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Schiedsrichter Daniel Siebert bereit für das Endspiel der UEFA Champions League

Die Spielleitung am Samstagabend in Budapest wird für Daniel Siebert der bislang größte Abend seiner Karriere.

Daniel Siebert leitet in Budapest sein erstes Endspiel in einem UEFA-Wettbewerb.
Daniel Siebert leitet in Budapest sein erstes Endspiel in einem UEFA-Wettbewerb. Getty Images

Der 42-jährige Vater zweier Kinder begann bereits mit 14 Jahren, Spiele zu leiten. 2015 wurde er in die Liste der internationalen Schiedsrichter aufgenommen.

Auch wenn die Leitung des Spiels zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal am Samstag für Siebert das erste Finale eines UEFA-Wettbewerbs ist, ist ihm die internationale Bühne nicht fremd. Bei den EM-Endrunden 2024 und 2020 leitete er zwei bzw. drei Partien und in der aktuellen Champions-League-Saison verantwortete er bereits neun Begegnungen.

In einem exklusiven Interview mit UEFA.com spricht er über seine bisherige Saison und darüber, was es für einen Schiedsrichter bedeutet, ein Champions-League-Finale zu leiten.

Daniel, wie hast du auf deine Ernennung als Schiedsrichter des Endspiels der UEFA Champions League reagiert?

Als mich Roberto Rosetti [UEFA-Direktor Schiedsrichterwesen] angerufen hat, war das ein wirklich toller Augenblick, den ich zusammen mit meiner Frau genossen habe. Er war auf Lautsprecher und es war für uns beide wirklich fantastisch.

Roberto hat mir und meinem Team gratuliert. Er war sehr herzlich und hat gesagt, dass wir das Finale verdient hätten. Es war ein sehr emotionaler Moment. Mit solchen Anrufen rechnet man nie. Trotzdem hofft man natürlich immer, dass man am Ende der Saison mit einem Finale betraut wird.

Ich freue mich auch für meine Assistenten Jan Seidel und Rafael Foltyn und ganz besonders für Bastian Dankert, der nun als Videoassistent jedes nur erdenkliche Finale erreicht hat. Wir haben alle professionell zusammengearbeitet, um das höchste Niveau zu erreichen. Diese Ernennung ist eine riesige Belohnung.

Daniel Siebert (2.v.r.) mit seinen Assistenten vor dem Halbfinalrückspiel zwischen Arsenal und Atlético Madrid in der UEFA Champions League.
Daniel Siebert (2.v.r.) mit seinen Assistenten vor dem Halbfinalrückspiel zwischen Arsenal und Atlético Madrid in der UEFA Champions League.UEFA via Getty Images

Das Finale ist dein zehntes Champions-League-Spiel der Saison 2025/26 – das sind mehr Spiele als jeder andere Schiedsrichter. Wie blickst du auf deine Saison zurück?

Ich glaube, es war bisher eine gute Saison. Natürlich schaue ich gerne auf die Anzahl der Spiele und freue mich sehr, mit neun Spielen in der Topgruppe zu sein.

Aber eigentlich ist es für mich am wichtigsten, dass ich gut mit den Spielern zusammenarbeite, dass sie mir vertrauen, meine Entscheidungen verstehen und diese akzeptieren.

Während der Saison habe ich mich an der Wade verletzt. Ich habe mir Sorgen gemacht, weil man nie weiß, wie schnell man sich erholt oder ob die Saison endet, bevor sie wirklich angefangen hat. Allerdings haben meine Ärzte wirklich gute Arbeit geleistet, damit ich wieder fit bin. Deshalb ist meine Ernennung auch für sie eine große Anerkennung.

Mein erstes K.-o.-Spiel war Bodø/Glimt gegen Inter Mailand im Februar. Seitdem hatte ich das Gefühl, meinen Rhythmus gefunden zu haben und keine größeren Fehler mehr zu machen. Trotz einiger schwieriger Monate bin ich bisher insgesamt sehr zufrieden. Die Leitung des Champions-League-Finales ist mein größter Erfolg. Ich bin überglücklich. Aber trotzdem muss ich diese Partie mit viel Demut angehen.

