Großer Frust bei Rapid
Freitag, 1. Oktober 2010
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Trotz Führung verlor Rapid daheim gegen Beşiktaş noch mit 1:2. Die bittere Enttäuschung konnten die Wiener nicht verbergen. Die Türken hingegen zeigten sich durchwegs zufrieden.
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Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Beşiktaş JK in der zweiten Runde der UEFA Europa League gab es bei den Spielern des SK Rapid Wien keinen Grund zur Fröhlichkeit. "Das Ergebnis ist für uns sehr enttäuschend. Es war die Möglichkeit da, etwas mitzunehmen", meinte Trainer Peter Pacult nach dem Abpfiff.
Dabei sah es für Rapid lange Zeit gar nicht so schlecht aus. In der ersten Hälfte stand man defensiv gut, kurz nach dem Wiederanpfiff ließ man auch offensiv die Muskeln spielen. Daraus resultierte der herrliche Führungstreffer des türkisch-stämmigen Veli Kavlak – freuen konnte sich dieser aber nicht wirklich über seinen ersten Treffer in der UEFA Europa League: "Ich habe zwar ein Tor gemacht, aber wir stehen mit leeren Händen da, das ist also nur ein schwacher Trost."
Direkt danach drehten die Türken auf, das 1:1 folgte nur wenig später. Laut Pacult war dies die entscheidende Situation des Spiels: "Das erste Gegentor war der Knackpunkt, mit dem Ausgleichstor haben sie sofort wieder Luft bekommen." Auch sein Gegenüber Bernd Schuster hatte dazu ähnliche Ansichten. "Nach der Halbzeit sind wir etwas leichtsinnig gewesen. Das schnelle 1:1 war ganz wichtig", meinte der deutsche Erfolgstrainer.
Fehlende Routine machte sich im Spiel der Grün-Weißen bemerkbar, nach dem Ausgleich war der zweite Treffer der Gäste nur eine Frage der Zeit. "Nach dem 1:0 darf es nie zu so einer Situation kommen, wir sind viel zu hoch gestanden. Nach dem 1:1 war ein bisschen Chaos am Platz, da wollten wir alle nach vorne spielen. Ich verstehe es nicht, es steht 1:1 und wir agieren so naiv", so Rapid-Verteidiger Mario Sonnleitner im Anschluss.
Für Beşiktaş ist die Ausgangssituation nach dem Spiel natürlich exzellent. Zwei Spiele – sechs Punkte, die Zeichen stehen auf Aufstieg. "Wir sind noch nicht durch, ich denke aber schon, dass wir das machen werden, wir haben das Selbstbewusstsein und momentan spielen wir guten Fußball", meinte etwa der sichtlich zufriedene Fabian Ernst in den Katakomben des Wiener Ernst Happel Stadions.