Zoltán Gera über das Finale der Europa League, Budapest und Fulhams Lauf 2009/10
Dienstag, 30. Mai 2023
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Zoltán Gera, der Botschafter des UEFA-Europa-League-Endspiels, über Fulhams Einzug ins Finale 2010 und seine Tipps für Budapest.
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Wenn das Finale der UEFA Europa League 2023 angepfiffen wird, werden bei Zoltán Gera sicherlich Erinnerungen wach werden.
Der frühere ungarische Nationalspieler stand mit Fulham völlig überraschend 2010 im ersten Finale des neu eingeführten Wettbewerbs. Er steuerte sechs Tore bei, als sich das Team aus dem Westen Londons unter anderem gegen Juventus und Wolfsburg durchsetzte, ehe man im Finale in der Verlängerung gegen Atlético Madrid unterlag. Der offizielle Botschafter des diesjährigen Endspiels blickt zurück auf diese epische Saison und spricht über den Austragungsort Budapest.
Fulham qualifizierte sich als Siebter der Premier League 2008/09 für die Europa League – was bis heute die beste Platzierung des Klubs ist. Was waren die Ziele für Europa?
Es gab keine großen Erwartungen. Wir mussten gleich in den ersten Runden einsteigen und haben diese Spiele als Vorbereitung gesehen. Das Wichtigste war, diese Spiele zu genießen und uns in Europa zu zeigen. Ab der Gruppenphase sind wir immer enger und enger zusammengerückt, wir wurden richtig hungrig auf Erfolge. Als wir [in der Runde der letzten 32] gegen Shakhtar Donetsk gewonnen haben, eine sehr gute Mannschaft mit fantastischen Brasilianern und einem herausragenden Trainer, war das ein riesiger Erfolg für uns. Davon wollten wir mehr. Wir sind auf der Erfolgswelle geritten und haben jeden Moment genossen.
Ihr habt gegen Juventus ein denkwürdiges Comeback hingelegt und nach einer 1:3-Niederlage in Italien zu Hause im Craven Cottage mit 4:1 gewonnen, obwohl ihr einen richtigen Fehlstart hattet.
Das war vielleicht mein größter Sieg, nicht nur mit Fulham, sondern in meiner ganzen Karriere. Wir hatten das Hinspiel in Turin mit 3:1 verloren und Juventus ging im Rückspiel nach zwei Minuten mit 1:0 in Führung. Ab diesem Moment war es richtig schwer für uns. Aber das ganze Team und der ganze Klub standen hinter uns, und die Fans haben für eine fantastische Stimmung gesorgt. Dadurch hat sich das Spiel geändert, wir haben angefangen, an den Sieg zu glauben und später auch daran, die nächste Runde zu erreichen.
Im Viertelfinale setzte sich Fulham gegen Wolfsburg und im Halbfinale gegen Hamburg durch, was durch deinen 2:1-Siegtreffer zu Hause entschieden wurde.
Wolfsburg hatte damals ein außergewöhnliches Team; sie hatten kurz zuvor die Meisterschaft in der Bundesliga gewonnen, mit Edin Džeko. Es war wirklich schwer gegen sie. Im Halbfinale standen wir unter großem Druck, aber mit der Zeit haben wir immer mehr Selbstvertrauen bekommen, da wir wussten, dass wir schon schwere Spiele bewältigt hatten. Wir waren eine gut organisierte Mannschaft und wir wussten, dass wir immer für ein paar Tore gut waren.
Im Finale gegen Atlético Madrid war es sehr eng, ihr habt erst durch ein Tor von Diego Forlán vier Minuten vor Ende der Verlängerung verloren. Was sind deine Erinnerungen an diesen Tag und das Spiel?
Es war wirklich ein langer Tag – ich habe ihn in meinem Hotelzimmer verbracht und die Zeit verging so langsam. Wir hatten die richtige Einstellung und hatten keine Angst oder Unsicherheit. Leider war unser Gegner besser. Sergio Agüero und Diego Forlán waren die beiden Atlético-Stürmer – das sagt eine Menge über das Team. Sie waren sehr stark.
Wie hat sich die Europa League in den 13 Jahren seitdem verändert?
Ich denke, sie ist aufregender geworden – es sind bessere Mannschaften dabei, vor allem wenn man sieht, wie sie in ihren Ligen spielen. Der Wettbewerb ist jedes Jahr noch intensiver, und die Teams haben mehr Spieler mit großer Qualität. Ich denke, die Veränderungen sind offensichtlich.
Was würdest du Fans raten, wie sie ihre Freizeit in Budapest verbringen können?
Ich habe eine Menge Empfehlungen und es gibt viele Sehenswürdigkeiten. Wenn man auf den Heldenplatz geht, findet man sehr viel ungarische Geschichte. Und wenn man die Burg auf dem Berg Buda besucht, hat man eine herrliche Aussicht auf Budapest und lernt etwas über die Stadt. Dann gibt es die Donau mit ihren Brücken – es gibt so viele interessante Orte. Ich glaube, ein oder zwei Tage ist dafür nicht genug.
Offizielles Endspiel-Programm
Im offiziellen Programm zum Finale der Europa League 2023 zwischen Sevilla und Roma gibt es interessante Informationen zur Geschichte, der Kultur, taktische Analysen, tolle Bilder sowie Interviews mit Spielern und Trainern. Hol dir hier eine Ausgabe (auf Englisch)!