Einblicke in Praktikumsmöglichkeiten bei der UEFA: Drei Erfahrungsberichte, eine gemeinsame Kultur
Donnerstag, 25. Juni 2026
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Was bedeutet es wirklich, wenn man seine Karriere bei der UEFA beginnt? Um das herauszufinden, haben wir drei unserer Praktikant/-innen befragt. Nina, Matteo und Emiliana berichten, wie es sich anfühlt, im Zentrum des europäischen Fußballs zu arbeiten, und was sie dabei erlebt haben.
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Viele Studierende und Hochschulabsolvent/-innen sehen die UEFA als eine Organisation, die für große Endspiele, legendäre Fußballabende und Elitefußball steht. Aber hinter dem Glamour steht ein Arbeitgeber, der interessante Projekte, Zusammenarbeit und Weiterbildung bietet.
Um zu herauszufinden, was am UEFA-Sitz in Nyon hinter den Kulissen passiert, haben wir uns mit drei Praktikant/-innen unterhalten, die dort arbeiten: Nina (Mobilität), Matteo (Strategische Entwicklung Nationalverbände) und Emiliana (Klublizenzierung).
Verschiedene Werdegänge – ein Ziel
Für Nina fühlt es sich fast irreal an, beim europäischen Fußballdachverband zu arbeiten.
„Ich bin in Nyon aufgewachsen und ganz in der Nähe zur Schule gegangen“, so die Praktikantin. „Ich kam ständig an den Gebäuden vorbei, und jetzt tatsächlich darin zu arbeiten und dazuzugehören, ist etwas ganz Besonderes.“
Sie hat Erfahrung in den Bereichen Wirtschaft, Datenanalyse und Finanzen und wollte ihre Fähigkeiten in einem realen Umfeld anwenden. Das ausgeschriebene Praktikum im Bereich Mobilität hat sie sofort angesprochen. Die Abteilung steht in Kontakt mit den Ausrichterländern und Austragungsstädten der Klub- und Nationalmannschaftswettbewerbe und kommuniziert die Anforderungen, technischen Richtlinien und Empfehlungen der UEFA, um zu gewährleisten, dass Mobilität, Transport und Zugang zum Stadion rund um die Veranstaltungen reibungslos funktionieren, und um sicherzustellen, dass Zuschauer/-innen und Fans in großer Zahl und unter den bestmöglichen Bedingungen zu UEFA-Veranstaltungen reisen können.
„Wirklich bei der UEFA zu arbeiten und Teil der Organisation zu sein, ist etwas ganz Besonderes.“
Matteo hat Wirtschaftswissenschaften sowie Unternehmensentwicklung studiert und bereits in mehreren Ländern gelebt – in Deutschland, Großbritannien, Russland, Italien und schließlich in der Schweiz. Dann stellte er fest, dass ihm das internationale Umfeld, an das er sich gewöhnt hatte, fehlt.
„Bei der UEFA zu arbeiten, ist zwar nicht der übliche Karriereweg für einen Wirtschaftsabsolventen, aber durch meinen früheren Einsatz als Volunteer bei der UEFA und meine Leidenschaft für den Sport war es für mich der richtige. Ich bin froh, dass ich mich so entschieden habe.“
Dann stieß er auf das Praktikum im Bereich Strategische Entwicklung Nationalverbände. Diese Abteilung bietet auf Anfrage maßgeschneiderte Beratung an, um die Verbände dabei zu unterstützen, ihr volles Potenzial ausschöpfen. Er kannte die UEFA bereits durch seinen Einsatz als Volunteer bei Veranstaltungen und bewarb sich für ein Praktikum.
„Als der Anruf kam, war ich gerade beim Skifahren“, erzählt er. „Ich war völlig außer Atem – von der letzten Abfahrt und vor Aufregung.“
Für Emiliana war Fußball schon immer mehr als nur ein Sport. Sie ist in verschiedenen Ländern und Kulturen aufgewachsen und auf dem Fußballplatz fühlte sie sich zu Hause.
„Dort habe ich gelernt, zusammenzuarbeiten, mich anzupassen, empathisch zu sein und gut zu kommunizieren.“, erklärt sie. „Dort fühlte ich mich immer wohl.“
Aufgrund ihres Hintergrunds in Betriebswirtschaft und Marketing sowie ihrer früheren Tätigkeit beim Internationalen Olympischen Komitee reizte Emiliana das Praktikum im Klublizenzierungsteam besonders wegen dessen starker Ausrichtung auf betriebswirtschaftliche und kommerzielle Aspekte. Sie bekam die Gelegenheit, an neuen Projekten und in neuen Bereichen wie E-Sport und Lizenzierung mitzuarbeiten.
Erwartungen versus Realität
Alle drei kamen mit bestimmten Erwartungen zur UEFA und alle drei wurden positiv überrascht.
Nina war davon ausgegangen, dass sich ihre Arbeit im Bereich Mobilität auf einen spezifischen Wettbewerb konzentrieren würde.
„Ich dachte, ich würde vor allem auf die UEFA EURO 2028 hinarbeiten“, erklärt sie. „Aber mir wurde schnell klar, dass es auch um Klubwettbewerbe, Endspiele und den UEFA-Superpokal gehen würde. Das war wirklich eine schöne Überraschung.“
Auch von der Arbeitsatmosphäre war sie überrascht.
„Ich hatte mir vorgestellt, dass es ziemlich formell zugehen würde, aber es ist sehr entspannt und freundlich. Die Leute nehmen ihre Arbeit ernst und sind sehr offen.“
Matteo war überrascht, als er merkte, welch großen Einfluss die UEFA als Dachverband hat.
