UEFA-Stiftung für Kinder und die Kraft des Fußballs zugunsten junger Menschen in Kenia
Dienstag, 7. April 2026
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Von Nairobi bis zur Masai Mara hat die UEFA-Stiftung für Kinder über EUR 470 000 in zwei Fußballprojekte investiert, bei denen der Sport zur Förderung von Bildung, Gesundheit und Naturschutz genutzt wird. Dadurch werden Tausende kenianische Kindern unterstützt und können sich erfolgreich entfalten.
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In ganz Kenia erreicht der Fußball Großes, nicht nur auf dem Platz. Er schafft sichere Räume für Kinder, stärkt die Gesellschaft und öffnet Türen, die aufgrund von Armut, Isolation und Not oft verschlossen bleiben. Ob in den Slums von Nairobi oder den weiten Ebenen der Masai Mara – zwei Organisationen, die Mathare Youth Sports Association (MYSA) und die Water4Wildlife Foundation zeigen, wie der beliebteste Sport der Welt Leben verändern kann. Beide Organisationen sind langjährige Partner der UEFA-Stiftung für Kinder und unterstützen deren wichtige Arbeit, den Sport mit Bildung, Gesundheit, Naturschutz und Gemeinschaftsentwicklung zu verknüpfen. Die Stiftung organisierte einen Besuch beider Projekte, um deren Wirkung aus erster Hand zu verstehen und insbesondere junge Menschen zu treffen, die von dieser Arbeit profitieren.
Nairobi: MYSA weckt Hoffnung
Die Mathare Youth Sports Association (MYSA) wurde 1987 mit einer einfachen Idee gegründet: Der Fußball sollte jungen Menschen, die unter schwierigsten Bedingungen aufwachsen, persönliche Entwicklungschancen bieten. Seitdem ist die Organisation zu einem Beispiel für Sport und Entwicklung in Afrika avanciert. Das Jugendprogramm der Organisation brachte sogar den Mathare United FC hervor, der 2008 sogar kenianischer Meister wurde. Aktuell unterstützt die MYSA über 30 000 Begünstigte und hat für diese Arbeit seit 2019 Zuschüsse in Höhe von insgesamt EUR 309 886 von der UEFA-Stiftung für Kinder erhalten. Herzstück dieses Engagements ist das MYSA-Zentrum – eine Begegnungsstätte mit einem Fitnessraum, einer Mehrzweckhalle, Fußballfeldern und vier Bibliotheken. Viele der Mitarbeitenden wurden einst selbst von der Organisation unterstützt, darunter auch der Geschäftsführer Edwin Wasonga, der junge Menschen mit der gleichen Empathie begegnen möchte, die er hier einst selbst erfahren hat.
„Wann immer möglich stellen wir Menschen aus der Region ein“, erklärt der Geschäftsführer. „So erhält die nächste Generation eine echte Chance.“
Bildung, Schutz und Zusammenhalt
In den Slums von Mathare, wo 200 000 Menschen täglich um Wasser, Sicherheit und ihr Auskommen kämpfen, bietet die MYSA Rückhalt und Chancen. Eine Initiative der Organisation zu Gesundheit und Rechten in Slums bietet HIV-Tests, Medikamente, Aufklärung über sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie Unterstützung beim Kinder- und Jugendschutz – ein wichtiges und zugleich jugendfreundliches Angebot.
Die Bibliotheken des Zentrums, die von Kindern aller Altersgruppen genutzt werden können, sollen Neugierde und Lesekompetenz in einer Gegend fördern, in der Schulen oftmals keine Mittel zur Verfügung stehen. In der Bibliothek Mathare North erweckt der Verantwortliche Charles Ajoe Geschichten zum Leben. Er organisiert Leseklubs, Autorengespräche und unterstützt den internationalen Austausch. Bei diesen Begegnungen zeigen sich sowohl die Vielfalt als auch die gemeinsamen Sehnsüchte der Kinder.
Der Fußball bleibt Dreh- und Angelpunkt der Organisation, deren Ligen 1 745 Teams im Jahr 2025 umfassten. Nicht nur Tore, sondern auch Fairplay und gemeinnützige Arbeit werden belohnt. Gelben und roten Karten führen zu Punktabzügen, womit Respekt und gemeinsame Verantwortung gestärkt werden sollen.
Viele der jungen Menschen kehren als Coaches zurück und leiten die nächste Generation mit viel Herzblut an. In Korogocho ist man besonders bemüht, Mädchen trotz des sozialen Drucks, der wirtschaftlichen Notlage und der Stigmatisierung im Zusammenhang mit der Menstruation an sportliche Projekte zu binden.
