Ekstraklasa-Boom: Polnische Klubs sorgen in der UEFA Conference League für Furore
Freitag, 16. Januar 2026
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Die UEFA Conference League hat mehr Vereinen denn je die Chance eröffnet, sich auf der europäischen Bühne zu zeigen – nirgends wird das so deutlich wie in Polen, wo die starken Auftritte der Klubs den nationalen Klubkoeffizienten nach oben getrieben haben.
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Seit der Einführung der UEFA Conference League zur Saison 2021/22 zählt Polen zweifellos zu den größten Gewinnern des Wettbewerbs. Lech Poznań gab 2022/23 mit dem Einzug ins Viertelfinale den Takt vor, ehe in der vergangenen Spielzeit mit Legia Warszawa und Jagiellonia Białystok gleich zwei weitere Klubs aus der Ekstraklasa ebenfalls das Viertelfinale erreichten. Krönung dieser Entwicklung war der Erfolg von Afimico Pululu: Der Angreifer von Jagiellonia beendete die Saison als bester Torschütze der Conference League – eine Premiere für einen Spieler eines polnischen Vereins in einem UEFA-Klubwettbewerb.
Auch in der laufenden Spielzeit ist Polen stark vertreten. Vier Teams gingen in der Ligaphase an den Start: Raków Częstochowa sicherte sich das Weiterkommen bereits vorzeitig, Jagiellonia und Lech Poznań machten ihre Qualifikation für die Play-offs der K.-o.-Phase am sechsten Spieltag perfekt. Lediglich Legia verpasste den Sprung in die nächste Runde – und das denkbar knapp, nur ein Punkt fehlte am Ende.
Gemeinsames Wachstum
Der Lohn für erfolgreiche Auftritte in den UEFA-Klubwettbewerben besteht längst nicht nur aus Titelträumen oder Preisgeldern. Ein weiterer, strategisch wichtiger Effekt ist der Zugewinn an Koeffizientenpunkten – und damit die Aussicht auf zusätzliche Startplätze auf europäischer Bühne.
Polen führt derzeit die Männer-Verbandswertung für die Saison 2025/26 an und hat damit beste Chancen auf einen der beiden sogenannten European Performance Spots. Diese gehen am Saisonende an die zwei Verbände mit der besten Gesamtleistung ihrer Klubs. Belohnt wird dies jeweils mit einem direkten Startplatz in der Ligaphase der UEFA Champions League 2026/27 für den nächstbestplatzierten Verein der heimischen Liga, sofern dieser nicht ohnehin bereits qualifiziert ist.
Europäische Träume
Dass polnische Klubs aktuell zu den Top zwei der Koeffizientenwertung gehören, mag für manche überraschend sein. Für Dariusz Mioduski, Eigentümer von Legia Warszawa, ist es jedoch ein Zeichen nachhaltiger Entwicklung. "Wir werden vielleicht nie zu den vier oder fünf besten Ligen Europas gehören, aber ich bin überzeugt, dass wir das Potenzial haben, unter die Top Ten zu kommen", sagt er.
Ein langfristiger Erfolg würde Polens Position in der UEFA-Zugangsregelung weiter verbessern. Diese basiert auf den Koeffizienten der vergangenen fünf Spielzeiten und legt fest, wie viele Klubs aus welchen Ländern direkt für die Ligaphasen der europäischen Wettbewerbe qualifiziert sind. "Ein Platz unter den Top Ten würde bedeuten, dass wir einen Vertreter ohne Qualifikation in der Champions-League-Ligaphase hätten", erklärt Mioduski. "Das sollte unser Ziel sein. Ich hoffe, dass wir das innerhalb von drei Jahren erreichen – und diese Position dann auch halten können."
Da mit Raków, Jagiellonia und Lech weiterhin drei polnische Teams im Rennen sind, ist in der Conference League für Polen noch alles möglich.