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UEFA-Gehfußball-Pokal 2026: Alles Wissenswerte

Nachhaltigkeit Breitenfußball

Am 25. Juni 2026 kommen ältere Spielerinnen und Spieler aus ganz Europa am UEFA-Sitz im schweizerischen Nyon zur ersten Ausgabe des UEFA-Gehfußball-Pokals zusammen. Dabei werden lebenslange sportliche Betätigung sowie Gesundheit, Inklusion und lokaler Zusammenhalt gefeiert.

Gehfußball-Trainingseinheit in Lettland.
Gehfußball-Trainingseinheit in Lettland.

Der Gehfußball wächst in ganz Europa und das Turnier gilt als Symbol des Engagements der UEFA, den Fußball für alle zugänglich zu machen.

Gehfußball überwindet Barrieren im Zusammenhang mit Alter, Verletzungen oder Mobilität und bietet älteren Menschen eine sichere, soziale und unterhaltsame Möglichkeit, aktiv zu bleiben, Kontakte zu knüpfen und ihrem Lieblingssport nachzugehen. Das bevorstehende Turnier ist auch eine Plattform, um die Arbeit der europäischen Nationalverbände zu präsentieren und weitere Organisationen sowie Spielerinnen und Spieler zu motivieren, sich für diese Sportart zu engagieren.

Gehfußball: Spielregeln

Engagement der UEFA: Fußball für jedes Alter

Die Unterstützung der UEFA für den Gehfußball ist in eine größere Vision zur Steigerung der Teilnehmerzahlen sowie der Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden durch barrierefreie Fußballformate eingebettet. Gehfußball gilt als tragende Säule der Fußballentwicklung auf Breiten- und Seniorenstufe. Deshalb unterstützt die UEFA ihre Mitgliedsverbände, auf den demografischen Wandel zu reagieren, für eine gesündere Alterung der Gesellschaft zu sorgen und die wachsende Nachfrage nach inklusiven Sportarten zu befriedigen.

Der UEFA-Gehfußball-Pokal 2026 bietet acht Nationalverbänden – Deutschland, Griechenland, Italien, Kroatien, Portugal, Schottland, Spanien und Tschechien – die Gelegenheit, ihre Programme auf europäischer Bühne zu präsentieren, bewährte Vorgehensweisen auszutauschen und Gehfußball als nachhaltiges, eigenes Format innerhalb des Fußball-Ökosystems zu stärken.

Um dieses Wachstum voranzutreiben, hat die UEFA das UEFA-Gehfußball-Toolkit entwickelt. Dabei handelt es sich um einen praktischen Leitfaden, mit dem Verbände, Ligen und Vereine bei der Einführung und Ausweitung von Gehfußball-Programmen im Freizeit- oder Wettkampfbereich unterstützt werden sollen.

Das Toolkit ist eine Orientierungshilfe mit Blick auf Regeln, Sicherheit, Organisation, Trainerausbildung und generelle Förderung der Sportart. Zudem bietet es eine solide informative Grundlage für alle Entwicklungsstadien – von Pilotprojekten bis hin zu nationalen Wettbewerben. In ganz Europa sind bereits positive Auswirkungen zu spüren, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen.

Aserbaidschan: Fußball im Dienste der sozialen Fürsorge und zwischenmenschlicher Kontakte

In Aserbaidschan wurde im Rahmen einer Partnerschaft zwischen dem Nationalverband und dem Ministerium für Arbeit und sozialen Schutz ein Gehfußball-Programm entwickelt. Dieses Programm wird in Pflegeheimen durchgeführt und konzentriert sich auf die Verbesserung der körperlichen Betätigung und des sozialen Wohlbefindens der älteren Teilnehmenden.

Es werden zwei Trainingseinheiten pro Woche angeboten, wobei die Beteiligung, der Aktivitätsgrad und die Zufriedenheit der Teilnehmenden genau überwacht werden. Neben körperlicher Gesundheit stehen Kontakte zwischen den Teilnehmenden, ein regelmäßiges Angebot und Freude am Fußball im Vordergrund. Es ist bereits geplant, das Programm auf weitere Standorte auszuweiten sowie Freundschaftsspiele und gesellschaftliche Veranstaltungen zu organisieren, um zu zeigen, wie Gehfußball eine wichtige Rolle in den Betreuungskonzepten spielen kann.

