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Hopp oder topp für Amica

KS Amica Wronki, der kleinste noch im Europapokal mitspielende Klub, könnte sich gegen AZ Alkmaar wieder einmal als Favoritenkiller erweisen.

Von Pawel Dimow & Maciej Iwanski

Nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Begegnungen der UEFA-Pokal-Gruppe F gegen Rangers FC und den Grazer AK benötigt Polens KS Amica Wronki gegen den AZ Alkmaar heute Abend unbedingt einen Sieg, will man sich noch Hoffnungen auf das Erreichen der nächsten Runde machen können.

"Nichts zu verlieren"
Amicas 25-jähriger Verteidiger Piotr Dziewicki erklärte gegenüber uefa.com: "Wir haben nichts zu verlieren, da wir fast schon alles verloren haben. Wir haben noch eine theoretische Chance und die versuchen wir zu nutzen. Wir werden alles geben, um unser Ziel zu erreichen."

Letzter Mohikaner
Nachdem Wisla Kraków und Legia Warszawa bereits in der ersten Runde gescheitert sind, ist Amica Polens letzter Mohikaner im Europapokal. 1992 gegründet, ist Amica der jüngste Klub im Wettbewerb und hat mit dem 32-jährigen Maciej Skorza auch den jüngsten Trainer aller Teams.

Kleiner Klub
Wronki, die Heimat des Klubs, weist gerade 12.000 Einwohner auf, das Amica-Stadion hat eine Kapazität von 5200 Plätzen und ist das kleinste aller UEFA-Pokal-Teilnehmer. All dies hat die Polen freilich nicht daran gehindert, nach Erfolgen gegen Ungarns Budapest Honvéd FC und Lettlands FK Ventspils erstmals in die Gruppenphase einzuziehen.

Küchen-Meister
Trotz seiner kurzen Geschichte ist Amica - das Polens größtem Hersteller von Küchen-Utensilien gehört - bereits ein alter Hase im UEFA-Pokal. In dieser Saison feiert der Klub aus Wronki seine fünfte Teilnahme, eine stolze Bilanz für einen Verein, der erst seit 1995 in der Ekstraklasa mitmischt.

Junge Truppe
Abgesehen vom 33-jährigen Verteidiger Pawel Skrzypek und den Stürmern Pawel Kryszalowicz, 30, sowie Jacek Dembinski, 34, besteht die Amica-Truppe ausschließlich aus talentierten Jungspunden. Kryszalowicz, einst bei Eintracht Frankfurt ein erfolgreicher Torjäger, ist der Liebling der Fans, nicht zuletzt, weil er in Polen noch nie für einen anderen Klub gespielt hat, die beiden Burkhardt-Brüder Marcin und Filip gelten als die größten Hoffnungsträger des Vereins.

Die Burkhardt-Brüder
Der 21-jährige Marcin trug schon neun Mal das polnische Nationaltrikot und brachte es dort auch schon auf einen Treffer, sein 17-jähriger Bruder Filip, der ebenfalls im Mittelfeld zu Hause ist, schoss für Amica in acht Auftritten in der Ekstraklasa bereits zwei Tore.

Skorzas Mannen
Trainer Skorza, der im Sommer Stefan Majewski ablöste, setzt verstärkt auf die jungen Spieler, die er im Klub schon als Jugend-Trainer betreut hat. So schafften unter ihm die Abwehrspieler Michal Stasiak (23), Dariusz Dudka, Dawid Kucharski und Grzegorz Wojtkowiak (alle 20), Mittelfeldspieler Marcin Kikut (21) und Stürmer Karol Gregorek (21) den Sprung in die Stammelf.

"Talentierte Jungs"
"Unsere Strategie, auf junge Spieler zu vertrauen, ist ein Schritt in die richtige Richtung", erklärte Vizepräsident Arkadiusz Kasprzak gegenüber uefa.com: "Das sind talentierte Jungs und wenn sie noch ein wenig mehr Erfahrung gesammelt haben, werden wir in Polen um den Titel mitspielen. Die Erfahrungen, die wir jetzt sammeln, werden uns im Frühling zugute kommen."

Ziele erreicht
Obwohl es im UEFA-Pokal nicht so gut aussieht, ist Kasprzak zufrieden: "Meiner Meinung nach haben wir in diesem Herbst unsere Ziele erreicht. Wir sind in der Liga an vierter Stelle. Was den UEFA-Pokal angeht, möchte ich über das Rangers-Spiel keine Worte verlieren, das 0:5 spricht für sich. Gegen Graz haben wir [beim 1:3] aber nicht schlecht gespielt."

Alkmaar im Visier
Jetzt heißt es für Amica Punkte sammeln, wenn man heute zuhause gegen Alkmaar und am 2. Dezember bei AJ Auxerre antritt. "Alkmaar ist eine großartige Mannschaft", sagte Kasprzak. "Wir waren von ihrem 4:1-Sieg gegen Feyenoord sehr beeindruckt. Wir wollen auch in Auxerre ein gutes Resultat holen, denn die spielen nicht so stark, wie wir es erwartet hätten."

Kleine Ziele
Die Europapokalsaison für den kleinsten Klub im Wettbewerb ist vielleicht schon bald vorbei, doch dem einen oder anderen Favoriten möchte man bis dahin noch ein Bein stellen.

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