Im Soll: Wie geht es für Wolfsburg weiter?
Dienstag, 15. September 2015
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Die Rückkehr in die Königsklasse ist geglückt: Wolfsburg nimmt nach dem Auftaktsieg gegen ZSKA mehr als nur drei Punkte und Selbstvertrauen mit, es gibt auch einige Erkenntnisse.
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Spätestens als der VfL Wolfsburg letztes Jahr in der UEFA Europa League eine Reihe höchst unterhaltsame Spiele ablieferte, war der Appetit auf Spiele in der Königsklasse wieder geweckt. Nach sechs Jahren Abwesenheit will man die UEFA Champions League in vollen Zügen auskosten.
Fünf Lehren aus dem 1:0-Sieg gegen ZSKA Moskau
1. Hauptsache 3 Punkte
Der VfL hat sich erfolgreich auf großer Bühne zurückgemeldet, von 0 auf 100 startet in der Königsklasse aber niemand durch. Wolfsburg ging die Partie selbstbewusst, aber auch besonnen an. Im weiteren Verlauf der Partie merkte man der Elf von Dieter Hecking auch keine Nervosität oder Orientierungslosigkeit an - die Marschroute stimmt.
2. Flexibilität im System
Dieter Hecking opferte mit Josuha Guilavogui einen Sechser, um stattdessen im 4-1-4-1 aufzulaufen. Dies funktionierte aufgrund der Umsichtigkeit von Luiz Gustavo auch unfallfrei, zudem konnten Max Kruse und Julian Draxler in der offensiven Zentrale mit ständigen Positionswechseln immer wieder Räume schaffen. Draxler zog es auch gerne auf rechts - die Freiheiten kamen ihm sehr zugute.
3. Noch nicht der Maßstab
Festzuhalten bleibt aber auch: ZSKA machte es den Wolfsburgern lange viel zu einfach. Die Russen suchten nur ganz selten den direkten Weg nach vorne und agierten stattdessen mutig, indem sie bei langsamem Spielaufbau drei - manchmal sogar vier - Spieler auf Höhe der Wolfsburger Abwehrkette positionierten.
Die Präzision ging dabei oft flöten - und Wolfsburg konnte im eigenen Stadion in leere Räume hineinkontern. Leichter als beim Heimspiel gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner wird es für die Niedersachsen wohl nicht mehr...
4. Formsuche eines Weltmeisters
Ein Element funktioniert sicherlich noch nicht so wie gewollt. Nach dem Abgang von Kevin de Bruyne wird vornehmlich André Schürrle als Fixpunkt für schnelle Gegenangriffe gesucht, dem Weltmeister mag aber bei weitem nicht alles gelingen. Er probiert viel, was fehlt ist der Aha-Effekt. Schürrle kann eine Waffe sein, aber so richtig viel Schaden richtet diese im Moment nicht an.
5. Direktes Spiel in die Spitze
Matchwinner Julian Draxler sprach nach dem Spiel von der Notwendigkeit, noch mehr Konsequenz in die Abschlüsse zu bekommen. Was er damit meint: Es gibt durchaus eine Menge viel versprechender Aktionen im Wolfsburger Spiel, doch aus einer guten Situation entsteht zu selten auch eine gute Chance.
Teilweise will man es zu kompliziert machen, daraus resultieren dann zu viele Ballberührungen und letzten Endes leidet das Tempo darunter. Gegen ZSKA hat es trotzdem zum Sieg gereicht, gegen PSV und Manchester United darf es dann aber gerne eine Steigerung in diesem Bereich sein.