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Österreichs Fußballgeschichte: Von den Wiener Gärten auf die Weltbühne

Seitdem der Fußball im 19. Jahrhundert von einem Gärtner in der Alpenrepublik eingeführt wurde, hat er sich dort großartig entwickelt und eine bunte Mischung aus Mannschaften, Talenten und sogar einem NFL-Kicker hervorgebracht.

Österreich vor der Partie bei der WM 1934 gegen Frankreich
Österreich vor der Partie bei der WM 1934 gegen Frankreich

Vor mehr als 130 Jahren zog der englische Gärtner James Black nach Wien, um die Gärten von Baron Rothschild zu pflegen. Die Geschichten über Fußball, die er seinen Kollegen erzählte, legten den Grundstein für den Fußball in der Region, und 1894 war er Gründungsmitglied von First Vienna, dem ersten Fußballverein des Landes.

Von da an verbreitete sich der Sport rasch, wobei die berühmte Wiener Kaffeehauskultur einen idealen Rahmen bot, in dem Intellektuelle und Spieler gleichermaßen zusammensitzen und revolutionäre Fußballideen diskutieren konnten.

In den 1930er Jahren stellte Österreich eine der stärksten Nationalmannschaften der Welt. Das Team besiegte viele der europäischen Spitzenteams dank schöner Kombinationen und der technischen Fähigkeiten von Stürmer Matthias Sindelar, der wegen seiner schmächtigen Statur als der "Papierene" bekannt war.

Er und Österreichs goldene Generation standen bei der WM 1934 kurz vor dem Triumph, doch eine Niederlage gegen Gastgeber Italien im Halbfinale beendete ihren bis heute erfolgreichsten Versuch, den Titel zu holen.

Der zehnmalige österreichische Fußballer des Jahres, David Alaba, ist einer der nationalen Helden der Gegenwart
Der zehnmalige österreichische Fußballer des Jahres, David Alaba, ist einer der nationalen Helden der GegenwartMichael Campanella

Die heutigen Topteams

Die österreichische Bundesliga wurde 1974 gegründet, wobei Wiener Klubs wie der SK Rapid und Austria Wien die ersten Jahre dominierten. Diese beiden Teams haben zwar zusammen mehr als 50 Meistertitel gewonnen, doch seit der FC Salzburg in der Saison 2006/07 unter neuem Eigentümer erstmals den Meisterschale in die Höhe reckte, tun sich die großen Rivalen aus der Hauptstadt schwer.

In der Zwischenzeit hat Salzburg die Gunst der Stunde genutzt und weitere 13 Titel geholt – darunter zehn in Folge zwischen den Spielzeiten 2013/14 und 2022/23 – sowie zusätzlich neun österreichische Pokalsiege.

Man könnte meinen, Salzburg sei die unangefochtene Nummer eins im österreichischen Fußball, doch die Lage in der heimischen Liga hat sich in den letzten Jahren verändert. SK Sturm Graz holte 2023/24 das Double und verteidigte in der folgenden Saison seinen Titel in der Bundesliga, bevor man in der vergangenen Saison vom LASK entthront wurde, der seinerseits ein bemerkenswertes Double feiern konnte.

Selbst Außenseiter Wolfsberger AC fuhr zuletzt einen Erfolg im österreichischen Pokal ein – noch vor Salzburg, das nach dem dritten Platz in der Bundesliga 2025/26 unbedingt wieder zu seiner alten Stärke zurückfinden will.

Salzburg gewann zwischen 2014 und 2023 zehn Mal in Folge den Titel in der Bundesliga
Salzburg gewann zwischen 2014 und 2023 zehn Mal in Folge den Titel in der BundesligaAndreas Schaad

Erfolge in Europa

Österreichische Teams haben viermal das Finale eines UEFA-Klubwettbewerbs erreicht, aber noch nie einen Titel gewonnen. Drei dieser Endspiele fanden im Europapokal der Pokalsieger statt – erstmals 1978, als Austria Wien mit 0:4 gegen Anderlecht verlor. 1985 besiegte Everton dann den SK Rapid mit 3:1, bevor der SK Rapid 1996 erneut ins Finale einzog, dort jedoch eine 0:1-Niederlage gegen Paris Saint-Germain hinnehmen musste.

Gegen den Gegner von Paris im UEFA-Superpokal schnitt der Hauptstadtklub jedoch besser ab und beendete sowohl in der Saison 2009/10 als auch 2010/11 die Europa-League-Hoffnungen von Aston Villa. Und gerade im Vorläufer dieses Wettbewerbs schaffte es ein weiteres Team aus der Bundesliga bis ins Finale: Austria Salzburg unterlag 1994 im Finale des UEFA-Pokals sowohl zu Hause als auch auswärts mit 0:1 gegen Inter aus Italien.

Eine neue Heimat für den österreichischen Fußball

ÖFB/Johannes Friedl

Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) hat im Mai den ÖFB-Campus eingeweiht. Das neue Zentrum des österreichischen Fußballs – das teilweise durch das UEFA-HatTrick-Programm finanziert wurde – beherbergt die Nationalmannschaften des Landes, die ÖFB-Verwaltung sowie ein Zentrum für die Trainer- und Schiedsrichterausbildung.

Erfolgreiches Scouting in Österreich

Österreichische Klubs haben sich in den letzten Jahren als besonders erfolgreich in der Nachwuchsförderung erwiesen. Dank seines hervorragenden Scouting-Netzwerks konnte Salzburg Spieler wie Sadio Mané, Erling Haaland und Dominik Szoboszlai verpflichten, und der bosnische Flügelspieler Kerim Alajbegović ist der jüngste ehemalige Spieler, der eine große Zukunft vor sich zu haben scheint.

Auch die Konkurrenten von Salzburg sahen sich gezwungen, geschickt auf dem Transfermarkt zu agieren, und der SK Sturm zog mit den Verpflichtungen von Rasmus Højlund und Mika Biereth nach, die beide vor ihren lukrativen Wechseln wichtige und titelentscheidende Tore erzielten.

Erling Haaland (links) und Dominik Szoboszlai gemeinsam im Trikot von Salzburg
Erling Haaland (links) und Dominik Szoboszlai gemeinsam im Trikot von SalzburgAndreas Schaad/Getty Images

Das Team

Viele der österreichischen Stadien, darunter auch der Austragungsort des Superpokals, wurden für die EURO 2008, die Österreich gemeinsam mit der benachbarten Schweiz ausrichtete, renoviert.

Der spätere Sieger Spanien gewann im Stadion Salzburg ein Gruppenspiel gegen Griechenland, bevor man im Ernst-Happel-Stadion in Wien – benannt nach dem berühmten österreichischen Trainer – den Pokal in die Höhe reckte.

Die österreichische Nationalmannschaft hat seit 2008 an drei weiteren EUROs teilgenommen, doch in diesem Sommer war sie zum ersten Mal seit 28 Jahren wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei. Die Elf von Ralf Rangnick erreichte zum ersten Mal seit 1954 die K.-o.-Phase, bevor man gegen den späteren Weltmeister Spanien ausschied.

Der vierfache Champions-League-Sieger und zehnmalige österreichische Fußballer des Jahres, David Alaba, bekam endlich die Gelegenheit, die Nationalmannschaft auf der Weltbühne als Kapitän auf den Platz zu führen.

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