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Europäischer Fußball trauert um Mircea Lucescu

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Rumänische Trainerlegende im Alter von 80 Jahren verstorben.

Mircea Lucescu hat in seiner Trainerkarriere 35 Titel gewonnen.
Mircea Lucescu hat in seiner Trainerkarriere 35 Titel gewonnen. AFP/Getty Images

Bis letzten Monat leitete Lucescu die rumänische Nationalmannschaft, die letzte Station seiner unvergleichlichen, 47 Jahre dauernden Karriere als Vereins- und Nationaltrainer in Italien, der Türkei, der Ukraine und Russland.

„Der europäische und der Weltfußball hat eine einzigartige Persönlichkeit verloren. Mircea Lucescu wird mit seinem bedeutenden Vermächtnis Generationen prägen“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Čeferin. „Er war eines der echten Originale des Fußballs – ein Mann mit außergewöhnlicher Fußballintelligenz, würdevollem Auftritt und großer Leidenschaft, dessen Beitrag zu diesem Sport sich kaum in Worte fassen lässt. Im Laufe seiner beispiellosen Karriere hat er sich durch seine Fachkompetenz, seine Führungsstärke und sein Engagement für die wahren Werte des Sports die Bewunderung und den Respekt der gesamten Fußballgemeinde verdient. Er hat Mannschaften geformt, Spieler und Trainerkollegen inspiriert und einen bleibenden Eindruck im Fußball hinterlassen, der weit über das Spielfeld hinausgeht.“

Vor seiner illustren Trainerkarriere war Lucescu ein erfolgreicher Flügelspieler, der mit Dinamo Bukarest sieben Mal rumänischer Meister und einmal Pokalsieger wurde. Über ein Jahrzehnt spielte er für die rumänische Nationalmannschaft, die er bei der WM 1970 in Mexiko als Kapitän aufs Feld führte.

Seine Trainerkarriere begann Lucescu 1979 im Alter von 34 Jahren, zunächst als Spielertrainer von Corvinul Hunedoara, bevor er erstmals das Nationalteam übernahm und 1984 zur EM-Premiere führte. Die nächsten Stationen hießen Pisa, Brescia, Reggiana, Inter Mailand und zweimal Rapid Bukarest, bevor er in der Türkei die Istanbuler Vereine Galatasaray (Sieg im UEFA-Superpokal 2000) und Beşiktaş betreute.

2004 begann für Lucescu eine höchst erfolgreiche, zwölf Jahre dauernde Amtszeit beim ukrainischen Spitzenverein Schachtar Donezk, mit dem er 2009 den UEFA-Pokal sowie acht nationale Meistertitel gewann. Nach kürzeren Intermezzi bei Zenit St. Petersburg und der türkischen Nationalelf wurde er 2021 mit Dynamo Kiew ein neuntes Mal ukrainischer Meister.

Mircea Lucescus letzte Trainerstation war die rumänische Nationalmannschaft, wo er zum ältesten Nationaltrainer der Geschichte avancierte – beim WM-Playoff-Spiel gegen die Türkei im vergangenen März war er 80 Jahre und 240 Tage alt. Es war die 1 687. Partie seiner unvergleichlichen Trainerkarriere.

„Heute ist ein trauriger Tag für den rumänischen und den Weltfußball“, kondolierte der rumänische Verbandspräsident Răzvan Burleanu. „Wir haben einen Mann verloren, der jede Sekunde seines Lebens für den Fußball gelebt hat. Mircea Lucescu war nicht einfach ein Trainer, er war ein Mentor für ganze Generationen von Spielern. Er hat diesen Sport mehr als alles andere geliebt und sein Beitrag für den rumänischen Fußball kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.“

Zu Ehren Mircea Lucescus wird bei allen Begegnungen der UEFA-Klubwettbewerbe in dieser Woche eine Schweigeminute abgehalten.