Rossis dritter Frühling lässt Fiorentina träumen
Montag, 21. Oktober 2013
Artikel-Zusammenfassung
Nach der schweren Verletzung von Mario Gomez schienen alle Träume der ACF Fiorentina schon früh geplatzt, doch dann sprang ein Spieler in die Bresche, den nach zwei Kreuzbandrissen niemand mehr auf der Rechnung hatte.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
Bedenkt man, dass sich Giuseppe Rossi in den letzten zwei Jahren drei größeren Operationen unterziehen musste und zudem 2010 seinen Vater Fernando verlor, wäre es durchaus verständlich, wenn der Stürmer des ACF Fiorentina die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt hätte.
Doch stattdessen wirkt der 26-Jährige derzeit wie aufgedreht und feierte sogar letzte Woche nach zweijähriger Abwesenheit sein Comeback in der italienischen Nationalmannschaft. Gekrönt wurde eine für ihn denkwürdige Woche am Sonntag, als ihm beim 4:2-Triumph gegen Meister und Erzrivale Juventus drei Tore in nicht einmal 15 Minuten gelangen. "Er hat zwei schwere Jahre hinter sich, durch familiäre und Verletzungssorgen", erklärte Fiorentinas Kapitän Manuel Pasqual nach Rossis Saisontoren sechs, sieben und acht. "So einen Tag hat er sich redlich verdient."
Mit 15 Punkten liegt das Team aus Florenz nach acht Spielen an sechster Stelle, in Schlagweite zumindest zum zweiten Platz, und auch in der UEFA Europa League läuft es trotz der langen Verletzung von Neuzugang Mario Gomez mit zwei Siegen nicht wirklich schlecht. Nun geht es in Gruppe E zweimal gegen die Rumänen von CS Pandurii Târgu Jiu. Rossi, der früher auch für Manchester United FC und Villarreal CF kickte, hat zwar nur eines der fünf Europapokaltore der Viola erzielt – am ersten Spieltag gegen den FC Paços de Ferreira – doch nun will er auch international nachlegen.
"Um ehrlich zu sein, hätten wir nicht geglaubt, dass er so schnell wieder in Topform kommen würde", erinnert sich Trainer Vincenzo Montella. "Sein Können steht außer Frage, aber ich glaube, dass er einen Großteil seiner Erfolge seiner mentalen Stärke verdankt, man kann ja gut erkennen, wie hart er für sein Team und seine Mannschaftskollegen arbeitet." Der in den USA geborene Stürmer verließ Villarreal im letzten Januar in Richtung Florenz, kam dort aber nur zu einem einzigen Einsatz am Saisonende, da er noch an den Folgen eines Kreuzbandrisses laborierte, den er sich im Oktober 2011 zugezogen hatte.
Montella gewährte Rossi am Sonntag einen rauschenden Abgang, indem er ihn wenige Minuten vor dem Schlusspfiff vom Platz nahm und ihm die stehenden Ovationen der Fans gönnte. "Was für ein Tag!", strahlte Rossi ein wenig später. "Wir haben eine Siegermannschaft. Wir spielen mit viel Herz und sind unglaublich motiviert. Wir haben großartige Spieler auf dem Platz und auf der Bank. Die Fiorentina kann es mit jedem aufnehmen."
Dabei hatten viele nach der Knieverletzung von Gomez im September damit gerechnet, dass die Fiorentina schnell den Anschluss an die oberen Tabellenregionen verlieren könnte, doch dank Rossi hat sich dies nicht bewahrheitet. "Wir sollten ihm nicht zu viel Druck auf die Schultern laden", bricht Rossi auch gleich eine Lanze für Gomez. "Er arbeitet hart an seinem Comeback, wir müssen ihm noch ein bisschen Zeit geben." Sollte Rossi sich weiter so treffsicher zeigen, muss Gomez in der Tat nichts übers Knie brechen.