Israel: Nationales Modell für nachhaltiges Wachstum

Das 2021 auf den Weg gebrachte israelische Gehfußball-Programm gehört zu einem der am besten strukturierten und am schnellsten wachsenden Programme in Europa. Mit über 500 aktiven Spieler/-innen, 25 Teams und Aktivitäten in 20 Städten erfüllt das Programm ein klares Bedürfnis älterer Menschen – wobei das Durchschnittsalter bei 62 Jahren liegt.

Die Sicherheit der Spielerinnen und Spieler sowie die Qualität des Angebots stehen im Mittelpunkt. Die wöchentlichen Trainingseinheiten finden auf Kleinspielfeldern und unter Einsatz von Torhüter/-innen statt, halten sich an angepasste Regeln und werden von lizenzierten Coaches durchgeführt. Entscheidend ist, dass Gehfußball zum Angebot des Israelischen Fußballverbands gehört – mit nationalen Wettbewerben, spezifischen Ausbildungsmöglichkeiten für Trainerinnen und Trainer sowie Partnerschaften, die den Fußball als Instrument zur Förderung der öffentlichen Gesundheit und des Wohlbefindens positionieren. Das Ergebnis ist ein anpassbares, nachhaltiges Modell, das für Verbände jeder Größe wertvolle Erfahrungen bietet.

Lettland: Festivals als Impulsgeber

Lettland ist eine aufstrebende Gehfußball-Nation, in der durch Festivals und eine Begeisterung für den Breitenfußball bereits erste Erfolge erzielt wurden. Im vergangenen Jahr richtete das Land sein erstes Gehfußball-Festival aus, bei dem Teams aus Lettland, Litauen und Estland aufeinandertrafen – ein Meilenstein für das Baltikum.

Das Programm wird mit neuen Festivals in der Nähe von Riga und später in der historischen Stadt Cēsis weiter ausgebaut. Die Entwicklung des Breitenfußballs spielt dabei eine zentrale Rolle, denn es werden unter anderem regelmäßige Trainingseinheiten für Frauen über 60 angeboten, von denen viele zum ersten Mal Fußball spielen. Die in Lettland gemachten Erfahrungen zeigen, dass Gehfußball auch Menschen ohne sportliche Vorgeschichte einen einladenden Einstieg in den Fußball bieten kann.

Der Gehfußball in Lettland erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
Der Gehfußball in Lettland erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Norwegen: Klubbasiertes Wachstum durch vertrauensvolle Partnerschaften

Dank eines strukturierten, partnerschaftlichen und in lokalen Vereinen verankerten Ansatzes wächst der Gehfußball in ganz Norwegen rasant. In der Provinz Telemark wurde das Programm dank einer engen Zusammenarbeit mit der größten Interessenvertretung für Rentner/-innen und Menschen mit Erwerbsminderungsrente, dem Pensjonistforbundet, sowie praktischer Unterstützung der Vereine hinsichtlich Ausrüstung und Organisation innerhalb eines einzigen Jahres von einem auf acht Teams ausgeweitet.

Dieses Wachstum wurde durch einen starken Fokus auf Qualität und Nachhaltigkeit untermauert. Ehemalige Unparteiische wurden darin geschult, Trainingseinheiten zu unterstützen, die angepassten Spielregeln zu erklären und als Botschafter/-innen dieser Sportart zu fungieren. In Zusammenarbeit mit dem nationalen Demenzverband (Nasjonalforeningen for folkehelsen) und den lokalen Behörden soll die Teilnahme für Menschen mit Demenz im Frühstadium sicher und barrierefrei gestaltet werden. Die in Norwegen gemachten Erfahrungen zeigen, wie Gehfußball wirkungsvoll ausgebaut werden kann, wenn sein Wachstum in vertrauensvollen Gemeinschaftsstrukturen und lokalen Vereinen verankert ist.

Ein Gehfußball-Team aus Norwegen.
Ein Gehfußball-Team aus Norwegen.

