Werdegänge bei der UEFA: Valéries Erfahrungen in zwei verschiedenen Teams
Dienstag, 14. April 2026
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Die UEFA setzt auf unterschiedlichste Talente, die sich in verschiedene Teams einarbeiten können. Valérie Robert-Tissot ist von der UEFA Academy in die Kommunikationsabteilung gewechselt.
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Ob im Team der UEFA Academy oder in der Kommunikationsabteilung – vor neuen Aufgaben ist Valérie Robert-Tissot nie zurückgeschreckt. Nach einer sechsmonatigen Auszeit kehrte Valérie in einer völlig anderen Rolle zur UEFA zurück – eine berufliche Veränderung, die sie nicht bereut hat. Sie liebt es, Geschichten zu erzählen und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu ermöglichen. Die neue Position habe ihr dabei geholfen, das große Ganze besser zu verstehen, denn neue Aufgaben seien eine der besten Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.
Valérie, wie hat deine Zeit bei der UEFA begonnen und was konntest du aus deiner Arbeit in unterschiedlichen Rollen und Abteilungen mitnehmen?
Ich habe im Januar 2020 bei der UEFA angefangen, also genau drei Monate vor Beginn der Pandemie. Zunächst habe ich die Leitung der UEFA Academy als Assistentin unterstützt. Zwei Jahre lang war ich für die Bewerbung unserer Ausbildungsprogramme, die Koordination der digitalen und konventionellen Kommunikation sowie die Organisation verschiedenster Veranstaltungen zuständig.
Danach wechselte ich in das Team Content Communications innerhalb der Kommunikationsabteilung, zuerst als Koordinatorin, mittlerweile bin ich Spezialistin. Gemeinsam mit dem Team verwalte ich die institutionellen Social-Media-Konten der UEFA, verfasse Beiträge für die Website und produziere Content wie Artikel und Newsletter. Es ist eine dynamische Mischung aus Journalismus, Community- und Projektmanagement.
An der UEFA Academy hat mir gefallen, dass es sich wie ein Start-up innerhalb einer größeren Organisation angefühlt hat. Kreativität wurde gefördert, vor allem während der Pandemie, als wir unsere Schulungen neu und die Fernkurse ansprechender gestalten mussten. Da war viel Anpassungsfähigkeit gefragt. Ich hatte verschiedene Hüte auf: Ich schrieb Posts für die sozialen Medien, organisierte Events, arbeitete mit dem Rechtsdienst zusammen, verwaltete Budgets und vieles mehr. Das hat mir sicher geholfen, Selbstvertrauen aufzubauen, und somit meine Komfortzone zu verlassen.
„An der UEFA Academy hat mir gefallen, dass es sich wie ein Start-up innerhalb einer größeren Organisation angefühlt hat.“
Was mir in der Kommunikationsabteilung am meisten gefällt, ist die Vielseitigkeit und die Möglichkeit, mit so vielen verschiedenen Teams zusammenzuarbeiten. Kein Tag gleicht dem anderen. An einem Tag schreibe ich über eine Disney-Partnerschaft, die Mädchen für den Fußball begeistern soll, am nächsten über ein Projekt der UEFA-Stiftung, und dann bin ich vielleicht bei einem Champions-League-Spiel dabei, um ein innovatives Event zu bewerben. Dabei entdecke ich ständig neue Geschichten und Aspekte dieser Organisation, von denen ich bis dahin nichts wusste.
„An einem Tag schreibe ich über eine Disney-Partnerschaft, die Mädchen für den Fußball begeistern soll, am nächsten über ein Projekt der UEFA-Stiftung und dann bin ich vielleicht bei einem Champions-League-Spiel dabei, um ein innovatives Event zu bewerben.“
Wie hat deine Erfahrung dein Verständnis für die UEFA und ihre Aufgaben verändert?
Die Arbeit in zwei verschiedenen Teams, in zwei unterschiedlichen Divisionen und sogar in zwei Gebäuden hat meinen Blickwinkel auf die UEFA deutlich erweitert. Es hat mir geholfen zu erkennen, wie alles miteinander verbunden ist.
Aber ich habe nicht nur mein Netzwerk erweitert, sondern auch erkannt, wie unterschiedlich die Kultur und Energie von Team zu Team sein können. Diese Erkenntnis hat mich in meiner aktuellen Rolle weitergebracht, denn das Verständnis unterschiedlicher Perspektiven ist der Schlüssel erfolgreicher Kommunikation.
