Der europäische Fußball trauert um Doris Fitschen
Montag, 17. März 2025
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Die vierfache Frauen-Europameisterin, die als eine der größten deutschen Spielerinnen aller Zeiten gilt, verstarb am Samstag nach langer Krankheit.
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Der europäische Fußball trauert um die deutsche Fußballlegende Doris Fitschen, die nach langer Krankheit im Alter von 56 Jahren verstorben ist.
Ihr Debüt im deutschen Nationalteam feierte Fitschen als 17-Jährige am 4. Oktober 1986 gegen Dänemark und erzielte dabei auch prompt ihr erstes von 16 Toren in insgesamt 144 Länderspielen. Schnell wurde sie als "weiblicher Beckenbauer" bezeichnet. Als Libero brillierte sie mit ihrer auffallend großer Präsenz, einem herausragenden Stellungsspiel und großem Offensiv-Geist.
Schon mit 20 Jahren zählte die Nummer 5 im DFB-Team zu den absoluten Leistungsträgerinnen, was sie 1989 bei der Frauen-EM im eigenen Land eindrucksvoll bewies, als sie ihr Team zum Titel führte. Drei weitere EM-Erfolge (1991, 1997 und 2001) sollten noch folgen, dazu die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. Auf Vereinsebene wurde sie mit Frankfurt und Siegen mehrfache deutsche Meisterin und Pokalsiegerin.
2001 beendete sie ihre großartige Karriere in den USA bei Philadelphia Charge und schaffte anschließend einen nahezu nahtlosen Wechsel hinter die Kulissen. Als ARD-Expertin wusste sie ebenso zu überzeugen wie beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), wo sie unter anderem im Organisationskomitee für die FIFA-WM der Frauen 2011 in Deutschland für das Marketing verantwortlich war.
Zwischen 2009 und 2016 betreute sie als Managerin das Frauen-Nationalteam, das in dieser Zeit zweimal Europameister und 2016 Olympiasieger wurde. Seit April 2022 war sie beim DFB als Gesamtkoordinatorin verantwortlich für die Strategie "Frauen im Fußball".
"Doris Fitschen war nicht nur eine bemerkenswerte Spielerin, sondern auch eine inspirierende Führungspersönlichkeit und Mentorin", sagte UEFA-Präsident Aleksander Čeferin. "Ihr Engagement für den Frauenfußball und ihre Visionen für die Zukunft des Fußballs haben uns alle unauslöschlich geprägt. Das Vermächtnis von Doris wird auch kommende Generationen inspirieren. Wir werden sie sehr vermissen."
2019 wurde Fitschen in die deutsche Hall of Fame aufgenommen, schon zuvor war sie mit dem Silbernen Lorbeerblatt der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Einmal nach ihrer Motivation gefragt, meinte Fitschen in einem Interview mit dem DFB: "Die Freude an diesem Spiel, der Spaß am Fußball. Mich fasziniert dieser Sport in allen seinen Facetten und es reizt mich, daran mitzuarbeiten, die Voraussetzungen für Frauen im Fußball auf den verschiedenen Ebenen zu verbessern. Die Möglichkeit, etwas zu verändern, begeistert mich und ich begreife es als große Chance, dabei meine Erfahrungen einzubringen."