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Enttäuschung, Wehmut und ein wenig Zuversicht

Lewis Holtby bestreitet am Mittwoch sein letztes Spiel für die U21-Nationalmannschaft und blickt der Partie gegen Russland deshalb mit Wehmut entgegen. Das EM-Aus sei bisher "schwer wahrzunehmen".

Lewis Holtby war nach dem vorzeitigen EM-Aus kaum zu trösten
Lewis Holtby war nach dem vorzeitigen EM-Aus kaum zu trösten ©Sportsfile

Es ist der Tag nach der zweiten Niederlage bei der UEFA-U21-Europameisterschaft und für das deutsche Team auch der erste Tag nach der Erkenntnis, dass eine sehr gute Qualifikation nicht zwangsläufig zu einer erfolgreichen Endrunde führt.

Allen voran Lewis Holtby wusste nicht so ganz, wie er mit der Situation umzugehen hat. "Es ist ziemlich schwer, das Turnieraus wahrzunehmen", erklärte der Kapitän, der aufgrund der späten Gegentore in beiden Spielen mit dem Schicksal haderte: "Wir hätten hier auch mit zwei Punkten stehen können."

Letztendlich muss man aber bilanzieren, dass die deutsche Mannschaft gegen die Niederlande in der ersten Halbzeit und gegen Spanien fast über 90 Minuten einige Probleme hatte. "Trotzdem war es für jeden bis hierhin eine super Erfahrung. Kein Spieler ist am Ende seiner Karriere, also nehmen wir uns das Positive raus und wollen gegen Russland zeigen, dass wir auch verdientermaßen hier waren."

Um viel mehr geht es im dritten Gruppenspiel gegen die ebenfalls ausgeschiedenen Russen nicht, der 22-Jährige hofft aber darauf, dass man sich für die "hervorragende Gastfreundschaft in Israel" und die "fantastische Unterstützung" mit einem Sieg bedanken kann.

Holtby betonte zudem, dass man der Defensive trotz der vielen Probleme gegen Spanien keinen Vorwurf machen dürfe und lobte die Leistungen der beiden Innenverteidiger, die trotz ihrer geringen Erfahrung "einen super Job gemacht haben". Gemeint sind Matthias Ginter und Stefan Thesker, die bei der Endrunde quasi ins kalte Wasser geworfen wurden.

"Ich bin spät dazugestoßen und hatte nicht viel Erfahrung auf diesem Niveau, deshalb hat mich das Turnier zwei, drei Schritte weitergebracht", konnte Thesker dem frühen Aus immerhin etwas Gutes abgewinnen und fügte hinzu: "Ich buche das als Erfahrung ab, denn ein Erfolgserlebnis war es sicher nicht."

Auch Holtby begann schließlich, statt enttäuschenden ein paar zuversichtliche Worte zu finden. "Ich bin überzeugt, dass viele Spieler dieser U21-Nationalmannschaft in Zukunft Weltklasse-Fußball spielen können", meinte der Kapitän, der am Mittwoch sein letztes Junioren-Länderspiel bestreiten wird.

Holtby war über die vergangenen zwei Jahre das Gesicht der deutschen Mannschaft und hatte im Vorfeld des Turniers keinen Hehl aus seinen Ambitionen gemacht: "Es wäre ein Traum, den EM-Pokal in die Höhe zu halten", sagte er vor weniger als zwei Wochen, nun geht es am Donnerstag nach Hause. "Wir sind mit dem ganzen Team zusammengewachsen, da kommt Wehmut auf, dass wir schon in zwei Tagen das letzte Spiel haben."

Umso wichtiger ist es dem Spielmacher, dass er das Kapitel U21-Nationalmannschaft versöhnlich schließen kann. "Ich denke noch nicht an irgendwelche andere Sachen, denn es ist meine Aufgabe als Kapitän, mit meinen Gedanken und meinem fußballerischen Können hier zu sein."

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