Bordeaux will das Kunststück vollbringen
Samstag, 3. April 2010
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Es sieht auf den ersten Blick so aus, als ob der FC Girondins de Bordeaux in den Viertelfinalrückspielen die schwerste Aufgabe hätte - doch das sieht Arsenal FCs Trainer Arsène Wenger sicher anders.
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Allerdings muss Bordeaux am Mittwoch nach dem 1:3 im Hinspiel gegen Olympique Lyonnais, den Rivalen aus der Ligue 1, versuchen, die erste Mannschaft zu werden, die nach sechs Jahren wieder einen Zwei-Tore-Rückstand drehen kann. Arsenal hat auch nicht gerade eine kleine Aufgabe vor sich, wenn sie 24 Stunden zuvor gegen Titelverteidiger FC Barcelona ins Halbfinale einziehen wollen.
Die Gunners hatten nach dem 2:2-Unentschieden im Hinspiel teilweise noch Knoten in den Beinen, nachdem sie von Barcelonas Passmaschine vor allem in der ersten Halbzeit durcheinander gewirbelt wurden. Sogar Wenger musste zugeben, "absolut an die Wand gespielt" worden zu sein. Allerdings dürfen sie Hoffnung daraus schöpfen, einen Rückstand von zwei Treffern noch ausgeglichen zu haben, während Barcelona, das fünf Spiele in Folge im Camp Nou nicht gegen englische Gegner hat gewinnen können, auf die gesperrten Innenverteidiger Carles Puyol und Gerard Piqué verzichten muss. Wenger hat allerdings eigene Sorgen, denn Cesc Fàbregas, William Gallas und Andrey Arshavin fallen alle verletzt aus.
CSKA wird versuchen, die 0:1-Niederlage gegen den FC Internazionale Milano im anderen Dienstagsspiel noch umzubiegen, doch auch hier fehlen mit Miloš Krasić und Evgeni Aldonin zwei Stützen aufgrund von Sperren. "Ihr Fehlen ist ein schwerer Schlag für uns", gab Torhüter Igor Akinfeev zu, dessen Mannschaft die erste Elf aus Russland sein könnte, die seit dem FC Spartak Moskva im Jahr 1991 ins Halbfinale einzieht. Inter ist durch das Tor von Diego Milito in Mailand klarer Favorit und dürfte froh sein, dass Lucio und Thiago Motta nach ihren Sperren wieder zur Verfügung stehen – zwei Spieler, die in Inters Defensive wichtige Rollen spielen.
Die Statistik spricht für die Teams, die mit der Führung in die Rückspiele gehen: Nur einmal in den letzten drei Saisons – 2009/10 eingeschlossen – konnte eine Mannschaft nach einer Niederlage in einem Hinspiel der K.o.-Runde der UEFA Champions League noch in die nächste Runde einziehen. Auch Manchester United FC dürfte in Abwesenheit von Topstürmer Wayne Rooney nicht gerade eine leichte Aufgabe vor sich haben, will man das 1:2 aus dem Hinspiel gegen den FC Bayern München noch drehen.
Bayern dagegen kann voller Selbstvertrauen versuchen, erstmals seit 2001 wieder ins Halbfinale einzuziehen. Bastian Schweinsteiger steht nach abgelaufener Sperre wieder zur Verfügung, Arjen Robben könnte vielleicht auch mit von der Partie sein und in der Bundesliga steht man wieder auf Platz eins, nachdem man den FC Schalke 04 am Wochenende besiegen konnte. Am Mittwoch geht es ins Old Trafford, wo man in drei Spielen bisher noch nie eine Niederlage erlitten hat. "Wir können auch in Manchester bestehen, da wir auch auswärts immer für ein Tor gut sind", sagte Trainer Louis van Gaal.
Lyon dagegen hat sicherlich die beste Ausgangslage im rein französischen Viertelfinale gegen Bordeaux. Doch die Männer von Laurent Blanc haben im Europapokal diese Saison alle Heimspiele gewonnen und können außerdem aufatmen: Lisandro, der zweifache Torschütze des Hinspiels, fehlt ebenso gesperrt wie Sidney Govou, während Alou Diarra in den Kader von Les Marine zurückkehrt. Auch die Statistik hält Hoffnung für Bordeaux parat: Die letzte Mannschaft, die einen Zwei-Tore-Rückstand noch umwandelte, kam ebenfalls aus Frankreich. In der Saison 2003/04 gelang dem AS Monaco FC dieses Kunststück gegen Real Madrid CF – ebenfalls im Viertelfinale. Lyons Coach Claude Puel weiß also, dass noch nichts entschieden ist. "Das Rückspiel ist offen. Ich weiß, wie gut sie sind."