„Die Arbeit in zwei verschiedenen Teams, in zwei unterschiedlichen Divisionen und sogar in zwei Gebäuden hat meinen Blickwinkel auf die UEFA wirklich erweitert.“
Außerdem ist mir klargeworden, wie wichtig persönliche Interaktionen sind. Wenn man schon persönlichen Kontakt hatte, wird dir mehr Vertrauen entgegengebracht. Die Kolleginnen und Kollegen sind proaktiver und gewillter, Informationen auszutauschen. So können wir über den Tellerrand hinausblicken. Wenn man tief in ein einzelnes Projekt involviert ist, kann es sich in dem Moment wie das Wichtigste auf der Welt anfühlen, aber die Arbeit in der Kommunikation verschafft einen umfassenderen Blick. Man sieht, wie alles ineinandergreift, und das ist eine wirklich hilfreiche Perspektive.
Und das ist etwas, was ich in meiner Rolle aktiv unterstütze: verschiedene Punkte miteinander zu verbinden, einen einheitlichen Ansatz zu fördern und sicherzustellen, dass die Teams wissen, wer woran arbeitet. Manchmal startet jemand in einem Gebäude ein Projekt, und es ähnelt sehr stark einer Initiative, die ein anderes Team bereits in Angriff genommen hat, aber es fehlt das gegenseitige Bewusstsein dafür. Teil meiner Aufgabe ist es auch, diese Menschen zusammenzubringen, damit wir kohärent und wirkungsvoll nach außen kommunizieren.
„Teil meiner Aufgabe ist es auch, diese Menschen zusammenzubringen, damit wir kohärent und wirkungsvoll nach außen kommunizieren.“
In welcher anderen Abteilung würdest du gerne arbeiten und weshalb?
Dann würde ich wohl gerne die Marketingabteilung oder die UEFA-Stiftung für Kinder besser kennenlernen wollen. Das Marketing spricht mich wegen meines Studiums an, aber auch weil es einen gewissen Gestaltungsfreiraum gibt. Die Stiftung hingegen ließe sich mit meiner Leidenschaft für humanitäre Arbeit verbinden. In der Vergangenheit habe ich für das Rote Kreuz gearbeitet und mich ehrenamtlich für Amnesty International engagiert, und jedes Mal, wenn ich an sinnstiftenden Projekten arbeite, finde ich das unglaublich erfüllend. Es ist immer inspirierend, Menschen zu treffen und zu sehen, wie sie direkt von dieser Arbeit profitieren.
Eines meiner denkwürdigsten Erlebnisse mit der UEFA-Stiftung war der Besuch des Projekts „Calciosociale“ in Rom. Das Zentrum befindet sich in Corviale, einem Viertel etwas außerhalb der viel beachteten Sehenswürdigkeiten wie dem Trevibrunnen. Corviale liegt am Stadtrand des wunderschönen Roms, und ist dennoch von Korruption, Gewalt und Drogenproblemen geprägt.
Wir hatten die Gelegenheit, ein wirklich inspirierendes Projekt zu sehen, geleitet von einem Mann, der Kindern in dieser Gegend Freude und Hoffnung mit dem Fußball schenken möchte. Mit seiner Fußballakademie schafft er einen sicheren Raum, in dem Kinder träumen, wachsen und einfach Kinder sein können. Dies war eine eindringliche Erinnerung daran, welchen Einfluss der Fußball über das Spielfeld hinaus haben kann.
Gab es jemanden, der dich bei deinem Wechsel besonders unterstützt oder inspiriert hat?
Es mag klischeehaft klingen, aber jeder meiner Vorgesetzten hat meinen Weg auf eine bestimmte Art mitgeprägt. Das ist einer der Gründe, weshalb ich interne Wechsel für so spannend halte. Man lernt verschiedene Führungsstile, Erwartungshaltungen und auch Denkweisen kennen.
Thomas Junod hat mir bei der UEFA Academy gezeigt, wie bedeutend Genauigkeit und innovatives Denken sind – Werte, die tief in der Kultur der UEFA Academy verankert sind. Ich glaube, ich habe noch nie jemanden getroffen, der eine so ausgeprägte Arbeitsmoral und einen so starken Drang hat, sich über das Erwartete hinaus zu engagieren.
Als ich dann zur Kommunikationsabteilung stieß, hat Andy Jones mir vom ersten Tag an geholfen, mein Selbstvertrauen auszubauen. Von Anfang an leitete ich Projekte und nach drei Wochen war ich das erste Mal auf Geschäftsreise in dieser neuen Funktion. Andy vermittelte mir, wie schnell sich die digitale Welt verändert und wie wichtig es dabei ist, anpassungsfähig zu bleiben. Ich habe auch gelernt, dass für die Unternehmenskommunikation ein scharfes Bewusstsein für die interne und externe Gemengelage erforderlich ist. Denn alles kann sich zu einem sensiblen Thema entwickeln.
In der letzten Zeit hatte ich immer wieder die Gelegenheit, mit Andy James –ja, noch ein Andy – zusammenzuarbeiten. Er hat eine starke Vision für das gesamte Team. Jenseits des Alltagsgeschäfts gibt er uns eine klare, langfristige Stoßrichtung vor. Sinn und Struktur schätze ich sehr, so ziehen wir als Team an einem Strang.