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Unterstützung von Spielerinnen im Fokus der jüngsten Sitzung des UEFA-Fußballbeirats

Die UEFA Frauenfußball

Führende Persönlichkeiten aus dem europäischen Frauenfußball besprachen mit der UEFA wichtige Themen für die Zukunft, darunter Gesundheit und Leistung von Spielerinnen, Wettbewerbe, Belastung und Spielkalender sowie Förderstrukturen für den Übergang von der aktiven Karriere ins Trainergeschäft.

Ein Teil der Mitglieder des UEFA-Fußballbeirats bei der jüngsten Sitzung in Nyon.
Ein Teil der Mitglieder des UEFA-Fußballbeirats bei der jüngsten Sitzung in Nyon.

Am Montag trafen sich aktuelle und ehemalige Nationalspielerinnen sowie Coaches aus ganz Europa zur jüngsten Sitzung des UEFA-Fußballbeirats und tauschten ihre Erfahrungen und Anliegen mit Blick auf die künftige Entwicklung des Frauenfußballs aus. Unter dem Vorsitz des stellvertretenden UEFA-Generalsekretärs und Direktors Fußball, Giorgio Marchetti, und der Direktorin Frauenfußball, Nadine Keßler, erörterte der Beirat bei seiner jährlichen Sitzung eine Reihe von Themen zum Frauenfußball in Europa. Bei dem Treffen bringen sich jeweils einige der erfahrensten Persönlichkeiten des Frauenfußballs ein, die zusammen über 2 000 Länderspiele absolviert haben, und gestalten so die Zukunft des Sports mit. 

„Ich möchte allen danken, die sich Zeit genommen haben, an diesem Treffen des UEFA-Fußballbeirats teilzunehmen“, sagte Marchetti. „Es war eine wichtige Gelegenheit für uns, die auf und neben dem Platz erzielten Fortschritte zu präsentieren. Aber noch wichtiger war es, den Spielerinnen und Coaches Gehör zu schenken, die den Frauenfußball am besten kennen. Die Spielerinnen in den Vordergrund zu stellen ist eine strategische Priorität der UEFA. In der kurzen Zeit konnten wir eine breite Palette an Themen besprechen, die für das Verständnis der Bedürfnisse der Spielerinnen wichtig sind und die uns Aufschlüsse darüber geben, wie wir den Frauenfußball in ganz Europa voranbringen können.“

Wer hat an der jüngsten Sitzung des UEFA-Fußballbeirats teilgenommen?

Janni Arnth (Dänemark)Gemma Grainger (England)
Verónica Boquete (Spanien)Pernille Harder (Dänemark)
Lucy Bronze (England)Jessica Houara (Frankreich)
Marissa Callaghan (Nordirland)Carolina Morace (Italien)
Karen Carney (England)Francisco Neto (Portugal)
Jovana Damnjanović (Serbien)Lotta Schelin (Schweden)
Magdalena Eriksson (Schweden)Viktoria Schnaderbeck (Österreich)
Daphné Corboz (USA/Frankreich – Vertreterin FIFPRO Europe)Gaëtane Thiney (Frankreich)
Laura Georges (Frankreich)Ellen White (England)

„Es ist ein Privileg zu wissen, dass wir hier eine Stimme und die Möglichkeit haben, diesen Sport, der sich ständig weiterentwickelt, mitzugestalten“, sagte die norwegische Nationaltrainerin Gemma Grainger. „Diese Verantwortung nehme ich sehr ernst. Der Frauenfußball wächst und entwickelt sich so rasant, dass die Teilnahme an solchen Treffen wirklich dazu beiträgt, gute Entscheidungen für den Frauenfußball zu treffen. Die UEFA kann den Spielerinnen zuhören und dann entsprechend handeln, und das ist unglaublich positiv.“

Zu den laufenden Aktivitäten gehören die UEFA-Belastungsstudie, Forschungsarbeiten rund um Verletzungen am vorderen Kreuzband (VKB) und Projekte zum Menstruationszyklus, die Teil des umfassenderen Engagements der UEFA zur Erhebung von Daten und praktischen Leitlinien für Fußballerinnen sind. Anhand der Definition von „Belastung“ – d.h. von den physischen Anforderungen in Training und Wettkampf bis hin zu allgemeinen Faktoren, die Leistung und Wohlbefinden beeinflussen – sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die bei der Gestaltung künftiger Strategien zum Schutz des Wohlergehens der Spielerinnen helfen.