POSITIVE BILANZ DER MYSA
- Mehr als 30 000 registrierte Mitglieder
- 1 745 Teams in den Ligen der Organisation (Stand 2025; davon 1 018 bei den Junioren, 402 bei den Juniorinnen und 325 gemischte Teams)
- Mehr als 10 000 junge Menschen zu ihrer Gesundheit und ihren Rechten aufgeklärt
- Mehr als 6 000 Stipendien
- Mehr als 3 000 Breitenfußballtrainer/-innen
- Mehr als 1 300 Nutzer/-innen der Bibliotheken
- 2008 stammten 80 % der kenianischen Nationalmannschaft sowie des Trainerstabs aus dem MYSA-Programm.
Masai Mara: Water4Wildlife zeigt Symbiosen zwischen Fußball und Naturschutz
Hunderte Kilometer von Nairobi entfernt nutzt die Water4Wildlife Foundation die Leidenschaft für den Fußball, um Tiere zu schützen und Kinder in der Region zu stärken. Die 2019 gegründete Organisation verfolgt zwei miteinander verknüpfte Ziele: den Schutz der Ökosysteme und die Sensibilisierung junger Menschen für solche Fragen. Gemeinsam mit der UEFA-Stiftung für Kinder wurden Fußballplätze gebaut, Spielkleidung bereitgestellt und ein Klub für Mädchen ins Leben gerufen, der Mentoring sowie ein sicheres Umfeld bietet und die persönliche Weiterentwicklung fördert.
Sauberes Wasser, sicheres Leben
Der Zugang zu Wasser prägt jeden Lebensbereich in der Masai Mara. Bis vor kurzem legten Frauen oft weite Strecken zurück, um Wasser zu holen, das mit Wildtieren geteilt wurde. Dabei riskierten sie die Übertragung von Krankheiten und gefährliche Begegnungen mit Tieren. „Das Wasser war schmutzig und voller Keime, aber wir hatten keine andere Wahl“, erklärte der Gemeindeälteste Stephan Parmuat.
Das änderte sich, als Water4Wildlife eine saubere Quelle in den nahe gelegenen Hügeln fand und ein Pumpensystem installierte. Dadurch hatten Familien sauberes Wasser und Wildtiere separate Wasserstellen, wodurch Risiken eingedämmt wurden und Frauen und Kindern wertvolle Zeit zurückgegeben wurde. „Wenn die Wasserstelle sicher und in der Nähe ist, haben die Kinder mehr Zeit zum Lernen und Spielen, und Frauen vermeiden riskante Wege“, erklärt Gründerin Christine Cherop de Harder.
Ein Zufluchtsort für Mädchen
Mädchen in der Masai Mara müssen neben den schulischen jeden Tag auch häuslichen Verpflichtungen nachkommen. Dadurch fehlt ihnen Zeit, zu spielen oder sich persönlich weiterzuentwickeln. Der von Water4Wildlife gestartete Klub für Mädchen bietet ein geschütztes und inspirierendes Umfeld, in dem sie mehr über ihre Rechte erfahren, Fußball spielen und mehr über den Umweltschutz erfahren können. In der St John Paul II Mission Boarding Primary School hießen Lehrkräfte und Schülerinnen die interessierten Gäste herzlich willkommen und zeigten mit Stolz, welche Möglichkeiten ihnen der Klub bietet.
POSITIVE BILANZ VON WATER4WILDLIFE
- Sicheres Trinkwasser in der Masai Mara
- Getrennte Wasserstellen für Menschen und Wildtiere
- Bau von zwei Fußballfeldern an lokalen Grundschulen
- Gründung und Ausstattung eines Klubs für Mädchen
- Hunderte Kinder durch Fußballaktivitäten erreicht; Sensibilisierung für den Umweltschutz
- Wildhüter vermitteln einen korrekten Umgang mit Wildtieren
- Start verschiedener Programme: Football4Wildlife, Football4Trees, Football4Environment
Ein gemeinsamer Glaube an das Mögliche
Die Mathare Youth Sports Association und Water4Wildlife haben gänzlich andere Tätigkeitsbereiche, doch beide teilen eine Vision: Sie wollen durch den Fußball das Potenzial von Kindern freisetzen und zur Gesundheit, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit in ihren Gemeinschaften beitragen. Sei es ein Mädchen in Mathare, das ihr Talent auf dem Spielfeld entdeckt, oder eine Schülerin in der Masai, die spielerisch zum Naturschutz findet – der Fußball ist mehr als nur ein Spiel: Er ist eine gesellschaftliche Brücke und bietet Bildung, Würde und Hoffnung.