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Europa League Next Level Teamwork Analyse: Ferencváros und Bragas kollektive Angriffe

Die UEFA Game Insight Unit analysiert zwei Beispiele für kollektives Angriffsspiel vom sechsten Spieltag der UEFA Europa League.

Braga jubelt über den Treffer von Pau Victor gegen Nice in der UEFA Europa League
Braga jubelt über den Treffer von Pau Victor gegen Nice in der UEFA Europa League AFP via Getty Images

Pau Victors Tor für Braga in Nizza sowie Bence Ötvös' Ausgleichstreffer für Ferencváros gegen die Rangers am 6. Spieltag der UEFA Europa League 2025/26 zeigen exemplarisch, wie Offensivspiel auf höchstem Niveau funktioniert: durch kollektives Verständnis, synchronisierte Bewegungen und geteilte Verantwortung im Angriff. In beiden Fällen entstehen die Tore aus klar einstudierten Abläufen und einem bemerkenswerten Maß an Teamwork.

Pau Victor: Nice - Braga 0:1

Europa League Next Level Teamwork: Braga

Jan Peder Jalland über Pau Victors Tor

"Nachdem Nice den Ball zurückerobert, ermöglichen Bragas kompakte Offensivabstände sofortiges Gegenpressing. Die Nummer 27, Florian Grillitsch, und die Nummer 9, Amine El Ouazzani, reagieren schnell und setzen den Gegner unter Druck. Dadurch kann die Nummer 29, Jean-Baptiste Gorby, der zur Absicherung positioniert ist, antizipieren und den Ball zurückgewinnen. Ihre kollektive Bewegung zeigt, wie wichtig kontrollierte Abstände für offensive wie defensive Effizienz sind."

Die Nummer 18, Pau Victor, scannt zunächst die Situation, bevor er eine Finte andeutet. Damit zieht er gezielt einen Verteidiger aus der Position und öffnet Passwege. "Es ist deutlich zu erkennen, dass sie im Training intensiv daran arbeiten, sich in Relation zueinander und zum Raum zu bewegen."

"Die Abstimmung der vorderen Dreierreihe ist beeindruckend: El Ouazzani passt seinen Lauf an und bricht ihn ab, während die Nummer 21, Ricardo Horta, weiter in die Tiefe geht und so Lücken in der Defensivstruktur reißt. Dass El Ouazzani den Ball bewusst für Pau Victor durchlässt, zeigt ein Spielverständnis auf höchstem Niveau. Zeitweise stehen fast fünf Spieler auf einer horizontalen Linie – doch wer startet und wer sich fallen lässt, ist perfekt getimt und untereinander abgestimmt. Das ist wirklich selten."

Phil Church über Pau Victors Tor

"Nach der Balleroberung treibt Gorby den Ball zentral nach vorne, zieht die Defensivreihe von Nice zusammen und verschafft der Nummer 2, Victor Gómez, die Zeit und den Raum für einen Diagonalpass in den Strafraum. Gleichzeitig sorgen die Tiefenläufe von El Ouazzani, Ricardo Horta und Pau Victor für mehrere Anspieloptionen – am kurzen Pfosten, zentral und am zweiten Pfosten. Entscheidend ist die Geschwindigkeit und Präzision des Passes von Victor Gómez auf Pau Victor – sie ermöglichen einen kontrollierten Abschluss."

"Die Teamarbeit zeigt sich besonders in El Ouazzanis Entscheidung, den Ball ohne Blickkontakt bewusst durchzulassen – ein Zeichen absoluten Vertrauens. Auch Ricardo Hortas Laufweg Richtung Tor ist wichtig, weil er einen zweiten Verteidiger bindet und so zusätzlichen Raum für den Abschluss schafft."

Teamwork: Roma und Villa

Bence Ötvös: Ferencváros - Rangers 2:1

Europa League Next Level Teamwork: Ferencváros

 Jan Peder Jalland über Ötvös' Tor

"Da die Rangers die Zentrale kompakt halten wollen, ziehen die Vorwärtsbewegungen der Nummer 23, Ötvös, und der Nummer 19, Barnabás Varga, mehrere Verteidiger ins Zentrum und öffnen Raum für den Wing-Back auf der Außenbahn. Ferencváros hält die Breite über die Außenverteidiger und bewahrt zugleich zentrale Flexibilität in der Offensive."

"Später schaltet sich auch die Nummer 36, Gabi Kanichowsky ein, tauscht Positionen mit Mitspielern und sorgt so für Kontinuität im Angriff. Die Bewegung des Innenverteidigers, der Nummer 27, Ibrahim Cissé, der sich im Zusammenspiel mit der Nummer 64, Alex Tóth, nach vorne schiebt, schafft eine koordinierte Dreierlinie. Das verdeutlicht die vertikalen und horizontalen Positionsbeziehungen im gesamten Angriff."

"Mehrere Tiefenläufe zwingen die Rangers-Defensive, sich weiter fallen zu lassen, und öffnen den Raum für einen Rückpass in den Strafraum. Das Tor ist das Resultat einer vollständig kollektiven Aktion, an der in der Aufbauphase nahezu die gesamte Mannschaft beteiligt ist."

Phil Church über Ötvös' Tor

"Mit Fortgang des Angriffs bilden Makreckis, Cissé und Tóth eine dynamische Dreierkombination. Besonders entscheidend ist Cissés Bewegung ohne Ball. Zunächst entzieht er sich dem Blickfeld seines Gegenspielers, bevor er in Richtung Tor startet. Indem er sich zunächst dem Ball entgegenbewegt, zieht er den Verteidiger mit und öffnet Raum hinter ihm."

Auch die Passgeschwindigkeit auf Tóth spielt eine zentrale Rolle – sie ist so hoch, dass die Verteidiger nicht mehr reagieren können. "Indem Cissé den Ball durchlaufen lässt, schafft er die Zeit und den Raum für die nächste Offensivaktion und setzt seinen Lauf in den Strafraum fort. Sein anschließender Rückpass kommt mit genau der richtigen Schärfe, sodass Ötvös den Ball präzise aufs Tor bringen kann."

Die letzten vier Zuspiele bestehen aus schnellen, kontrollierten Kombinationen – dreimal mit zwei Kontakten, ehe der Angriff in einer entschlossenen Direktabnahme endet. "Auch die Positionierung von Bamidele Yusuf, Varga und O’Dowda im Moment des Abschlusses ist bewusst gewählt: Sie halten eine offene Pass- und Schusslinie zum Tor frei. Das zeigt ein hohes Maß an Abstimmung im Angriffsspiel."