„Für mich ist es am wichtigsten, dass ich gut mit den Spielern zusammenarbeite, dass sie mir vertrauen, meine Entscheidungen verstehen und diese akzeptieren.“

Daniel Siebert

Abseits des Fußballs bist du Lehrer. Es gibt bestimmt einige persönliche Kompetenzen, auf die du in deiner Rolle als Schiedsrichter zurückgreifen kannst.

Zurzeit bin ich nicht als Lehrer tätig. Ich bin gerne Profischiedsrichter und Vater meiner beiden Kinder. Vielleicht komme ich irgendwann nochmal darauf zurück.

Der große Vorteil für mich war, dass ich in einer Sportschule gearbeitet habe und viel Kontakt mit talentierten Fußballern hatte. In dieser Saison habe ich sogar Bundesligaspiele geleitet, in denen zwei ehemalige Schüler im Einsatz standen: Linton Maina vom 1. FC Köln und Fisnik Asllani von der TSG Hoffenheim. Bei den Spielen nannten sie mich immer noch Herr Siebert – das ist die Art, wie Lehrer bei uns angesprochen werden. Jetzt konnte ich ihnen sagen, dass das nicht mehr nötig ist!

Hat das Protokoll zur Verhinderung der Rudelbildung von Spielern vor den Unparteiischen dein Leben als Schiedsrichter erleichtert?

Ja, es hat wirklich einen Unterschied gemacht. Ich denke, es ist ein erster Schritt und ich kann die Auswirkungen in nicht professionellen Ligen nicht abschätzen, aber auf höchster Stufe hat es Wirkung gezeigt.

Ich hatte im Breitenfußball zwar nie ernsthafte Probleme, hoffe aber, dass es sich auch für Amateurschiedsrichter positiv bemerkbar macht.

Schiedsrichterteam für das Endspiel der UEFA Champions League 2026

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Deutschland)
Assistenten: Jan Seidel und Rafael Foltyn (beide Deutschland)
Vierter Offizieller: Sandro Schärer (Schweiz)
Ersatzschiedsrichterassist: Guadalupe Porras Ayuso (Spanien)
VAR: Bastian Dankert (Deutschland)
VAR-Assistent: Robert Schröder (Deutschland)
VAR-Unterstützung: Carlos Del Cerro Grande (Spanien)

Wie sieht deine Vorbereitung auf das Endspiel aus?

Nachdem man mich informiert hat, hatte ich nicht viel Zeit zum Feiern oder zum Nachdenken, weil ich am letzten Spieltag der Bundesliga eine wichtige Partie geleitet habe.

Danach hatte ich ein wenig Zeit zum Ausruhen. Jetzt ist die wichtigste Aufgabe, dafür zu sorgen, dass ich für den 30. Mai mental und körperlich fit bin.

Wir haben einige Trainingseinheiten, um sicherzustellen, dass wir körperlich in guter Verfassung sind, aber wir bereiten uns nicht wirklich anders vor, nur weil es das Finale ist.

Kannst du das Gefühl beschreiben, wenn du am Samstag in der Puskás Aréna den Rasen betrittst?

Ich werde sicher angespannt sein, aber ich bin gut darin, meine Emotionen zu kontrollieren und mich auf meinen Einsatz zu konzentrieren. Deshalb hoffe ich, dass ich das Spiel genießen kann und mich nicht zu sehr unter Druck setze.

Ich bin mir sicher, dass nach dem Spiel noch einige Emotionen hochkommen werden. Aber als Team werden wir hoffentlich in der Lage sein, auf ein gut geleitetes Spiel zurückzublicken.

Interesse daran, Schiri zu werden?

Seit 2023 werden im Rahmen der UEFA-Kampagne „Werde Schiri!“ in ganz Europa Unparteiische rekrutiert. Nationalverbände haben nun mehr Möglichkeiten, jungen Menschen Erfahrungen in der Spielleitung zu bieten. Weitere Informationen zur Ausbildung als Schiri sind unter folgendem Link erhältlich.

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