Fußball für alle: Entwicklung des Breitenfußballs in Dänemark, England und Frankreich
Dienstag, 29. September 2026
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In ganz Europa suchen Nationalverbände neue Wege, um den Fußball auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden abzustimmen. Nur so kann er für verschiedene Altersstufen und Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zugänglicher und attraktiver werden.
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In Dänemark und England werden mehr Möglichkeiten im Fußball für junge Menschen mit Behinderung geschaffen, während infolge der wachsenden Beliebtheit des Gehfußballs in Frankreich mittlerweile ganz neue Zielgruppen erreicht werden, die bisher noch nie mit dem Sport zu tun hatten.
Im Rahmen der UEFA-Breitenfußball-Woche wird diese Arbeit gewürdigt und gezeigt, wie Nationalverbände sicherstellen, dass alle im Fußball die gleichen Möglichkeiten haben. Diese Beispiele zeigen, wie die Abstimmung fußballerischer Aktivitäten auf die Bedürfnisse von Spielerinnen und Spielern dazu beitragen kann, dass mehr Menschen ihren Platz im Fußball finden und diesem auch erhalten bleiben.
Dänemark: Fußball für alle Kinder
Das richtige Umfeld kann dazu beitragen, dass sich Kinder wohl fühlen, aktiv werden und Spaß daran haben, Teil eines Teams zu sein. Dieser Ansatz steht im Zentrum eines nationalen Behindertenfußballprojekt des Dänischen Fußballverbands (DBU), seiner Regionalverbände und von Parasport Dänemark.
Seit dem Auftakt des Projekts 2023 werden Kinder und Jugendliche mit Behinderung, darunter beispielsweise Autismus, ADHS, kognitive Beeinträchtigungen und Zerebralparese, unterstützt.
Mittlerweile bieten 57 Breitenfußballvereine in einem landesweiten Netzwerk Fußballaktivitäten für über 900 behinderte Kinder und Jugendliche an. Jeder Verein erhält spezifische Trainerausbildungen und praktische Unterlagen, während lokale Berater/-innen bei der Schaffung von Beziehungen mit den Gemeinden, Sonderschulen und anderen lokalen Partnern unterstützen.
Dank dieses vernetzten Ansatzes werden die Vereine bei der Lösung von Problemen nicht allein gelassen – zudem wird der Behindertenfußball in den Vereinen und in der Bevölkerung vor Ort verankert.
„Es geht nicht mehr darum, dass sich Kinder mit Behinderung an den Fußball anpassen müssen. Wir haben stattdessen den Fußball verändert, damit er für jedes Kind ein passendes Angebot bietet.“
England: Ein Ort zum Spielen
In ganz England bietet „Comets“ jungen Spielerinnen und Spielern mit Behinderung positive erste Fußballerfahrungen in einem Umfeld, das auf Spaß und ein Gefühl von Zugehörigkeit ausgerichtet ist.
Im Rahmen des Programms des Englischen Fußballverbands (FA) können die Aktivitäten an jedes Kind angepasst werden, damit die Teilnehmenden in ihrem eigenen Tempo Spaß am Fußball entwickeln.
Während der Saison 2025/26 wurden 12 670 Trainingseinheiten durchgeführt. Der englische Verband hat in diesem Zusammenhang an 240 Schulen Kurse angeboten, damit mehr Kinder mit Behinderung die Gelegenheit erhalten, Fußball in einer vertrauten und barrierefreien Umgebung auszuprobieren.
Es geht nicht nur darum, den Kindern ein einmaliges Erlebnis zu bieten. Durch die Verbindung eines schulischen mit einem lokalen Angebot trägt die FA dazu bei, Kindern, die Spaß am Fußball gefunden haben, den Weg zu regulären Breitenfußballaktivitäten zu ebnen.
Coaches und Ehrenamtliche können die Trainingseinheiten je nach Fähigkeiten und Bedürfnissen anpassen – in der letzten Saison wurden 750 Helfer/-innen geschult, um das Programm entsprechend umzusetzen.
In der nächsten Phase geht es darum, mehr Möglichkeiten in Schulen und Breitenfußballvereinen zu schaffen; gleichzeitig sollen die Verbindungen zwischen diesen Einrichtungen gestärkt werden, um Wege hin zu einer langfristigen Teilnahme zu schaffen.
„Wir sind davon überzeugt, dass alle Zugang zum Fußball haben sollten. Dieses innovative Programm bietet jungen Menschen mit Behinderung die erste Gelegenheit, am Fußball teilzunehmen.“
Frankreich: Wachsende Bedeutung des Gehfußballs
In ganz Frankreich bietet Gehfußball Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft eine unkonventionelle Möglichkeit, Fußball zu spielen. Dabei stehen der Zugang für alle, das Knüpfen von Kontakten und das persönliche Wohlbefinden im Vordergrund.
In der vergangenen Saison hat der Französische Fußballverband (FFF) Gehfußball im Rahmen seiner umfassenderen Bemühungen, mehr fußballerische Angebote für neue Zielgruppen zu schaffen, weiter ausgebaut. Mittlerweile bieten 167 Vereine das Format an und tragen dazu bei, ein stetig wachsendes nationales Netzwerk zu schaffen.
Im Laufe der Saison nahmen über 80 Teams an regionalen Veranstaltungen teil. Für die Endspiele des nationalen „Challenge- und Freizeitfestivals“ im französischen Trainingszentrum in Clairefontaine wurden mehr als 300 Teilnehmende erwartet.
Die FFF hat außerdem praktische Leitlinien für ihr Netzwerk entwickelt sowie Schulungen und Sensibilisierungsveranstaltungen für Coaches, Ehrenamtliche und lokale Führungspersönlichkeiten durchgeführt. Zudem wurden regionale Ligen, Bezirke und Vereine finanziell unterstützt, um neue Aktivitäten zu schaffen und bestehende zu stärken.
Diese drei Beispiele aus Dänemark, England und Frankreich zeigen, wie der Fußball mehr Menschen erreichen kann, wenn er an diejenigen angepasst wird, die Fußball spielen möchten.
Dieses Prinzip steht auch im Zentrum der UEFA-Breitenfußball-Woche. Vor diesem Hintergrund sollen mehr Menschen die Möglichkeit erhalten, am Fußball teilzunehmen, Spaß daran zu haben und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln.
Europäische Woche des Sports
Während der europäischen Woche des Sports (23.-30. September) findet die UEFA-Breitenfußball-Woche statt, bei der Millionen von Teilnehmenden anhand Tausender Aktivitäten zusammenkommen und Menschen dazu ermuntert werden, körperliche Betätigung zu einem Bestandteil ihres Alltags zu machen.
In diesem Jahr wird im Rahmen der Kampagne #BeActive betont, dass Sport und körperliche Betätigung allen offen stehen sollten, unabhängig von Alter, Herkunft und Fähigkeiten.