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Turin, Musik und Titelträume: Juventus-Stürmerin Chiara Beccari im Gespräch mit Queenzine, dem Fanzine der UEFA Women's Champions League

"Ich bin mit dem Fußball aufgewachsen und er ist mit mir gewachsen", erzählt die italienische Nationalspielerin im Interview mit Queenzine, dem Fanzine der UEFA Women's Champions League.

Juventus-Stürmerin Chiara Beccari in den Straßen von Turin
Juventus-Stürmerin Chiara Beccari in den Straßen von Turin

Während sie lächelnd und bestens gelaunt vor historischen Gebäuden in Turin für Fotos posiert, spricht Chiara Beccari in ihrem Interview mit Queenzine, dem Lifestyle-Fanzine der Women's Champions League, darüber, wie sie den "Traum" eines Mädchens lebt, das mit einer großen Liebe zum Fußball aufgewachsen ist.

Die in San Marino geborene Beccari begann ihre Karriere in Sommercamps, die vom Fußballverband von San Marino organisiert wurden, ehe sie zu Juventus wechselte, wo sie die Jugendteams des Vereins durchlief und schließlich den Sprung in das Profiteam schaffte.

Die vielseitige Stürmerin trug maßgeblich zur Qualifikation Italiens für die Women's EURO 2025 bei, doch eine Oberschenkelverletzung am Vorabend des ersten Spiels verhinderte ihre Teilnahme an dem Turnier in der Schweiz, bei dem ihr Team völlig überraschend bis ins Halbfinale vordringen konnte.

Beccari, die mit Juventus 2025/26 mit einem Sieg gegen Benfica und einer Niederlage gegen Bayern München in die neue Saison der Women's Champions League gestartet ist, erzählt Queenzine von ihrem großen Traum, einmal einen Europapokal-Titel zu gewinnen.

Beccari beim 2:1-Sieg von Juventus gegen Benfica am 1. Spieltag der Women's Champions League 2025/26
Beccari beim 2:1-Sieg von Juventus gegen Benfica am 1. Spieltag der Women's Champions League 2025/26NurPhoto via Getty Images

Über die erste Schritte im Fußball

"Meine erste Begegnung mit dem Fußball verdanke ich meinem Onkel, der mit mir auf der Straße vor unserem Haus gekickt hat. Er war der Einzige in der Familie, der Fußball spielte, und er liebte es, mich herauszufordern.

Ich erinnere mich an meine erste richtige Berufung für ein Regionalteam. Mir wurde damals klar: Wenn es Regionalteams gab, musste es auch ein Nationalteam geben. Ich begann, mir Ziele zu setzen – zuerst das Jugendteam, dann wollte ich mehr."

Über ihre Vorbilder

"Als kleines Mädchen war ich total begeistert von Neymar; ich liebte seine Spielweise und vor allem, wie viel Spaß er auf dem Platz zu haben schien. Als ich etwas älter wurde, interessierte ich mich auch für den Frauenfußball und dort wurde Cristiana Girelli sofort zu einem Vorbild für mich."

"Jetzt ist es schon fast zur Normalität geworden, dass ich seit über zwei Jahren mit ihr in einem Team spiele. Sie ist für mich nach wie vor eine großartige Spielerin, aber auf eine herzlichere, vertrautere Art und Weise, denn jeden Tag mit ihr in der Umkleidekabine zu sitzen, bedeutet ja auch, dass ich etwas erreicht habe."

Beccari spielt seit 2023 im italienischen Nationalteam
Beccari spielt seit 2023 im italienischen NationalteamGetty Images

Über ihre Ziele in der Women's Champions League

"2016 habe ich in Reggio Emilia mein erstes Finale der Women’s Champions League live gesehen, zwischen OL Lyonnes und Wolfsburg, und mir wurde klar, dass es eine ganz neue Welt gab, die vielen von uns völlig unbekannt war. Aber ich habe mir nicht gedacht: 'Eines Tages möchte ich so ein Spiel bestreiten‘; denn so sehr habe ich nie an mich geglaubt."

"Eine Zeit lang war das für mich ein unerreichbarer Traum, der Traum eines kleinen Mädchens, das in den Fußball verliebt war. Doch als ich 2021/22 das Endspiel zwischen Barcelona und Olympique Lyon besuchte, spielte ich bereits in der U19 von Juventus Turin und träumte natürlich davon, auch eines Tages so im Rampenlicht zu stehen.

"Nach diesem Turnier habe ich mir ernsthaftere Ziele gesetzt und mir fest vorgenommen, irgendwann einmal die Women’s Champions League zu gewinnen. Ich hoffe sehr, dass ich das eines Tages schaffen werde."

Über den Nutzen des Fußballs

"Ich bin mit dem Fußball aufgewachsen und er ist mit mir gewachsen. Er hat mir geholfen, viele Seiten meines Charakters zu entdecken – jede Menge Schwächen, aber auch viele Stärken. Mir ist klar geworden, dass ich jemand bin, der nicht so schnell aufgibt."

Beccari feiert mit ihren Teamkolleginnen von Juventus den Sieg im Frauen-Pokal der Serie A
Beccari feiert mit ihren Teamkolleginnen von Juventus den Sieg im Frauen-Pokal der Serie AGetty Images

Über ihre Liebe zur Musik

"Musik begleitet mich zu jeder Tageszeit. Ich wache auf und höre Musik; ich höre Musik, während ich Auto fahre. Wenn ich als Erste in die Kabine komme, lege ich sofort Musik auf. Aber dann zwingen mich meine Teamkolleginnen meist, sie wieder auszuschalten, und bestehen darauf, dass ich aufhöre zu singen, weil ich so falsch singe."

Über ihre Heimat Turin

"Ich habe diese Stadt vom ersten Tag an geliebt, weil sie nicht zu groß und nicht zu hektisch ist und eine ruhige, elegante Altstadt hat, das ist für mich eine Art Wohlfühloase.

Ich bin ein sehr unkomplizierter Mensch, der ein normales, ausgeglichenes Leben führt. Der Fußball spielt eine große Rolle; alles dreht sich um ihn – es ist schließlich auch mein Beruf. Und trotzdem bin ich einfach nur ein ganz normales 20-jähriges Mädchen. Eines, das einen Traum lebt, aber dennoch ein 20-jähriges Mädchen.“

Dieses Interview stammt aus Ausgabe 5 von Queenzine, dem neuen Lifestyle-Fanzine für die UEFA Women's Champions League. Hier mehr dazu (in Englisch)!