Fakten: Portugal - Frankreich
Mittwoch, 3. Juli 2024
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Portugal und Frankreich treffen im Viertelfinale der UEFA EURO 2024 im Hamburger Volksparstadion aufeinander.
Obwohl Frankreich über die Jahre 19 der 28 Begegnungen zwischen den beiden Ländern für sich entscheiden konnte, sind die Erinnerungen an den Sieg der Portugiesen gegen Les Bleus im Finale der EURO 2016 im Stade de France bestimmt noch frisch.
Dies war Portugals einziger Sieg gegen Frankreich in den letzten 14 Partien. In der Gruppenphase der EURO 2020 trennte man sich mit einem 2:2.
Beide Mannschaften qualifizierten sich mit viel Mühe für die Runde der letzten Acht. Ein spätes Eigentor von Jan Vertonghen bescherte Frankreich am 1. Juli in Düsseldorf einen 1:0-Sieg gegen Belgien. Am selben Tag brauchte Portugal das Elfmeterschießen, um sich in Frankfurt gegen Slowenien durchzusetzen. Diogo Costa hielt im Elfmeterschießen drei Elfmeter und besiegelte damit den 3:0-Sieg nach torlosen 120 Minuten. Cristiano Ronaldo scheiterte in der Verlängerung mit einem Elfmeter an Jan Oblak.
Während Portugal nach Siegen gegen Tschechien (2:1) und die Türkei (3:0) und trotz einer Niederlage am 3. Spieltag gegen Georgien (0:2) Gruppe F für sich entschied, wurde Frankreich nach einem 1:0-Sieg zum Auftakt gegen Österreich und zwei Remis gegen die Niederlande (0:0) und Polen (1:1) Zweiter der Gruppe D.
Der Sieger dieses Duells trifft im Halbfinale am 9. Juli in München auf Spanien oder Deutschland.
Frühere Begegnungen
Spiele 28
Siege für Frankreich 19
Siege für Portugal 6
Unentschieden 3
Tore für Frankreich 52
Tore für Portugal 31
Am 3. Spieltag der EURO 2020 in der Puskás Aréna in Budapest gab es drei Elfmeter, die am Ende zu einem 2:2-Unentschieden führten. Cristiano Ronaldos Elfmeter in der 31. Minute brachte Portugal in Führung, doch zwei Treffer von Karim Benzema (45.+2., 47.) drehten das Spiel zugunsten der Franzosen. Ein weiterer Elfmeter von Ronaldo nach einer Stunde sorgte für die Punkteteilung. Ein Ergebnis, durch das beide Teams weiterkamen, Frankreich als Sieger der Gruppe F und Portugal als bester Gruppendritter. Im Achtelfinale war dann aber für beide Teams Endstation.
Nach einem torlosen Unentschieden in der UEFA Nations League am 11. Oktober 2020 im Stade de France erzielte Frankreichs N'Golo Kanté am 14. November im Estádio do Sport Lisboa e Benfica in Lissabon in der 53. Minute das einzige Tor und sicherte seiner Mannschaft damit den ersten Platz in der Gruppe A3 und die Teilnahme an der Endrunde 2021, die Frankreich durch einen 2:1-Erfolg im Finale gegen Spanien gewann.
Vor dem Endspiel der EURO 2016 hatte Frankreich zehn Spiele in Folge zwischen diesen beiden Teams gewonnen.
Trotz der verletzungsbedingten Auswechslung von Kapitän Ronaldo nach nur 25 Spielminuten holte sich Portugal dank eines Treffers des eingewechselten Éder (109. Minute) den Titel. Es war sein erster Pflichtspieltreffer für sein Land.
Pepe stand ebenfalls für Portugal auf dem Platz, Antoine Griezmann, Olivier Giroud und Kingsley Coman als Einwechselspieler spielten für die Franzosen.
Damit endete eine über 40 Jahre andauernde Siegesserie der Franzosen gegen Portugal, die mit einem 2:0-Sieg in einem Freundschaftsspiel im April 1975 im Parc des Princes, bei dem Nené und Marinho die Tore erzielten, begann.
Zu dieser langen Siegesserie gegen Portugal gehörten die Siege im Halbfinale bei der Europameisterschaft 1984 (3:2) und 2000 (2:1) - damals war der heutige Trainer Didier Deschamps Kapitän von Les Bleus - sowie ein 1:0-Sieg in der Runde der letzten Vier bei der WM 2006.
Frankreich hatte also alle drei Pflichtspiele gegen Portugal vor dem Finale der EURO 2016 gewonnen.
Das letzte Freundschaftsspiel zwischen den beiden Mannschaften im September 2015 in Lissabon entschied Frankreich durch einen Treffer von Mathieu Valbuena mit 1:0 für sich.
EURO-Fakten
Portugal
Portugal ist zum achten Mal in Folge und neunten Mal insgesamt bei der EURO dabei.
Den größten Erfolg feierten die Portugiesen bei der EURO 2016, als man das Finale gegen Gastgeber Frankreich in Saint-Denis durch ein Tor des eingewechselten Éder in der Verlängerung mit 1:0 gewann.
Portugals Titelverteidigung bei der EURO 2020 scheiterte durch eine 0:1-Niederlage im Achtelfinale gegen Belgien. Sie belegten in der Gruppe F hinter Frankreich und Deutschland den dritten Platz und gewannen lediglich das Auftaktspiel gegen Ungarn mit 3:0.
