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Neue Strategie zur Förderung des Frauenfußballs in Serbien

Die UEFA Frauenfußball Mitglieder

Der Serbische Fußballverband (FSS) hat seine erste Frauenfußballstrategie auf den Weg gebracht, mit der internationale Erfolge fortgesetzt, Entwicklungswege auf Elitestufe verbessert, die Breitenfußballstrukturen gestärkt und kulturelle Barrieren überwunden werden sollen.

Serbische Nationalspielerinnen in T-Shirts zur Förderung der neuen nationalen Frauenfußballstrategie.
Serbische Nationalspielerinnen in T-Shirts zur Förderung der neuen nationalen Frauenfußballstrategie. FSS

Unter dem Titel „We Can’t Be Benched“ (Wir lassen uns nicht auf die Bank setzen) wurde die Strategie bei einer Veranstaltung in Belgrad zu Beginn einer für die serbische Frauenauswahl denkwürdigen Zeit vorgestellt. Die Bekanntgabe erfolgte eine Woche vor Beginn des Qualifikationswettbewerbs zur FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2027, den Serbien in der A-Liga bestreitet, in die das Team nach einer erfolgreichen Kampagne in der B-Liga der UEFA Women’s Nations League in der letzten Saison ungeschlagen aufgestiegen ist.

„Ich habe die enorme Leidenschaft, den Einsatz und das Potenzial unserer Frauen gesehen. Die Ergebnisse der vergangenen Jahre, insbesondere der historische Aufstieg unseres A-Teams in die Top-Liga der Nations League, zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte FSS-Vizepräsidentin Sandra Sremčević. „Unsere Aufgabe besteht darin, diese Werte zu fördern, zu pflegen und systematisch weiterzuentwickeln. In dieser Strategie werden klare Ziele in den Bereichen Breitenfußball, Infrastruktur, Ausbildung, Wettbewerbe, Sichtbarkeit und Frauen in Führungspositionen gesetzt. Unsere Botschaft ist eindeutig: Wir lassen uns nicht auf die Bank setzen – wir spielen, wir führen und wir gewinnen.“

Strategie „We Can’t Be Benched“ lesen (auf Englisch)

„We Can’t Be Benched“

Aufbauend auf den jüngsten Erfolgen Serbiens auf internationaler Bühne sollen erstklassige und nachhaltige Leistungsstrukturen geschaffen werden, damit sich das Nationalteam für große Turniere wie die UEFA Women’s EURO qualifizieren kann. Zu den Maßnahmen gehören die Verbesserung der Talentsichtung, die Erhöhung der Anzahl an Vollzeitmitarbeitenden im Stab des Frauen-Nationalteams sowie verbesserte Instrumente und Technologien für die Leistungsanalyse.

Es ist klar, dass der internationale Erfolg von einer starken nationalen Vereinsstruktur abhängt. Daher umfasst die Strategie auch Pläne zur Verbesserung der kommerziellen Tragfähigkeit der serbischen Women’s Super League sowie zur Einführung von Klublizenzierungskriterien zur Festlegung von Mindeststandards. Verbesserungen an der Infrastruktur – darunter ein verbesserter Zugang zu Spielfeldern, eigene Umkleidekabinen für Spielerinnen und die Verpflichtung, bis 2029 alle Partien der Women’s Super League auf Natur- oder Hybridrasen auszutragen – sind wichtige Bestandteile der Strategie. Eine weitere Priorität ist die Weiterbildung des Personals im Frauenfußball.

Die Strategie zielt darauf ab, die Verbindung zwischen dem UEFA-Playmakers-Programm und lokalen Vereinen zu stärken.
Die Strategie zielt darauf ab, die Verbindung zwischen dem UEFA-Playmakers-Programm und lokalen Vereinen zu stärken.Nebojsa Parausic / MN Press

Die Strategie sieht vor, mehr ehemalige Spielerinnen und ehrenamtliche Helferinnen in das Trainerwesen zu befördern, Seminare zum Wissensaustausch für das Personal des Nationalteams zu ermöglichen und Stipendien bereitzustellen, um ehemalige Spielerinnen beim Übergang in eine neue Rolle im Fußball zu unterstützen. Über die Strukturreformen hinaus sollen im Rahmen der Strategie die Teilnehmerzahlen in ganz Serbien erhöht werden, indem Verbindungen zwischen Initiativen wie dem UEFA-Playmakers-Programm und lokalen Vereinen gestärkt werden. Die Nationalspielerinnen werden durch Besuche in Schulen, gezielte Medienkampagnen und verbesserte digitale Auftritte zu Vorbildern und tragen dazu bei, kulturelle Barrieren zu überwinden und die nächste Generation zu inspirieren.

