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Landgraf nicht zu stoppen

Alemannia Aachens Rekordspieler, Willi Landgraf, ist eine Kultfigur.

Von Manfred Christoph

Der 36-jährige Willi Landgraf hat in seiner Karriere kein einziges Bundesliga-Spiel bestritten. Doch das tut seiner Beliebtheit beim TSV Alemannia Aachen keinen Abbruch.

Liebling der Fans
Der Kampfgeist des hart arbeitenden Rechtsverteidigers hat ihn in Aachen schon vor langer Zeit zu einer Kultfigur gemacht. Jedes Mal, wenn er den Platz betritt, schallen "Williiiii"-Rufe durchs Stadion. Und weil er es mittlerweile auf 482 Zweitligaspiele gebracht hat, steht sein Name auch in den Rekordbüchern.

Historische Leistung
In diesem Jahr feierte er sein Debüt im UEFA-Pokal, nachdem Aachen im letzten Jahr sensationell das deutsche Pokalfinale erreicht hatte. Vor ein paar Wochen sicherte sich Landgraf einen Platz in den Geschichtsbüchern, nachdem er Aachens Held aus den 1970ern, Jo Montanes, überflügelte und zum Rekordspieler der zweiten Bundesliga wurde.

Immer noch Hoffnung
Während die meisten seine Karriere dem Ende entgegen gehen sehen, träumt Landgraf immer noch von seinem Debüt in der Bundesliga. "Nun, ich bin immer noch jung und habe noch einige Möglichkeiten, um in der Bundesliga zu spielen", scherzte er gegenüber uefa.com.

Toller Start
Das im europäischen Fußball gänzlich unbekannte Aachen hatte mit dem 1:0-Sieg über die französische Mannschaft LOSC Lille Métropole einen tollen Start in die UEFA-Pokal-Gruppenphase. Im zweiten Spiel musste man dann eine 0:2-Niederlage bei Sevilla FC hinnehmen. Doch ein Heimsieg am Donnerstag gegen FC Zenit St. Peterburg würde einen großen Schub geben.

Vorteil zu Hause
"In so einer Gruppenphase musst du immer zusehen, dass du deine Heimspiele gewinnst, und wir haben gegen eine der besten Mannschaften der französischen Liga gespielt", erklärte Landgraf. "Ich denke, wir haben anständig gespielt und den Sieg verdient."

Großes Ereignis
Im Europapokal wechselt Aachen vom alten Tivoli-Stadion ins neue, 70 Kilometer entfernte RheinEnergieStadion in Köln. Und obwohl er in seiner langen Karriere schon fast alles erlebt hat, haben dieses fantastische Stadion und das faszinierende Ereignis eines Europapokalspiels doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

"Nichts zu verlieren"
"Man muss das alles ganz anders als die Ligaspiele angehen", meinte er. "Wir freuen uns auf solche Spiele und die Auftritte im UEFA-Pokal - man muss das einfach genießen. Wir haben nichts zu verlieren und können befreit aufspielen."

Enorme Veränderungen
Im Sommer musste sich Aachen vom Trainer und der halben Mannschaft, die es über den TSV 1860 München, den FC Bayern München und VfL Borussia Mönchengladbach bis ins Pokalfinale geschafft hatte, trennen. Doch bei der Alemannia ließ man sich davon nicht beeindrucken.

Schlagkräftige Mannschaft
"Das Gesicht der Mannschaft hat sich komplett verändert, aber hinten sind wir sogar stärker geworden", sagte Landgraf. "Es ist wichtig, dass man einen gewissen Kampfgeist an den Tag legt. Besonders gegen so erstklassige Mannschaften wie Lille. Sie haben wirklich einige hervorragende Spieler in ihren Reihen."

Bereits 19 Trainer
Landgraf kam 1999 vom FC Gütersloh nach Aachen. In seiner Karriere verschlug es ihn schon zu einer Reihe von verschiedenen Klubs, und insgesamt spielte er bereits unter 19 Trainern. Doch er hat in dieser Zeit noch niemals einen Berater benötigt, seine Verträge handelte er immer selber aus. "Ich denke, das war die richtige Entscheidung", erklärte er.

Geradlinige Arbeitsweise
Seine geradlinige Arbeitsweise spricht für eine Zukunft als Trainer, wenn auch wohl nicht in Aachen. "Die Jungs haben schon Angst vor der Zeit, wenn ich einmal ihr Trainer sein werde", so Landgraf. Wenn man den Einsatz und den Aufwand betrachtet, den er als Spieler betreibt, dann ist das kein Wunder.