Alex: Die Zeit von PSG ist gekommen
Freitag, 3. August 2012
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Während sein Ex-Klub Chelsea die UEFA Champions League gewann, musste sich Alex bei Paris Saint-Germain mit der französischen Vizemeisterschaft zufrieden geben, doch nun glaubt der Brasilianer an eine große Saison von PSG.
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Kaum einer wird es dem brasilianischen Innenverteidiger Alex verdenken, sollte er am Ende der letzten Saison reichlich frustriert über den Rasen gestapft sein. Denn während sein Ex-Klub Chelsea FC, den er erst im Januar für rund fünf Millionen Euro in Richtung Paris Saint-Germain FC verlassen hatte, sensationell die UEFA Champions League gewann, musste sich sein neuer Klub - ebenso sensationell - im Kampf um die Meisterschaft der Ligue 1 Außenseiter Montpellier Hérault SC geschlagen geben, obwohl PSG von seinen Besitzern aus Katar mit scheinbar unerschöpflichen Finanzreserven ausgestattet worden ist.
"Es war nicht einfach, einen Klub wie Chelsea zu verlassen, aber die Zeit für eine neue Herausforderung war einfach gekommen", erklärte Alex im Gespräch mit dem Champions Magazin. "Ich bin in nicht so oft drangekommen, wie ich es mir vorgestellt hatte und dann muss man halt eine Entscheidung treffen."
In Rio de Janeiro geboren, startete Alex seine Karriere im benachbarten Sao Paulo. Über CA Juventus und Santos FC, wo er neben Robinho, Elano Blumer und Diego spielte, kam er 2004 zu Chelsea, das ihn aber sofort an die PSV Eindhoven auslieh. Nicht zuletzt dank seiner fulminanten Freistöße holte sich der Klub aus Eindhoven drei Meisterschaften in der Eredivisie in Folge und zog zudem 2005 ins Halbfinale der UEFA Champions League ein.
Ab 2007 trug Alex dann das Chelsea-Trikot, doch als er unter dem neuen Trainer André Villas-Boas nur auf der Bank schmorte, erhielt er die Freigabe für PSG. Dort traf er dann auch auf seinen Landsmann Leonardo, der als Sportdirektor verpflichtet wurde und auf seinen Ex-Trainer bei Chelsea, Carlo Ancelotti.
Aber Alex hatte schon an der Stamford Bridge gelernt, dass Geld im Fußball nicht immer gleichbedeutend mit Erfolg ist. Das Unternehmen Qatar Sports Investments (QSI) investierte seit der Übernahme des Klubs 127 Millionen Euro in Transfers, doch der erste Meistertitel seit 1994 lässt weiter auf sich warten.
"Eine Mannschaft braucht mindestens zwei Jahre, um zusammenzuwachsen und um regelmäßig um Titel mitspielen zu können", sagt Alex heute. "Als ich zu PSG kam, war mir klar, dass wir nicht über Nacht alles gewinnen würden. Klar, dass die Medienberichterstattung über die neuen Besitzer riesige Erwartungen bei den Fans geweckt hat, aber den Spielern war immer klar, dass wir gerade erst dabei sind, die Fundamente für eine große Mannschaft zu legen."
Auch wenn Montpellier PSG den Titel vor der Nase wegschnappte, sicherte sich der Klub aus Paris wenigstens die direkte Teilnahme an der Gruppenphase der UEFA Champions League.
"Ich bin mir sicher, dass unsere Fans begeistert sind von der Vorstellung, dass wir in der kommenden Saison im weltbesten Klubwettbewerb mitspielen. Ich habe einige der schönsten Momente meiner Karriere in der Champions League erlebt, zum Beispiel als wir mit der PSV 2005 das Halbfinale erreichten und dort fast noch den AC Milan rausgeworfen hätten. Ich freue mich schon jetzt auf weitere denkwürdige Europapokalabende."
Alex weiß aber auch, dass QSI in dieser Saison Titel erwartet. "Sie haben PSG sich nicht gekauft und so viel Geld investiert, um immer nur Zweiter zu werden", sagte er. "Aber ich habe großes Vertrauen in dieses Projekt, wir haben hier die Chance, etwas ganz Besonderes aufzubauen."
Sportlich hat sich Alex in Paris längst etabliert, doch noch immer denkt er gerne an seine frühere Heimat zurück. "Paris ist eine wunderschöne Stadt, aber meine Familie vermisst London, weil wir fast fünf Jahre dort gelebt haben und all unsere Freunde noch jenseits des Kanals leben."
Die komplette Version dieser Geschichte finden Sie in Champions #54. Hier können Sie das englischsprachige Magazin abonnieren.