Die Länderspiele werden in verschiedenen Regionen des Landes ausgetragen, um das Engagement weiter zu steigern. Gleichzeitig werden integrierte Werbekampagnen mit Spielerinnen und Spielern durchgeführt, die unterstreichen, dass der Frauenfußball fester Bestandteil der serbischen Fußballidentität ist.

FSS-Generalsekretär Branko Radujko und die Kapitänin des Frauennationalteams, Violeta Slović, unterzeichnen eine Vereinbarung zur Unterstützung bei Schwangerschaft und Mutterschaft.
FSS-Generalsekretär Branko Radujko und die Kapitänin des Frauennationalteams, Violeta Slović, unterzeichnen eine Vereinbarung zur Unterstützung bei Schwangerschaft und Mutterschaft.Nebojsa Parausic / MN Press

Unterstützung von schwangeren Spielerinnen

Ein besonderer Moment im Rahmen der Einführung der Strategie war die Unterzeichnung einer Vereinbarung, mit der Spielerinnen, die Mutter geworden sind, besser unterstützt werden. Die Vereinbarung wurde von FSS-Generalsekretär Branko Radujko und der Kapitänin des Frauennationalteams, Violeta Slović, unterzeichnet. Damit wird sichergestellt, dass Spielerinnen, die nach der Mutterschaftspause in den Spitzenfußball zurückkehren, Unterstützung bei der Kinderbetreuung erhalten, wenn sie für das Nationalteam aufgeboten werden. In Übereinstimmung mit den UEFA-Mindeststandards für Frauennationalteams besteht das Ziel darin, dass keine Spielerin vor der Entscheidung stehen muss, ob sie für ihr Land antreten oder sich um ihr Kind kümmern möchte.

Der serbische Premierminister Ðuro Macut mit FSS-Vizepräsidentin Sandra Sremčević.
Der serbische Premierminister Ðuro Macut mit FSS-Vizepräsidentin Sandra Sremčević.Nebojsa Parausic / MN Press

Im Rahmen des serbischen Projekts zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit, „Champions of Good Habits“, das durch Mittel aus dem UEFA-HatTrick-Programm unterstützt wird, stand bei der Veranstaltung auch ein Modul zur Gesundheit und zum Wohlbefinden von Spielerinnen im Mittelpunkt. Dieses wurde vom serbischen Premierminister Đuro Macut geleitet, der auch ein führender Experte im Bereich Endokrinologie ist. Er sprach die Bedeutung des Hormonhaushalts, des Menstruationszyklus und des RED-S-Syndroms an und unterstrich die Notwendigkeit einer besseren Sensibilisierung zum Thema Gesundheit von Frauen im Fußball.

„Das war keine simple Veranstaltung, sondern die klare Bestätigung dafür, dass der Frauenfußball in Serbien über eine Struktur, eine Vision und umfassende institutionelle Unterstützung verfügt“, so Sremčević. „Die Energie und Einheit, die wir heute gezeigt haben, sind entscheidend für die nächste Entwicklungsphase.“

„Unstoppable“: Frauenfußballstrategie der UEFA

Von 2024 bis 2030 soll der Frauenfußball:

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  • anhand von Entwicklungsmöglichkeiten für Spielerinnen, Coaches und Referees sowie durch Möglichkeiten im Breitenfußball die am meisten praktizierte Sportart für Frauen und Mädchen in allen europäischen Ländern sein;
  • in Europa die Heimat der weltbesten Spielerinnen, mit sechs reinen Profiligen und 5 000 reinen Profispielerinnen, sein;
  • der nachhaltigste und für Investitionen attraktivste Frauensport sein, mit rekordverdächtigen UEFA-Wettbewerben;
  • für seine Werte, Kultur und eigene Geschichte gefeiert werden, der für alle einen Platz bietet.