Polen: Partnerschaftsorientierte Expansion

Die Entwicklung des Gehfußballs in Polen spiegelt das Potenzial strategischer Partnerschaften wider. Seit der Einführung seiner ersten Initiativen 2023 hat der polnische Verband Turniere mit entsprechender Werbung und internationaler Reichweite kombiniert, um den Bekanntheitsgrad zu steigern. 2025 wurde daraus ein eigenes Gehfußball-Programm entwickelt, in dessen Rahmen Vereine dabei unterstützt werden, in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und Kommunen eigene Abteilungen in ihren Vereinsstrukturen einzurichten.

Aus über 110 Anträgen für die erste Ausgabe wurden 15 Klubs ausgewählt, von denen 13 wöchentliche Trainingseinheiten mit über 130 älteren Spieler/-innen durchführten. Das Programm wird durch Sensibilisierungsveranstaltungen zu Gesundheit und Ernährung ergänzt, bei denen die Rolle des Gehfußballs zur Vorbeugung von sozialer Isolation und zur Unterstützung eines gesunden Alterns unterstrichen wird.

Schweden: Im Breitenfußball verankertes forschungsgestütztes Wachstum

Der Gehfußball in Schweden hat sich durch den Fokus auf lokale Vereine, städtische und kommunale Einrichtungen sowie langfristige Nachhaltigkeit rasch verbreitet. Gab es 2016 nur einen einzigen Verein, werden heute über 300 gezählt. Auf Grundlage überarbeiteter Regeln, der Ausbildung von Unparteiischen und wachsender lokaler Wettbewerbsstrukturen finden im ganzen Land ständig neue Aktivitäten statt.

Was Schweden auszeichnet, ist die Kombination aus praktischer Entwicklung und Forschung. Studien zu Gesundheit, Gehirnfunktion und sozialem Wohlbefinden bekräftigen das, was Vereine bereits erkannt haben: Gehfußball kann die Gesundheit verbessern, soziale Isolation abbauen, lokale Kontakte stärken und für ein größeres Engagement ehrenamtlicher Helfer/-innen sorgen. Mit einer positiven Medienberichterstattung und weiteren Plänen, durch die mehr Frauen und neue Zielgruppen erreicht werden sollen, ist Schweden ein gutes Beispiel für inklusives, evidenzbasiertes Wachstum.

Schweiz: Integration durch ein niederschwelliges Fußballangebot

In der Schweiz ist Gehfußball Teil der Philosophie, niederschwellige und inklusive Fußballformate anzubieten. In enger Anlehnung an die „Just Play“-Festivals von Swiss Olympic stehen Teilnahme, soziale Interaktion und Freude mehr im Vordergrund als der Wettkampfgedanke.

Gehfußball hat sich zu einer sinnvollen Aktivität für ältere Spieler/-innen und Erwachsene entwickelt, die nach weniger intensiven, aber dennoch interessanten Fußballerlebnissen suchen. Die barrierefreien und nachhaltigen Veranstaltungen werden oft in Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen und lokalen Organisationen durchgeführt. Durch die Einbettung von Gehfußball in die umfassende Breitenfußballstrategie zeigt die Schweiz, wie dieses Format als Teil eines ganzheitlichen Modells zur Erhöhung der Teilnehmerzahlen funktionieren kann.

Wie der Gehfußball die Nachhaltigkeitsaktivitäten der UEFA unterstützt

Gehfußball verdeutlicht, wie die UEFA die weitreichende Rolle des Fußballs in der Gesellschaft sieht – nicht nur unter Wettkampfaspekten, sondern auch als Instrument für ein gesünderes, längeres und besser vernetztes Leben. Im Rahmen der unlängst überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie der UEFA („Stärke durch Einheit“) ist der Gehfußball Teil des Bereichs Gesundheit und Wohlbefinden, da er eine einfache, inklusive Möglichkeit darstellt, ältere Menschen aktiv in den Fußball einzubinden.

Die UEFA weiß um die Kraft dieses Formats, körperliche Betätigung, mentales Wohlbefinden und soziale Kontakte zu stärken. Daher fördert sie Möglichkeiten, Gehfußball auszuüben und hat ein entsprechendes Toolkit entwickelt. Gleichzeitig hilft sie ihren Mitgliedsverbänden, durch regelmäßige Aktivitäten und künftige Turniere mehr Gelegenheiten zur Teilnahme über Generationen hinweg zu schaffen.

UEFA-Nachhaltigkeitsstrategie herunterladen