Stärkung der europaweiten Schutzmaßnahmen gegen Spielmanipulationen
Freitag, 20. März 2026
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Bislang größte Zusammenkunft von Integritätsfachleuten im europäischen Fußball im Kampf gegen Spielmanipulationen
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Die Wahrung der Integrität des europäischen Fußballs ist unverzichtbar – ebenso wichtig wie ein effektives Zusammenspiel auf dem Rasen ist eine enge Zusammenarbeit abseits des Spielfelds, um eine erfolgreiche Zukunft zu gewährleisten.
In dieser Woche haben die am Kampf gegen Spielmanipulationen beteiligten Akteure eine klare Richtung vorgegeben, um für neue Bedrohungen gewappnet zu sein. Sie haben sich dazu verpflichtet, die Kapazitäten auf nationaler Ebene zu stärken und die internationale Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Interessenträgern, darunter die UEFA, nationale Behörden, internationale und nationale Strafverfolgungsbehörden sowie die europäischen Nationalverbände, zu intensivieren.
Gemeinsame Fortschritte zur Stärkung der Integrität
Mit dem ersten Forum für Integritätsbeauftragte in Ljubljana, an dem alle 55 UEFA-Mitgliedsverbände teilnahmen, gefolgt vom jährlichen Treffen der Arbeitsgruppe zur Bekämpfung von Spielmanipulationen, die beide gemeinsam mit dem Slowenischen Fußballverband ausgerichtet wurden, hielt die UEFA die bis dato größte Integritätstagung im europäischen Fußball ab, bei der praktische Instrumente und operative Erkenntnisse zum Schutz der kontinentalen und nationalen Wettbewerbe ausgetauscht wurden.
Die Integritätsbeauftragten erhielten Einblicke in neue Ermittlungsmethoden, tauschten Informationen zu konkreten Fällen aus und intensivierten die Kontakte mit der UEFA und ihren internationalen Partnern. Dabei wurden Fallstudien mit praxisnahen Übungen kombiniert, um potenzielle Bedrohungen und Unregelmäßigkeiten besser erkennen und dagegen vorgehen zu können.
„Spielmanipulationen machen vor Grenzen nicht halt. Deshalb müssen wir unbedingt geschlossen reagieren“, sagte Angelo Rigopoulos, Exekutivdirektor Integrität und regulatorische Angelegenheiten der UEFA. „Was wir bei diesen Treffen gemeinsam aufgebaut haben, bildet die Grundlage für einen wirksamen Schutz. Wenn alle Interessenträger an einem Strang ziehen, stärken wir das Abwehrsystem des europäischen Fußballs auf eine Art, zu der keine einzelne Organisation alleine fähig ist.“
Stärkung der nationalen Kapazitäten in ganz Europa
Das Forum markierte auch den Auftakt zu einem neuen Integritätszyklus, in dessen Rahmen die Nationalverbände dabei unterstützt werden sollen, stärkere und flexiblere Schutzmaßnahmen aufzubauen. Zwei Tage lang tauschten die Teilnehmenden bewährte Vorgehensweisen zu folgenden Themen aus:
- Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
- Analyse von Wettdaten
- Beweissammlung für Disziplinarfälle
- Neue Schulungsansätze
- UEFA-Fonds zur Untersuchung von Integritätsangelegenheiten
Vor allem kleinere Verbände können vom Zugang zu Fachkompetenz in Ermittlungsfragen profitieren, die normalerweise nur in größeren Verbänden und Strafverfolgungsbehörden vorhanden ist. Die größeren Verbände ziehen ihrerseits nützliche Erkenntnisse aus den Diskussionen über die Herausforderungen bei der Präventionsarbeit, die in kleineren bzw. aufstrebenden Fußballmärkten auftreten.
Stimmen aus dem Forum der Integritätsbeauftragten
„Die letzten beiden Tage waren sehr aufschlussreich und nützlich. Es haben zahlreiche interessante Diskussionen zu einer breiten Palette von Integritätsfragen stattgefunden. Für ein kleines Land sind Tagungen wie diese besonders bedeutungsvoll. Es gibt zwar keinen allgemeingültigen Ansatz, doch mit der Vielfalt der behandelten Themen wird sichergestellt, dass alle Anwesenden profitieren. Ich kehre mit klareren Vorstellungen über meine Rolle nach Hause zurück und bin dankbar, dass ich mich mit anderen Beauftragten austauschen konnte. Jetzt freue ich mich darauf, das erlangte Wissen anzuwenden.“
Lai Sun Lui, Integritätsbeauftragter des Fußballverbands von Gibraltar
„Das Forum war eine echte Inspiration und hat viele neue Einblicke geboten. Das erlangte Wissen motiviert mich sehr, mit frischem Elan weiterzumachen. Ich bin dankbar für die Gelegenheit, mich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und gemeinsam den Integritätsrahmen zu stärken. Die wichtigste Botschaft ist klar: Wir können Spielmanipulationen nur gemeinsam bekämpfen.“
Mariëlle van den Breemen, Integritätsbeauftragte des Niederländischen Fußballverbands
Operativer Nutzen dank internationaler Zusammenarbeit
Da Spielmanipulationen von immer größeren und komplexeren Netzwerken ausgehen, wurde bei der Veranstaltung in Ljubljana betont, dass eine internationale Kooperation unverzichtbar ist. Zu diesem Zweck lud die UEFA Vertreter/-innen von Europarat, CONMEBOL, Europol, FIBA, FIFPRO, Genius Sports, der Kopenhagen-Gruppe, IBIA, IOK, Interpol, kommerziellen Partnern, der spanischen Bundespolizei, Sportradar, ULIS und des UNODC zum Forum ein, um die operative Zusammenarbeit zwischen Sportverbänden, nationalen Behörden, Strafverfolgungsbehörden und den Betreibern von Wettüberwachungssystemen zu verstärken.
„Hinter Spielmanipulationen steckt oft organisiertes Verbrechen, weshalb es ein international koordiniertes Vorgehen braucht, um unsere Schutzmaßnahmen zu stärken“, erklärte Pablo Salazar vom Europäischen Zentrum für Finanz- und Wirtschaftskriminalität (EFECC) von Europol. „Europol hat sich dazu verpflichtet, durch Informationsaustausch und operative Unterstützung eng mit der UEFA und den nationalen Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten, um die Integrität im Sport zu schützen.“
Unterschiedliche Erfahrungen, gemeinsame Mission
Einer der wertvollsten Aspekte des Forums war der Austausch unter den Nationalverbänden. Die Delegationen tauschten ihre Erfahrungen in unterschiedlichen geografischen, regulatorischen und kulturellen Gegebenheiten aus – diese reichten von Verbänden mit ausgeklügelten Integritätsmechanismen bis hin zu kleineren Verbänden mit weniger Ressourcen, die aber aufgrund der zunehmenden grenzüberschreitenden Ermittlungen an strategischer Bedeutung gewinnen.
Ab 2027 werden sich die Nationalverbände zu regionalen Workshops treffen, doch bis dahin geht die gemeinsame Arbeit zum Schutz der Integrität unvermindert weiter und die Akteure sind besser denn je auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereitet. Ihre Arbeit ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung, um den Fußball sauber zu halten und die Integritätsziele der UEFA zu erreichen.