Carles Martínez: Der neue Xabi Alonso?
Montag, 17. August 2026
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Ein spanischer Trainer und Leverkusen, das ging schon einmal gut. Der neue Coach gibt Ähnlichkeiten mit seinem Landsmann zu, hat aber ebenfalls eine klare Linie.
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Leverkusen und ein Spanier an der Seitenlinie – das hat vor zwei Jahren zum Double-Sieg aus Meisterschaft und DFB-Pokal geführt. Nun steht zwar nicht mehr der Erfolgsgarant Xabi Alonso am Spielfeldrand, doch die Sprache, die gesprochen wird, ist dieselbe. Und das nicht nur verbal: Auch was die Spielphilosophie angeht, tun sich hier Gemeinsamkeiten auf.
Mit Carles Martínez haben die Leverkusener nach Alonso den nächsten Spanier als Trainer verpflichtet. Der 42-Jährige wurde in Barcelona geboren und begann seine Trainerkarriere Anfang der Zweitausender bei Granollers, einer Kleinstadt im Nordosten der iberischen Halbinsel. Bis Mitte 2022 agierte er als Nachwuchstrainer, unter anderem beim FC Barcelona und dem Stadtrivalen Espanyol, ehe er im Dezember desselben Jahres bei Toulouse als Co-Trainer einstieg und somit seine erste Station im Profibereich antrat. In der Folge wurde er dort Cheftrainer, bis Simon Rolfes ihn zur Werkself lotste, wo eine neue Herausforderung auf Martínez wartet.
Der Spanier setzt vor allem auf einen präzisen Spielaufbau, gute Raumaufteilung und Kontrolle durch eigenen Ballbesitz. Klingt nach einem ähnlichen Ansatz, wie man es von seinem Landmann Alonso auch kannte, als die Werkself 2023/24 das Double geholt hatte. Dass Martínez mit dem spanischen Spitzentrainer in den Medien aufgrund desselben Herkunftslandes verglichen wird, findet er völlig normal.
Ihm ist aber auch klar, dass er nicht einfach den Alonso-Fußball kopieren will, sondern Elemente, die Alonso dem Bayer-Spiel gab, gezielt zu implementieren, falls diese zu seiner eigenen Idee passen. Für Martínez ist eins klar: weder wolle noch werde er Alonso sein. "Ich bin Carles Martínez", so der Spanier in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Authentizität ist das Wichtigste."
Aber nicht nur das Spiel mit Ball ist essenziell für die Philosophie, die Martínez verfolgt. Er legt außerdem großen Wert auf aggressives Gegenpressing nach Ballverlusten und schnelles Umschalten nach Ballgewinn. Zudem ist er dafür bekannt, junge Spieler zu fördern, was gerade Neuzugängen wie dem 17-jährigen Kenneth Eichhorn zugutekommen könnte. Eichhorn, der aufgrund einer Stoffwechselerkrankung zunächst auf unbestimmte Zeit ausfällt, gilt als eines der größten deutschen Talente und könnte unter der Führung von Martínez zu einem echten Weltstar heranreifen.
Im Interview mit der SZ klärte der neue Mann an der Seitenlinie der Werkself darüber auf, dass er seine Trainerkarriere bereits im zarten Alter von 16 Jahren begann und damit den Weg ebnete, der ihn nun in die Bundesliga führte. Außerdem gab er preis, dass auch einige spanische Klubs an seiner Verpflichtung interessiert waren, er sich aber anders entschied: "Mein Traum, hier und heute, ist es, auf Jahre hinaus bei Bayer Leverkusen zu bleiben", so der Spanier.
In ebendiesem Gespräch erklärte Martínez auch sein Motto "Coach sein heißt: Verbindungen herstellen." Damit meint er sowohl die Verbindung zu den Spielern als auch zum Verein. Sowohl Rolfes als auch Fernando Carro glauben, dass der neue Trainer dem Verein etwas geben kann, das in diesem Moment noch fehlt.
Martínez' Fußball beinhaltet Mut, Energie und Positivität sowie eine gewisse Liebe zum Detail. Genau mit diesem Ansatz will er die Werkself in der kommenden Saison erfolgreich machen, sowohl auf nationaler Ebene als auch in der UEFA Europa League. Auf die neue Liga freut sich Martínez jetzt schon: "Die Bundesliga hat etwas von Rock'n'Roll. Genau das mag ich", sagte der Spanier der SZ. Gegen wen die Werkself international spielt, erfährt sie am Freitag, 28. August, bei der Auslosung der Ligaphase.