Madrid geht es gegen Lyon nicht um Revanche
Freitag, 17. Dezember 2010
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Iker Casillas stellt klar, dass es Real Madrid CF gegen Olympique Lyonnais nicht um Revanche für letzte Saison geht - doch genau das ist es, wovor die Franzosen wachsam sind.
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Man sagt, dass Rache süß ist, doch davon will Kapitän Iker Casillas von Real Madrid CF nichts wissen, nun da die Spanier zum zweiten Mal in Folge im Achtelfinale der UEFA Champions League auf Olympique Lyonnais treffen.
Nach einer 0:1-Niederlage in Lyon erreichte man im Frühjahr 2010 zu Hause nur ein 1:1, wodurch die Madrilenen die Segel streichen mussten. Die Auslosung am Freitag in Nyon ergab nun eigentlich die ideale Gelegenheit zur Revanche - am 22. Februar steigt das Hinspiel, erneut im Stade de Gerland.
"Natürlich freuen wir uns darauf, wieder gegen sie zu spielen, denn sie haben uns letzte Saison rausgeworfen, aber wir sehen das nicht als das große Revanche-Spiel an", sagte Torhüter Casillas. "Es ist eine wichtige Begegnung für uns, denn sie sind eine Hürde, die wir überwinden wollen, aber wir müssen Respekt vor einer Mannschaft haben, die vielleicht schwächer als wir aussieht, aber letztes Mal unseren Hoffnungen ein Ende gesetzt hat. Lyon ist eine sehr ernsthafte Gefahr."
Damals stand Real unter der Anleitung von Manuel Pellegrini, doch mittlerweile trägt José Mourinho die Verantwortung - jener Mann, der letzte Saison die 45-jährige Wartezeit des FC Internazionale Milano auf Europas höchste Trophäe im Klubfußball in Madrid beenden konnte. Der Portugiese hat sich scheinbar problemlos in Madrid eingelebt und in 23 Pflichtspielen bisher nur einmal verloren - das allerdings war dann gleich eine 0:5-Schlappe gegen Erzrivale FC Barcelona.
"Das ist nicht das gleiche Madrid wie letztes Jahr, vielleicht wollen sie Revanche nehmen für das, was damals passierte", so Lyons Präsident Jean-Michel Aulas. "Es wird schwer werden, sich für die nächste Runde zu qualifizieren, aber wir wollen uns so gut wie möglich vorbereiten - wir hoffen, eine gute Show abzuliefern. Sie werden stärker sein, aber auch Lyon wird stärker sein. Dass wir letztes Jahr Madrid geschlagen haben, hat unser Selbstvertrauen sehr gestärkt. Wir haben in diesem Verein immer noch viele Ambitionen und können uns gut daran erinnern, wie wir uns letzte Saison gefühlt haben, als wir bis ins Halbfinale vorgedrungen sind."
Aulas' Gedanken werden so auch von Lyons Spielern geteilt, Stürmer Bafétimbi Gomis etwa gibt zu, dass er die "Fähigkeiten" von Mourinho fürchtet. "Es wird ein ganz anderes Spiel werden - Real ist nicht mehr die gleiche Mannschaft." Torhüter Rémy Vercoutre ist ebenso vorsichtig. "Letztes Jahr waren sie bequem", fügte er hinzu. "Das haben sie noch nicht verwunden. Wir wissen, dass wir nicht die Favoriten sind."
Der technische Direktor der Königlichen, Emilio Butragueño, weiß, dass die Mannschaft aus der Ligue 1 nicht begeistert von diesem erneuten Aufeinandertreffen ist. "Vor der Auslosung sprach ich mit Repräsentanten von Lyon und sie sagten mir, dass sie nicht gegen uns kommen möchten", sagte er.
"Aber das haben sie auch letztes Jahr gesagt und uns dann rausgeworfen. Wir haben alle unsere Spiele dort bisher verloren, jetzt ist die Zeit gekommen, das geradezurücken. Mal abwarten, in welcher Form wir uns dann befinden, aber wenn wir alle in perfektem Zustand sind, haben wir große Hoffnungen, ins Viertelfinale einzuziehen."