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Kellermann lobt Wolfsburgs Charakterstärke

VfL Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann hob nach dem neuerlichen Einzug ins Finale der UEFA Women's Champions League den Charakter und unbändigen Willen seines Teams hervor.

Kellermann lobt Wolfsburgs Charakterstärke
Kellermann lobt Wolfsburgs Charakterstärke ©UEFA.com

VfL Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann war nach dem 4:2-Sieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam davon überzeugt, dass Charakterstärke und ein unbändiger Wille sowie die schnellen Antworten auf den zweimaligen Rückstand der Knackpunkt für seine Elf waren, erneut ins Finale der UEFA Women's Champions League einzuziehen, wo es am 22. Mai in Lissabon gegen Tyresö FF gehen wird.

Kellermann lobte die Qualität des Fußballs von beiden Mannschaften, genauso wie Potsdams Trainer Bernd Schröder, der in der Verletzung von Lisa Evans den entscheidenden Faktor zu Ungunsten seines Teams sah.

Ralf Kellermann, Trainer Wolfsburg
Die Mannschaft hat sich den Sieg heute redlich verdient und steht über beide Spiele zusammen verdient im Finale. Ein positiver Knackpunkt war für uns, dass wir zweimal sofort wieder zurückgekommen sind, vor allem nach dem 1:2 haben wir nicht den Kopf hängen lassen. Das zeigt den Charakter und unbändigen Willen der Mannschaft, wieder ins Finale zu kommen. Wir haben uns vor dem Spiel noch einmal mit Videos von unserem Spiel gegen Arsenal in der Arena letzte Saison gepuscht, da haben wir gesehen, wozu wir imstande sind. Ich bin glücklich, dass wir dem Druck standhalten konnten und uns vor dieser unglaublichen Kulisse von der allerbesten Seite gezeigt haben. Das war absolute Werbung für den Frauenfußball und dazu gehören zwei Mannschaften. Potsdam spielt seit Jahren ein gewisses System, welches viele Vorteile hat, aber wir haben auch die eine oder andere Schwäche erkannt. Alex Popp ist schwer zu verteidigen, wenn solche präzisen Flanken kommen, sie ist unheimlich kopfballstark. Ich wollte natürlich Lena Goeßling im Spiel lassen und habe schnell signalisiert bekommen, dass es weiter gehen kann. Sie ist einmal auf die Schulter gefallen. In der Halbzeit haben wir die Schulter fixiert und so waren die Schmerzen für sie erträglich. Sie war wichtig für uns und hat heute auch ein tolles Spiel gemacht. Wir gehen leicht favorisiert ins Finale, aber der schwedische Frauenfußball ist top und die Mannschaft ist gespickt mit Topspielerinnen. Es wird ein spannendes Finale werden.

Alex Popp, Stürmerin Wolfsburg
Zweimal hinten zu liegen und dann so zurückzukommen, ist einfach der Wahnsinn. Das zeigt den Charakter unserer Mannschaft. Wir wussten, dass wir das können, und wir haben das bewiesen und es war mir ganz egal, dass ich die Tore gemacht habe. Wichtig war einfach, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Es war wie im Horrorfilm, wir bekommen am Anfang ein dämliches Tor, machen dann das Spiel und kommen zurück. Das zweite Gegentor war dann noch dämlicher, ich weiß nicht, was zwischen Almuth [Schult] und Josie [Josephine Henning] vorgefallen ist. Direkt im Gegenzug das 2:2 zu machen, war für alle und besonders für Almuth wichtig, zu sehen, dass wir einfach ein Team sind. Die Arena gehört definitiv uns, wir haben hier noch nicht verloren, und die Atmosphäre ist bombastisch, das macht Spaß. Die Vorfreude auf Lissabon ist riesig. Dass wir es jetzt gegen Potsdam geschafft haben, macht es umso schöner. Für solche Highlights spielen wir Fußball und dafür schauen viele Leute Fußball. Wenn man dann als Gewinner vom Platz geht, ist es natürlich umso schöner.

Lena Goeßling, Mittelfeldspielerin Wolfsburg
Wir sind natürlich überglücklich, dass wir ins Finale eingezogen sind. Ich hoffe, dass meine Schulterverletzung nicht so schlimm ist, das muss erst untersucht werden. Wir haben auch ein für die Zuschauer überragendes Spiel gezeigt, wenn man bedenkt, dass wir immer so schnell zurückkommen konnten, denn sonst wäre es ganz schwierig für uns geworden. Ich freue mich, dass wir es mit dieser Mannschaft wieder geschafft haben. Den Erfolg zu wiederholen, ist schwieriger als beim ersten Mal. Wir hatten den 12. Mann im Rücken, wollten es aber nicht so spannend machen, denn wir wollten ohne Gegentor bleiben. Die Zuschauer haben uns nach vorne gepeitscht und wir haben immer an uns geglaubt.

Bernd Schröder, Trainer Potsdam
Gratulation an den VfL Wolfsburg und Ralf Kellermann, die es nach unserer zweimaligen Führung geschafft haben, wieder zurückkommen und nicht ganz unverdient gewonnen haben. Wenn man vier Tore schießt und der Gegner nur zwei, hat man es verdient. Das Spiel hatte hohes Tempo, es war athletisch und es waren zwei europäische Spitzenmannschaften. Sechs Tore, mehr kann man nicht verlangen. Die Verletzung von Lisa Evans war der Knackpunkt, dann haben wir die Linie verloren und die Abstimmung hat nicht mehr gut geklappt, obwohl das alles vorher festgelegt war. Wir waren dann nicht mehr in der Lage, unser Angriffsspiel zu gestalten und konnten immer weniger Druck über die Flügel entwickeln, das konnten wir nicht kompensieren. Es zeigt aber auch die Klasse von Spielerinnen wie Popp, Keßler oder Müller. Die Tore von Popp muss man erst einmal machen. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht einmal in der Lage, noch eine Torchance zu kreieren, beide Teams waren in der zweiten Halbzeit down, wir hatten dann nicht mehr die Effizienz, die wir erwartet hatten. Wolfsburg hatte über beide Spiele die Cleverness, in entscheidenden Situationen zurückzuschlagen.

Julia Simic, Mittelfeldspielerin Potsdam
Wir waren von Anfang an gut im Spiel, sind dann zweimal ins offene Messer gelaufen und haben zweimal das Gegentor kassiert. Wir haben so gut angefangen und so schlecht aufgehört. Vielleicht kam der Führungstreffer zu früh. Wir haben am Anfang die Zweikämpfe gewonnen und wir haben uns gut gefühlt. Wolfsburg hat es eiskalt ausgenutzt und dann war es schwer, weil wir ein bisschen grün hinter den Ohren waren und das wichtige Auswärtstor nicht nach Hause gebracht haben. Wir wollten in der zweiten Halbzeit die Ruhe bewahren, denn wir hatten noch genug Zeit, das Spiel umzubiegen. Wir haben uns nicht verrückt gemacht und haben hinten nicht alles aufgegeben. Nach dem 4:2 war das Spiel durch und die Motivation ein bisschen gebrochen.

Tabea Kemme, Abwehrspielerin Potsdam
Es ist schwer zu sagen, was schiefgelaufen ist. Nachdem wir zweimal in Führung gegangen waren, darf man das natürlich nicht mehr aus der Hand geben.Es war natürlich schwierig und ärgerlich, dass wir eine so schnelle Spielerin wie Lisa Evans so früh nicht mehr auf dem Platz hatten. Wir werden jetzt Vollgas in der Bundesliga geben, wir haben dort gute Chancen, den ersten Platz zu halten, da werden wir nun alles reinlegen.