Aus deutscher Sicht: Das Team der Gruppenphase
Freitag, 11. Dezember 2015
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Bayern und Wolfsburg haben es ins Achtelfinale geschafft, enttäuscht haben aber auch Leverkusen und Gladbach nicht. Die deutsche UEFA.com-Redaktion krönt das Team der Gruppenphase aus Sicht der Bundesliga-Vertreter.
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Zwei Vertreter aus der Bundesliga stehen im Achtelfinale der Königsklasse, die anderen beiden scheiterten knapp. Dementsprechend viele Einzelspieler konnten im Verlauf der sechs Spieltage auf sich aufmerksam machen. Die deutsche UEFA.com-Redaktion krönt die Leistungsträger in unserer Topelf der Gruppenphase aus deutscher Sicht.
Tor: Manuel Neuer
Ob jetzt die sensationelle Parade gegen Arsenal am dritten Spieltag oder seine ständige Teilnahme am Aufbauspiel. Womöglich hat es in der Geschichte selten einen so wertvollen Torwart für den FC Bayern gegeben.
Rechtsverteidiger: Christian Träsch
Nach der Verletzung von Vieirinha hat der ehemalige (und bald aktuelle?) Nationalspieler seine Chance genutzt und sich wieder in den Fokus gespielt. Vielleicht ist es nur Zufall, aber Träsch fehlte lediglich am vierten Spieltag in Eindhoven - beim schlechtesten Auftritt der Wölfe in der Gruppenphase.
Innenverteidiger: Andreas Christensen
Bei Gladbachs Auftaktniederlage gegen Sevilla wurde er nicht berücksichtigt, doch seit der Ankunft von André Schubert ist der Däne eine feste Größe. Auf die Chelsea-Leihgabe war Verlass, als Stützen wie Stranzl, Jantschke und Domínguez nicht zur Verfügung standen.
Innenverteidiger: Jérôme Boateng
Für viele Experten ist der Abwehrchef der Bayern mittlerweile der beste Verteidiger der Welt. Aufgrund seiner Physis und Handlungsschnelligkeit war er in der Gruppenphase für jeden gegnerischen Stürmer ein unbequemer Gegenspieler. Seine Qualitäten im Aufbauspiel, vor allem die oft gefährlichen langen Bälle, machen ihn im System von Pep Guardiola zu einer vielseitigen Waffe.
Linksverteidiger: David Alaba
Herausragend war seine Leistung am vierten Spieltag beim 5:1-Sieg gegen Arsenal, als der Österreicher ein Traumtor erzielte und einen weiteren Treffer vorbereitete. Alaba ist der vielleicht spielstärkste Linksverteidiger der Königsklasse und schafft es immer wieder, sich überall auf dem Platz mit einzubringen, ohne seine eigentlichen Pflichten defensiv zu vernachlässigen.
Defensives Mittelfeld: Granit Xhaka
Furchtlos, aggressiv und risikoreich: Xhaka ist der große Leader im Team der Fohlen und scheint damit wie geschaffen für die Königsklasse. Wenn die Lichter auf großer Bühne angehen, ist der Schweizer mit 100 Prozent bei der Sache. Zwar schießt er auch mal über das Ziel hinaus, übernimmt aber stets Verantwortung und reißt die Mannschaft mit.
Defensives Mittelfeld: Josuha Guilavogui
In der Bundesliga nicht immer erste Wahl, dafür in der Champions League eine Bank. Der Franzose lieferte beim 2:0-Heimsieg gegen die PSV Eindhoven am dritten Spieltag eine seiner besten Leistungen im Wölfe-Trikot ab. Guilavogui ist mit einem guten Auge ausgestattet und ist sich als unermüdlicher Kämpfer auch nicht zu schade, spät im Spiel einen Lauf in die Tiefe zu starten.
Rechtsaußen: Thomas Müller
Auf dem Papier steht er bei uns als Rechtsaußen, aber ein Raumdeuter bringt sich natürlich auch von da überall auf dem Platz ein. Fünf Tore, zwei Vorlagen, ausnahmslos gute Kritiken und für viele mittlerweile der wichtigste Mann im Guardiola-System. Was stört da ein verschossener Elfmeter im letzten Gruppenspiel?
Linksaußen: Douglas Costa
Groß war die Freude bei den Bayern-Fans über die Rückkehr von Franck Ribéry in die Startelf am sechsten Spieltag. Dass sein Ausfall aus sportlicher Sicht aber kaum auffiel, lag an dem bärenstarken Douglas Costa. Seine Tempo-Dribblings machen den FC Bayern noch unberechenbarer.
Stürmer: Javier Hernandez
Fünf Tore konnte der Mexikaner während der Gruppenphase markieren und hat Stefan Kießling als Stürmer Nummer eins abgelöst. Trotz dieser guten Ausbeute war für den quirligen Neuzugang noch deutlich mehr drin. Wäre die Chancenverwertung von Chicharito noch einen Tick besser gewesen, müsste Leverkusen jetzt nicht in der UEFA Europa League weiterspielen.
Stürmer: Robert Lewandowski
Sieben Tore sprechen für sich, als erster Verteidiger des aggressiven Bayern-Pressings macht der Pole aber auch in der Bewegung gegen den Ball einen super Job. Nach der Verletzung von Mario Götze gab es weniger Verschnaufpausen für Lewandowski, seiner Leistung hat dies aber nicht geschadet - im Gegenteil.
Trainer: Dieter Hecking
Ohne die Leistung von Josep Guardiola schmälern zu wollen: Wolfsburg setzte sich in einer ausgeglichenen Gruppe als Sieger durch und blieb nur in Eindhoven unter den eigenen Möglichkeiten. Trotz der späten Abgänge von Kevin de Bruyne und Ivan Perišić hat die Offensive überzeugen können, auch weil Hecking es verstand, seinen Angriff an jedem Spieltag dem Gegner anzupassen.