López Caro soll Real Beine machen
Montag, 5. Dezember 2005
Artikel-Zusammenfassung
Für Juan Ramón López Caro ist mit dem Trainerposten bei Real Madrid "ein Traum in Erfüllung gegangen", für Vanderlei Luxemburgo dagegen endete ein Alptraum.
Artikel-Aufbau
Juan Ramón López Caro, der als Interimscoach Nachfolger des gefeuerten Vanderlei Luxemburgo ist, ist bereits der sechste Trainer in nur fünf Jahren bei Real Madrid CF.
Überraschende Ernennung
López Caro, der seit 2001 die B-Mannschaft Reals, Real Madrid Castilla, trainiert, steht mit einem Schlag im Rampenlicht der Medien, seit er überraschend zum Nachfolger von Luxemburgo ernannt wurde. Die Nachricht seiner Beförderung erreichte López Caro beim Spiel seiner Mannschaft gegen Gimnàstic de Tarragona (1:0).
"Traum wurde wahr"
Wenig Erfahrung
Der 42-Jährige hat sich in Madrid einen guten Namen gemacht, seit er die B-Mannschaft Reals zurück in die zweite Liga geführt hat. Zuvor saß er bei RCD Mallorca auf der Trainerbank und schied mit dem Klub im Jahre 2000 in der ersten Runde des UEFA Intertoto Cups aus, seine bislang einzige Erfahrung im Europapokal.
Debüt in Piräus
López Caro ist damit der jüngste Name einer langen Liste von Trainern, die in Madrid ins kalte Wasser geworfen wurden, die meisten von ihnen sind denn auch prompt gescheitert. Sein erstes Spiel auf der Trainerbank wird der neue Coach am Mittwoch in der UEFA Champions League bei Olympiacos CFP in Piräus bestreiten.
Pérez als Trainerkiller
Im Juni 2000 übernahm der Geschäftsmann Florentino Pérez das Amt als Präsident bei den Königlichen, damals saß noch Vicente Del Bosque auf der Trainerbank. Unter dem ehemaligen Real-Spieler gewann die Mannschaft zwei Meisterschaften und die Champions League. Da Del Bosque angeblich über zu wenig Charisma verfügte, wurde er trotz seiner Erfolge von Pérez völlig überraschend entlassen, sein Nachfolger wurde der Portugiese Carlos Queiroz.
Irrtum Queiroz
Queiroz, der zuvor nur als Assistent von Sir Alex Ferguson bei Manchester United FC aufgefallen war, erwies sich jedoch als Fehlbesetzung und scheiterte mit Real in allen Wettbewerben vorzeitig. Ihm folgte der ehemalige spanische Nationaltrainer José Antonio Camacho, der allerdings nach nur drei Monaten, entnervt von der Leidenschaftslosigkeit der Stars, das Handtuch warf.
Reserve-Trainer
Durch diesen unerwarteten Rücktritt kam dem damaligen Assistenztrainer Mariano García Remón mit einem Mal die Aufgabe zu, die Profis zu trainieren. Remón zeigte keinen Respekt vor den Superstars in seiner Mannschaft und setzte kurzerhand einige der bekanntesten Namen des Weltfußballs auf die Bank. Als jedoch der Erfolg ausblieb, wurde auch er in die Wüste geschickt.
Luxemburgo als Retter
In dieser turbulenten Zeit schien der ehemalige brasilianische Nationaltrainer Luxemburgo der richtige Mann am richtigen Fleck. Im Dezember 2004 übernahm er seinen schwierigen Job und führte eine völlig verunsicherte Truppe durch eine furiose Aufholjagd noch zur spanischen Vizemeisterschaft. Doch vor Beginn dieser Saison war klar, dass der Brasilianer zumindest den Titel in der Primera División würde gewinnen müssen, um die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen.
Turbulente Tage
Doch nach nur 339 Tagen im Amt ist klar, dass Luxemburgo nicht der Trainer sein wird, unter dem Real den ersten Titel seit 2002/03 holen möchte. Das magere 1:0 gegen Getafe CF am Samstag sollte sein letztes Spiel im Santiago Bernabéu sein.
Druck der Fans
"Es war keine leichte Entscheidung, aber der Vorstand war der Meinung, dass wir einen Punkt erreicht haben, an dem ein Wechsel unumgänglich war", sagte Sportdirektor Emilio Butragueño. "Die Mannschaft hat unsere Erwartungen nicht erfüllt und das hat uns und die Fans sehr enttäuscht. Das war auch der Hauptgrund für unsere einstimmige Entscheidung."