„Von außen versteht man nicht wirklich, welchen Mehrwert die UEFA den Nationalverbänden bringt“, erklärt er. „Sie alle haben unterschiedliche Bedürfnisse, unterschiedliche Rahmenbedingungen, und plötzlich kann man dazu beitragen, sie zu unterstützen. Man realisiert, welchen Einfluss man tatsächlich hat.“
Emilianas Erwartungen wurden größtenteils erfüllt und in einem entscheidenden Punkt sogar übertroffen: beim Vertrauen.
„Ich hatte Leidenschaft erwartet, und die habe ich definitiv gefunden“, sagte sie. „Was mich überrascht hat, war, wie viel Verantwortung den Praktikanten übertragen wird, vor allem schon recht früh.“
„Learning by doing“ – nicht nur zuschauen
In ihrem Team ist Nina bereits aktiv an einem Mobilitätsprojekt zur Entwicklung eines Prognosetools beteiligt, mit dem das Reiseaufkommen der Zuschauer/-innen prognostiziert werden soll.
„Es ist nicht nur eine theoretische Übung. Ich musste ein Anforderungsdokument erstellen, mit Leuten aus verschiedenen Abteilungen sprechen und wirklich die Abläufe verstehen“, erläutert sie.
Für Emiliana war dieses Gefühl der Eigenverantwortung ein Highlight. „Als Praktikantin mit einem eigenen Projekt betraut zu werden, ist sehr motivierend. Das spornt einen dazu an, sein Bestes zu geben.“
„Was mich überrascht hat, war, wie viel Verantwortung den Praktikanten übertragen wird, vor allem schon recht früh.“
Matteo hat etwas Ähnliches aus einer anderen Perspektive erlebt. Einen Monat nach Beginn seines Praktikums half er bei der Organisation einer UEFA-Grow-Konferenz in Wien mit – seine erste Erfahrung bei einer Großveranstaltung.
„An der Uni bleibt alles ziemlich abstrakt. Und hier sieht man plötzlich, wie all diese Aufgaben zusammenkommen und zu etwas Konkretem werden“, berichtet er. „Von Zimmerlisten über kurzfristige Änderungen bis hin zur Abstimmung mit den Teilnehmenden – jedes Detail zählte. Dass einem vertraut wird und man einen Beitrag zur Veranstaltung leisten darf, ganz gleich, wie groß oder klein die Aufgabe auch sein mag, ist von großer Bedeutung und ein echtes Privileg, vor allem, wenn man sieht, wie sich alles zusammenfügt.“
Emiliana wagte sich im Bereich E-Sport auf ein ihr unbekanntes Terrain und lernte dadurch viel dazu.
„Ich wusste absolut nichts darüber“, sagt sie. „Aber ich bekam trotzdem die Chance, und genau diese Herausforderung hat mir am meisten gefallen.“
Die allgegenwärtige Sportkultur
Fragt man alle drei, wie sie die Kultur bei der UEFA beschreiben würden, sind die Antworten ähnlich: gesund, leidenschaftlich, menschlich.
Es gibt Struktur, aber auch Flexibilität.
Intensive Momente, ausgeglichen durch eine echte Förderung des Wohlbefindens.
Überall trifft man Expert/-innen und Menschen, die bereit sind, ihr Wissen zu teilen.
Und natürlich ist auch der Fußball omnipräsent: von Spielen in der Mittagspause bis hin zu informellen, abteilungs- und hierarchieübergreifenden Gesprächen.
Nina hebt die Sportkultur hervor, die den Alltag bei der UEFA prägt – von Gesprächen bis hin zu sportlichen Aktivitäten während des Arbeitstages. „Das hilft einem wirklich, durch den Tag zu kommen“, sagt sie. „Man wird ermutigt, sich zu bewegen, sich zu vernetzen, mit Leuten zu sprechen.“
Emiliana verweist auf Initiativen wie die „Lunch League“ und den „Mystery Coffee“, durch die man andere Kolleg/-innen in der Mittagspause oder beim Kaffee kennenlernt. Sie reduzieren Barrieren zwischen Abteilungen und Hierarchien. „Man trifft Menschen, denen man sonst nicht begegnet wäre“, erklärt sie. „Das durchbricht Silos auf ganz natürliche Weise.“
Rat an zukünftige Praktikant/-innen
Auf die Frage, welchen Rat sie zukünftigen Bewerber/-innen geben würden, erwähnt niemand als Erstes die Noten.
„Man sollte sich über die Rolle und die Organisation informieren“, rät Nina. „Und im Vorstellungsgespräch Fragen stellen. Das zeugt von Neugier.“
Matteo stimmt zu und fügt an: „Es geht nicht darum, bestimmte Kriterien zu erfüllen. Erfahrungen als Volunteer, Sprachkenntnisse – das alles macht einen zu dem, der man ist.“
Und Emiliana bringt es auf den Punkt: „Du musst deine eigene Geschichte kennen und deine Gründe: Warum die UEFA, warum diese Rolle, warum diese Abteilung und warum du. Beim Vorstellungsgespräch geht es für beide Seiten darum, sich gegenseitig kennenzulernen.“
Wir freuen uns auf dich!
Es gibt kein festes Profil für UEFA-Praktikant/-innen, und genau das ist der springende Punkt.
Verschiedene Hintergründe. Verschiedene Abteilungen. Verschiedene Herausforderungen.
Was sie alle verbindet, ist die gemeinsame Erfahrung, etwas lernen zu wollen, Verantwortung zu übernehmen und das Vertrauen zu genießen, zu etwas beitragen zu können, das größer ist als sie selbst.