Hofmann warnt vor Hapoel
Samstag, 17. Oktober 2009
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Im zweiten Teil des Interviews mit uefa.com spricht SK Rapid Wiens deutscher Kapitän Steffen Hofmann überwiegend über Rapids Chancen in der UEFA Europa League.
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SK Rapid Wien konnte in der UEFA Europa League mit einem Sieg gegen den Hamburger SV sowie einem Remis gegen Celtic FC für Überraschung sorgen. Nun wartet mit dem Auswärtsspiel gegen Hapoel Tel-Aviv FC die nächste schwierige Aufgabe auf die Hütteldorfer. Im Gespräch mit uefa.com analysierte Rapid-Kapitän Steffen Hofmann im Vorfeld der Partie den Gegner und erläuterte die aktuelle Topform des österreichischen Rekordmeisters.
uefa.com: Herr Hofmann, die starken Leistungen von Rapid werden auch international wahrgenommen. Erfüllt Sie das mit Stolz?
Steffen Hofmann: Der Ausdruck 'Stolz' ist zu hoch gegriffen. Natürlich bin ich zufrieden, wie es momentan läuft. Wir hatten starke Auftritte in der Europa League. Es freut mich, dass nun mehr Leute als normalerweise unsere Leistungen wahrnehmen.
uefa.com: Die österreichischen Vereine betreiben in der UEFA Europa League positive Image-Werbung für den heimischen Fußball.
Hofmann: Dieses Jahr ist das Beste, was Österreich passieren konnte. Rapid, Salzburg und Sturm Graz haben beachtliche Ergebnisse erreicht. Der österreichische Fußball ist mit Sicherheit nicht so schlecht, wie sein Ruf vermuten lässt. Ein Spiel vor schwacher Kulisse schaut automatisch schlechter aus. Hierzulande finden Spiele vor 6 000 Zuschauern statt. In Deutschland kommen sogar bei Zweitliga-Partien 20 000 ins Stadion. Da entsteht einfach ein anderer Eindruck.
uefa.com: Ihre Mannschaft strahlt auf dem Feld eine unglaubliche Selbstsicherheit aus. Ist das Selbstvertrauen der Schlüssel für die momentanen Erfolge?
Hofmann: Das Tor nach 16 Sekunden im Heimspiel gegen Aston Villa war der ausschlaggebende Moment. Da ist plötzlich ein Ruck durch die ganze Mannschaft gegangen. Danach sind wir auch ganz anders aufgetreten, sowohl in der Meisterschaft als auch in der Europa League.
uefa.com: Der entscheidende Unterschied im Vergleich zur letzten Saison ist also die Gewissheit, große Mannschaften schlagen zu können.
Hofmann: Diese Selbstsicherheit, die wir jetzt haben, hatten wir vor einem Jahr sicher nicht. Wir gehen mit einem Plan ins Spiel. Geht der nicht gleich auf, verliert keiner die Nerven. Wir hatten immer ein gewisses Selbstvertrauen. Nur haben wir uns auch oft schlechter gemacht, als wir eigentlich waren. Die Mannschaft hat Qualität. Natürlich werden wir in der Europa League nicht alle Spiele gewinnen. Wir können in Hamburg eine deftige Klatsche kassieren. Aber wir können in Hamburg auch gewinnen, wenn wir einen guten Tag erwischen.
uefa.com: Ist der nächste Gegner Hapoel Tel-Aviv in diesem Zusammenhang nicht eine undankbare Aufgabe? Immerhin spricht in der Öffentlichkeit jeder von einem Pflichtsieg.
Hofmann: Das ist ein typisch österreichisches Problem. Vor dem HSV-Spiel hat keiner an uns geglaubt. Jetzt haben wir aus zwei Spielen vier Punkte geholt und sollen plötzlich in Tel Aviv der große Favorit sein. So ist es natürlich nicht. Wir fahren dorthin, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Das Spiel wird mit Sicherheit sehr schwierig, wir werden Hapoel keinesfalls unterschätzen.
uefa.com: Die Mannschaft hat den Abgang von Stefan Maierhofer und Erwin Hoffer scheinbar ohne Qualitätsverlust wegstecken können.
Hofmann: Zuerst einmal ist es schade, dass beide Spieler weggegangen sind. Sie haben ihre Qualitäten und waren für uns sehr wichtig. Aber die Erfolge, die wir ohne die beiden gehabt haben, zeigen, dass wir die Abgänge gut verkraftet haben. Wir haben mit Nikica Jelavić einen Spieler, der unglaublich viel Potenzial hat. Dazu kommt Neuzugang Hamdi Salihi. Er ist ein anderer Stürmertyp als Maierhofer und Hoffer, ein eiskalter Vollstrecker vor dem Tor.
uefa.com: Trainer Peter Pacult wechselt in dieser Saison oft das Spielsystem. Fällt der Mannschaft die Umstellung schwierig?
Hofmann: Es geht fließend. Die Mannschaft hat damit überhaupt kein Problem. Der Großteil des Teams spielt schon sehr lange zusammen. Jeder weiß, was seine Aufgabe ist. Das ist das Entscheidende.
Den ersten Teil des Interviews lesen Sie hier.