag gegen Schweden verletzt hatte. Mit ihren überragenden Leistungen in England spielte sie sich sofort als neue Nummer 1 der Niederlande in den Vordergrund. Ihre Weltklasse untermauerte sie in diesem Jahr, als sie nach einer verletzungsgeplagten Saison im Finale der UEFA Women’s Champions League für den FC Arsenal gegen Barcelona ohne Gegentor blieb.
Van Domselaar will nun erreichen, was Van Veenendaal 2017 gelungen war: die Niederlande zum EM-Titel zu führen. Sie startete mit einem Zu-Null-Spiel gegen Wales ins Turnier; nach der Pleite gegen England ist sie am Sonntag gegen Frankreich umso mehr gefordert. Ein Triumph bei der Frauen-EM würde sie zur ersten Stammtorhüterin machen, die im selben Jahr sowohl eine Frauen-EM oder -WM als auch ein Finale der UEFA Women’s Champions League als Nummer 1 gewinnt.