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Großer Moment für Nordirland dank Unterstützung der UEFA

Mit dem UEFA-Superpokal findet erstmals ein bedeutendes europäisches Klubwettbewerbsspiel in Nordirland statt. Das hiesige Nationalstadion wurde jüngst renoviert und erscheint seitdem in neuem Glanz.

UEFA via Getty Images

Wenn die Spielführer von Chelsea und Villareal, César Azpilicueta bzw. Raúl Albiol, am Mittwochabend ihre Mannschaften anlässlich des UEFA-Superpokals in Belfast auf den Platz führen, bedeutet dies nicht nur der Startschuss zur neuen europäischen Klubwettbewerbssaison, sondern es stellt auch die Premiere des ersten großen UEFA-Klubwettbewerbsspiels in Nordirland dar.

Das 1905 eingeweihte Windsor-Park-Nationalstadion wird Schauplatz des Saisonauftaktspiels zwischen Chelsea und Villareal, den Gewinnern der UEFA Champions League bzw. der UEFA Europa League der letzten Spielzeit.

„Die UEFA hat sich vor einigen Jahren dazu entschlossen, den Superpokal an unterschiedlichen Spielstätten in ganz Europa auszurichten. Nun erhält auch Nordirland die Chance , Gastgeber eines internationalen Fußballereignisses zu sein“, erklärte UEFA-Präsident Aleksander Čeferin.

„Im Windsor Park, Heimstätte des FC Linfield und der nordirischen Nationalmannschaft, haben schon unzählige denkwürdige Spiele stattgefunden. Der Nordirische Fußballverband ist ein loyales und engagiertes Mitglied der UEFA, und wir sind davon überzeugt, dass der Verband der Herausforderung, ein so bedeutendes Spiel auszurichten, gewachsen ist.“

Bisherige Ausrichter des UEFA-Superpokals (Format mit einzigem K.-o.-Spiel)

2020: Puskás Aréna, Budapest
2019: Beşiktaş-Stadion, Istanbul
2018: Lilleküla-Stadion, Tallinn
2017: Nationalstadion Philip II von Mazedonien, Skopje
2016: Lerkendal-Stadion, Trondheim
2015: Boris Paitschadse Dinamo Arena, Tiflis
2014: Cardiff City Stadium, Cardiff
2013: Eden Aréna, Prag
1998–2012: Stade Louis II, Monaco

Das renovierte Stadion ist bereit für das erste Saison-Highlight

Windsor Park wurde mit finanzieller Unterstützung aus dem UEFA-HatTrick-Programm renoviert.
Windsor Park wurde mit finanzieller Unterstützung aus dem UEFA-HatTrick-Programm renoviert.UEFA via Getty Images

Windsor Park wurde nach dem gleichnamigen Viertel im Süden Belfasts benannt, wo sich das Stadion befindet. 2014 begannen Renovierungsarbeiten im Umfang von GBP 38 Mio., zu denen das UEFA-HatTrick-Entwicklungsprogramm, durch das Einnahmen der EM-Endrunden in die Fußballentwicklung in ganz Europa fließen, beitrug.

An der Ostseite des Stadions wurden drei neue Tribünen errichtet; auch der neue Sitz des Nordirischen Fußballverbands (IFA) wurde hierhin verlegt. Das renovierte Stadion wurde anlässlich des WM-Qualifikationsspiels gegen San Marino am 8. Oktober 2016 offiziell eröffnet, als die nordirische Nationalmannschaft auf heimischen Terrain einen 4:0-Sieg feierte. Ohne Einschränkungen hat das Stadion eine Kapazität von mehr als 18 000 Personen.

„Windsor Park ist mein Wembley“, erklärte Linfield-Cheftrainer David Healy, der im Zeitraum von 2000 bis 2013 insgesamt 95 Mal für die nordirische Nationalelf auflief und dabei 36 Tore erzielte. In diesem Stadion avancierte der ehemalige Stürmer mit seinen Siegtreffern gegen die Fußballgrößen England 2005 und Spanien 2006 zum Nationalhelden.

„Für mich ist dieser Platz einzigartig“, so Healy, der seit seinem Amtstantritt als Trainer des FC Linfield 2015 vier nordirische Meisterschaftstitel gewann, zweimal davon als Double mit dem Pokal. „Mein Traum war es immer, im Windsor Park und nicht im Wembley-Stadion zu spielen.“

Mittel aus dem HatTrick-Programm ebnen den Weg für junge Talente

David Healy jubelt 2006 nach seinem Treffer gegen Spanien.
David Healy jubelt 2006 nach seinem Treffer gegen Spanien.

Dank der Unterstützung aus dem HatTrick-Programm kann der talentierte Nachwuchs aus Nordirland von Erfolgen träumen, wie sie Healy mit der Nationalmannschaft feiern durfte.

Die neue Elitejuniorenakademie – ein gemeinsames Projekt der IFA und der UEFA – ist zwölf Kilometer von Belfast entfernt und bietet jungen Spielern aus sportlicher, akademischer und persönlicher Sicht ein optimales Umfeld zur Weiterentwicklung.

Bei der Vorbereitung auf den Wechsel vom Junioren- zum Profifußball ist es das Ziel der Akademie, erstklassige Fußballer auszubilden, weitere Talente zu sichten und diese Gruppe zu begleiten, damit das Nationalteam die bestmöglichen Chancen erhält, sich für große Endrunden zu qualifizieren.

Das Vorhaben ist Teil des UEFA-Elitejunioren-Akademieprogramms, in dessen Rahmen aktuell Nordirland, Finnland und Israel gezielt unterstützt werden. Die IFA erhält jährlich mehr als EUR 200 000, um einen Teil der laufenden Kosten ihrer Akademie zu decken.

Das UEFA-Elitejunioren-Akademieprogramm

Das HatTrick-Programm – eine wertvolle Unterstützung für Nationalverbände

Als nicht gewinnorientierte Organisation verfolgt die UEFA das Ziel, so viel wie möglich der Einnahmen aus Klub- und Nationalmannschaftswettbewerben in die Entwicklung des Fußballs zu investieren.

Seit 2004 speist sich das Budget des HatTrick-Programms, das jedes Jahr durchschnittlich EUR 195 Mio. für die 55 UEFA-Mitgliedsverbände vorsieht, aus der Fußball-Europameisterschaft. Mit diesem Geld wird eine breite Palette an Fußballentwicklungsaktivitäten finanziert, darunter die Verbesserung der Infrastruktur, die Förderung des Frauenfußballs, die Einführung von Projekten im Bereich soziale Verantwortung sowie die Durchführung von Trainer- und Schiedsrichterkursen.

Bis 2024 werden über das Programm insgesamt EUR 2,6 Mrd. in Projekte in ganz Europa geflossen sein; es handelt sich damit um eine der umfangreichsten Entwicklungsinitiativen im Sport.

Der Nutzen des Programms für das langfristige Wohlergehen des europäischen Fußballs ist selten so deutlich zu Tage getreten wie in den letzten beiden Spielzeiten, als Vereine, Ligen und Verbände mit Einnahmeverlusten aufgrund von Spielabsagen und verminderten Ticketverkäufen zu kämpfen hatten. Nachdem die UEFA den Verbänden im April 2020 die Einhaltung ihrer Verpflichtungen im Zuge des HatTrick-Programms für die nächsten vier Jahre in Höhe von EUR 775,5 Mio. von 2020 bis 2024) zugesichert hatte, gab sie davon EUR 236,5 Mio. für den Schutz des Fußballs auf nationaler Ebene und zur Bewältigung der Pandemiefolgen frei.