Petković und Lazio: Wie die Faust aufs Auge
Donnerstag, 28. März 2013
Artikel-Zusammenfassung
Es kam etwas überraschend, als S.S. Lazio letzten Sommer Vladimir Petković als neuen Trainer vorstellte. Mit ein paar starken Sprüchen und vor allem guten Leistungen hat 49-Jährige aber die Fans auf seine Seite gebracht.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
Die Anhänger von S.S. Lazio sind es mittlerweile gewohnt, wenn aus der Vereinsführung hin und wieder markige Sprüche kommen. Angesprochen auf das neue Juventus-Stadion sagte zum Beispiel Präsident Claudio Lotito: "Es ist ganz nett", doch im Vergleich mit dem, was er in Rom geplant hat, wirke es "wie ein Ententeich". Dementsprechend schnell wurde klar, dass Vladimir Petković perfekt zum Verein passt, nachdem er sagte: "Ich habe meine Frau in der Schweiz gelassen, damit ich hier nicht abgelenkt werde."
Dabei war der in Bosnien geborene Trainer ein weitaus unbeschriebenes Blatt in der Serie A, als er im Sommer in Rom unterschrieb. Als Spieler hat er in seiner Karriere bei vielen Vereinen Station gemacht, seine Trainerlaufbahn führte ihn über AC Bellinzona unter anderem zu BSC Young Boys und Samsunspor.
Der 49-Jährige, der acht Sprachen spricht, hat dabei keine besonders großen Erfolge feiern können, wohl aber eine Menge Erfahrung gesammelt. Er weiß auch genau, welchen Fußball er bei Lazio spielen lassen möchte: "Unser Ziel ist es, den Gegner zu dominieren. Ich liebe es, Spiele zu gewinnen und mein Enthusiasmus kommt von Herzen", sagte er bei seiner ersten Pressekonferenz auf Italienisch.
Seine Mannschaft hat es schnell umgesetzt. Die Saison geht auf die Zielgeraden und Lazio steht im Endspiel des Coppa Italia (gegen den FC Internazionale Milano oder AS Roma), hat noch die Möglichkeit, sich mit einem dritten Platz in der Liga in die UEFA Champions League zu spielen und in der UEFA Europa League gilt man zu den Mitfavoriten auf den Titelgewinn. Vor dem Viertelfinale gegen Fenerbahçe SK am Dienstag ist Lazio im laufenden Wettbewerb ungeschlagen und holte acht Siege und vier Unentschieden (inklusive Play-offs).
Petković ist zuversichtlich, dass man diese Serie auch noch eine Weile am Leben halten kann, auch weil er Fenerbahçe ziemlich gut kennt. "Als Trainer von den Young Boys habe ich [in der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League 2010/11] gegen sie gespielt. Wir haben zuhause ein 2:2 geholt und in Istanbul mit 1:0 gewonnen", so Petković, der mit Samsunspor im Oktober 2011 zudem ein 0:0 im Şükrü Saracoğlu feiern konnte. "Die Fans unterstützen ihre Mannschaft dort 90 Minuten lang, aber sie sind auch fair. Nach dem Schlusspfiff haben sie uns applaudiert."
Vermeidet er mit Lazio dort erneut eine Niederlage, wären die Hauptstädter auf dem besten Wege, erstmals nach 2002/03 wieder ein Halbfinale im Europapokal zu erreichen. Petković verfügt über die beste Offensive des Wettbewerbs und wenn er am Ende mit den Italienern den Titel holt, wird er sich auch bestimmt gerne wieder ablenken lassen.