De Rossi: Das Herz der Roma
Dienstag, 16. Februar 2010
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Der AS Roma ist inzwischen seit 20 Spielen ungeschlagen, das Eigengewächs Daniele De Rossi freut sich bereits auf die Zukunft mit dem neuen Trainer Claudio Ranieri.
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Claudio Ranieri übernahm im November unter schwierigen Umständen den Trainerposten beim AS Roma, doch 20 ungeschlagene Spiele später, davon zuletzt neun Siege in Serie, hat das Team plötzlich gute Chancen auf drei Titel, auch in der UEFA Europa League. Neben Ranieri ist ein weiterer echter Römer dafür verantwortlich: Daniele De Rossi. Dieser äußert sich gegenüber UEFA.com unter anderem über den neuen Trainer und den "neuen Batistuta".
Giacomo Losi war der erste "echte" Römer, der seine gesamte Karriere und zwischen 1955 und 1969 insgesamt 450 Spiele für die Giallorossi absolvierte, ehe Francesco Totti Anfang 2007 diese Schallmauer durchbrach. Viele sehen De Rossi als Nächsten in dieser Reihe. "Ich glaube, es ist schon wichtig, solche Spieler zu haben", so der italienische Nationalspieler. "Es kann aber auch sehr schwer sein, denn man identifiziert sich emotional sehr mit dem Verein, auch mit den Problemen. Aber es ist fantastisch, vor allem für die Fans."
"Es gibt ja nur noch wenige solcher Spieler, die ihre gesamte Karriere bei demselben Verein verbringen - Gerrard, Raúl, Totti, Del Piero – alle sind sie besondere Spieler, und das nicht nur, weil sie viele Titel gewonnen haben, sondern wegen ihrer Loyalität." In seinen 208 Spielen bislang belohnte sich De Rossi mit zwei Pokalsiegen, zudem wurde er mit der Roma zwischen 2004 und 2008 viermal Vizemeister. Vor den entscheidenden drei Monaten dieser Saison ist man wieder Zweiter in der Serie A, auch wenn es ein Kraftakt war, dorthin zu kommen. Anfang November war man 14., aus den 20 Spielen seitdem holte man 17 Siege, mit dem 4:1 gegen US Città di Palermo am Wochenende den neunten in Serie.
Mit Phrasen wie "es ist noch ein weiter Weg" und "wir müssen so weitermachen" bremst De Rossi die Erwartungen. Doch er muss auch zugeben, dass der Optimismus in Rom seit der Ankunft von Luca Toni, der Leihgabe des FC Bayern München, noch größer geworden ist. "Er ist der Spieler, der uns bislang gefehlt hat", so der 26-Jährige. "Wir haben tolle Stürmer in unserer Mannschaft - doch er ist ein echter Torjäger. Er erinnert mich an Batistuta."
"Wir haben viele Spieler aus Rom, die schon ewig Fans dieses Vereins sind - doch in dieser Saison haben wir erstmals auch einen römischen Trainer, und das begeistert die Fans noch mehr, wenn es gut läuft", so De Rossi. "Ranieri hat eine gewisse Härte. Wir sind eine sehr zielstrebige Mannschaft und haben inzwischen eine echte Siegermentalität; mit Ranieri können wir Großes erreichen."
Leichte Hoffnungen auf den Meistertitel existieren, in der Coppa Italia führt die Roma nach dem Halbfinal-Hinspiel gegen Udinese Calcio mit 2:0 und in der UEFA Europa League gastiert man am Donnerstag in Athen bei Panathinaikos. "Es wird eine schwierige Reise, denn dort herrscht eine sehr hitzige Atmosphäre", so De Rossi. "Sie haben eine gute Mannschaft mit viel Erfahrung."
Francesco Tottis goldener Herbst seiner Karriere ist der einzige Grund, warum De Rossi noch nicht Kapitän der Roma ist. Doch Capitan Futuro (Der zukünftige Kapitän) macht sich da keine Sorgen. "Ich habe deshalb keine schlaflosen Nächte. Wichtig ist, dass unsere Mannschaft funktioniert. Ob man selbst die Kapitänsbinde trägt oder nicht, ist zweitrangig."