Die Teilnehmenden diskutierten auch über Entwicklungen in der medizinischen Betreuung und die Bereitstellung von Ressourcen im Frauenfußball. Dabei wurde aufgezeigt, wie Spielerinnen klarere und leichter zugängliche Informationen zum Umgang mit Verletzungen zur Verfügung gestellt werden können. Diesbezüglich begrüßte der Beirat die kürzlich auf den Weg gebrachte UEFA-Initiative „OWN IT“, in deren Rahmen Spielerinnen auf allen Ebenen verlässliche Erkenntnisse zu wichtigen Gesundheitsthemen im Zusammenhang mit Leistung und Wohlbefinden erhalten.

Anschließend setzte sich der Beirat mit dem Wettbewerbsumfeld und der Weiterentwicklung der UEFA-Frauen-Klubwettbewerbe auseinander. Das neue Format der UEFA Women’s Champions League und die Einführung des UEFA Women’s Europa Cup, der mehr Spielerinnen und Vereinen aus verschiedenen Ländern die Möglichkeit eröffnet, sich auf europäischem Parkett zu präsentieren, wurden von vielen Seiten gelobt.

Angesichts der neuen Wettbewerbsstrukturen betonten die Teilnehmenden, wie wichtig es sei, dass sich die organisatorischen Standards, die Dienstleistungen für Teams und das Wettbewerbsumfeld parallel zum wachsenden Spielkalender weiterentwickelten. Im Hinblick auf eine stärkere Fanbeteiligung und höhere Zuschauerzahlen in den Stadien wurden insbesondere bessere Möglichkeiten zur Spielansetzung als wichtige und dringende Priorität hervorgehoben.

Schließlich bewerteten die Mitglieder den aktuellen und für 2026 überarbeiteten Spielkalender und stellten dabei die Verringerung der Länderspielperioden auf fünf pro Jahr sowie die Einführung von zwei verschiedenen Arten von Abstellungsfristen fest. In Bezug auf die Belastung der Spielerinnen befasste sich der Beirat mit verschiedenen Aspekten des Spielkalenders – von Reiseanforderungen über Erholung zwischen Spielen bis hin zu Sommer- und Winterpause sowie persönlichen Verpflichtungen. Das Ziel besteht darin, ausgewogene und nachhaltige Rahmenbedingungen sowohl für die Vereine als auch für die Nationalmannschaften aufrechtzuerhalten.

Bessere Unterstützung für Elitespielerinnen

 Die Mitglieder des Beirats tauschten auch Ideen zur Frage aus, wie aktuelle und künftige Spielerinnen im Laufe ihrer Karriere besser unterstützt werden können. Auf Grundlage ihrer eigenen Erfahrungen wiesen sie auf potenzielle Lücken und auf fünf Bereiche hin, in denen der Fußball Elitespielerinnen besser unterstützen kann: Leistung und Gesundheit, Karrierewege, persönliche Finanzen, gesellschaftliche Wirkung sowie digitale und persönliche Vermarktung.

 Diese Erkenntnisse werden weitere Diskussionen auslösen, die der UEFA und ihren Interessenträgern bei der Entwicklung strategischer Programme helfen werden. Eines der Hauptanliegen ist die Schaffung besserer Strukturen für eine Zweitkarriere im Fußball – der Beirat brachte diesbezüglich den Wunsch zum Ausdruck, dass mehr Spielerinnen nach ihrer aktiven Karriere dem Fußball erhalten bleiben. In diesem Zusammenhang wurde die Notwendigkeit zusätzlicher Ausbildungsmöglichkeiten betont, insbesondere für Profispielerinnen, die noch während ihrer Karriere ihre Trainerlizenz erwerben möchten.

Warum die Stimmen der Spielerinnen zählen

Der Fußballbeirat stellt eine wichtige Gelegenheit für einen direkten Dialog zwischen der UEFA und den führenden Spieler/-innen und Coaches dar, deren Erfahrungen dem europäischen Dachverband dabei helfen, den europäischen Fußball sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen voranzubringen.

„Es ist wichtig, Leute einzubeziehen, die selber Fußball gespielt haben und im Fußball tätig sind, damit der Fußball weiter wächst“, sagte die ehemalige französische Nationalspielerin Laura Georges. „Wir müssen unsere Erfahrungen und unser Wissen einbringen. Wenn wir Ideen und Meinungen austauschen, tragen wir alle dazu bei, den Fußball besser zu machen.“

Der Fußballbeirat ist nur ein Weg, wie sich die UEFA mit Spielerinnen und Spielern austauscht, um sicherzustellen, dass sie und der Sport als Ganzes ihr Potenzial ausschöpfen können. Im Februar wurde der Präsident der FIFPRO Europe, David Terrier, Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees – damit sind die Spielerinnen und Spielerinnen nunmehr direkt im höchsten Entscheidungsgremium des europäischen Fußballs vertreten, zusammen mit den Nationalverbänden, Ligen und Vereinen.

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