Nachdem Roberto Martínez nach der WM 2022 Fernando Santos abgelöst hatte, stürmte Portugal durch die Qualifikation zur EURO 2024 und gewann als einziges Team alle Spiele. Nach 36 Toren und nur zwei Gegentreffern belegte man mit acht Punkten Vorsprung den ersten Platz in der Gruppe J. Dank eines 3:2-Heimsiegs gegen den späteren Zweitplatzierten Slowakei am 13. Oktober 2023 qualifizierte man sich bereits drei Spiele vor Schluss für die Endrunde.
Mit seinem Einsatz gegen Tschechien am 1. Spieltag lief Cristiano Ronaldo in Deutschland bei seiner sechsten EURO auf. Er hält bei diesem Turnier den Rekord für die meisten Tore (14) und meisten Einsätze (28).
Ronaldo erzielte bei der EURO 2020 fünf Tore und wurde gemeinsam mit Tschechiens Patrik Schick Toptorschütze des Turniers, bei der EURO 2024 hat er allerdings noch nicht getroffen.
Pepe ist inzwischen der älteste Spieler, der je bei einer EURO-Endrunde zum Einsatz kam; am 2. Spieltag der EURO 2024 gegen die Türkei war Portugals Innenverteidiger 41 Jahre und 117 Tage alt, als er am 22. Juni beim 3:0-Sieg 90 Minuten auf dem Platz stand.
Portugal hat sich bei allen neun EM-Endrunden für die K.-o.-Runde qualifizieren können.
Portugals Bilanz in Viertelfinal-Duellen: 4S 3N:
1960 3:6 - Jugoslawien (Gesamt: 2:1 H, 1:5 A)
1996 0:1 - Tschechien
2000 2:0 - Türkei
2004 2:2 - England (n.V, 6:5 i.E.)
2008 2:3 - Deutschland
2012 1:0 - Tschechien
2016 1:1 - Polen (n.V., 5:4 i.E.)
Ronaldo verwandelte vor acht Jahren einen Elfmeter bei Portugals Sieg im Elfmeterschießen gegen Polen, erzielte 2012 gegen Tschechien den Siegtreffer und traf auch 2004 beim Erfolg im Elfmeterschießen gegen England.
Dies ist das erste Spiel der Portugiesen im Volksparkstadion.
Frankreich
Frankreich, Europameister von 1984 und 2000, ist zum insgesamt 11. Mal bei einer EM-Endrunde mit dabei und hat seit 1988 kein Turnier mehr verpasst.
Les Bleus, die 2016 Gastgeber waren, als sie im Finale gegen Portugal verloren, werden seit 2012 von Didier Deschamps trainiert.
Frankreich sicherte sich bei der EURO 2020 den ersten Platz in der Gruppe F, vor Deutschland, Titelverteidiger Portugal und Ungarn, schied aber im Achtelfinale gegen die Schweiz aus. Trotz einer 3:1-Führung neun Minuten vor dem Ende, musste die Équipe Tricolore am Ende ins Elfmeterschießen und zog dort mit 4:5 den Kürzeren.
Unter Deschamps erreichte Frankreich bei drei der letzten vier großen Turniere das Finale. Bei der Europameisterschaft 2016 unterlag Les Bleus Portugal mit 0:1 nach Verlängerung. 2018 gewann die Mannschaft ihren zweiten Weltmeistertitel durch einen Sieg gegen Kroatien. Im Finale der Weltmeisterschaft 2022 mussten sich die Franzosen jedoch Argentinien im Elfmeterschießen geschlagen geben.
Frankreich gewann sieben seiner acht Spiele auf dem Weg zur EURO 2024. Das EM-Ticket sicherten sich die Franzosen bereits zwei Spieltage vor Schluss durch einen 2:1-Auswärtssieg gegen die Niederlande am 13. Oktober. Mit 22 Punkten setzte sich die Équipe Tricolore als Gruppenerster durch, vier Zähler vor der Niederlande auf dem zweiten Platz.
Am vorletzten Gruppenspieltag gewann Frankreich mit 14:0 gegen Gibraltar. Dieser Erfolg stellte nicht nur einen neuen Rekord für den höchsten Sieg in einer EM-Qualifikation auf, sondern war auch der höchste Sieg in der Geschichte der französischen Nationalmannschaft.
Die Mannschaft von Deschamps ist seit sieben Spielen ungeschlagen (4S 3U), seit einer 0:2-Niederlage zu Hause gegen Deutschland am 23. März. Dies ist ihre einzige Niederlage in den letzten elf Partien (6S 4U).
Frankreich hat bei acht von zehn Teilnahmen bei der EURO und sieben der letzten acht die Gruppenphase überstanden.
Der verwandelte Elfmeter von Kylian Mbappé gegen Polen am 3. Spieltag war sein erstes Tor bei einer EM in seinem sechsten Spiel.
Portugals Bilanz in Viertelfinal-Duellen: 4S 4N:
1960 9:4 - Österreich (Gesamt: 5:2 H, 4:2 A)
1964 2:5 - Ungarn (Gesamt: 1:3 H, 1:2 A)
1968 2:6 - Jugoslawien (Gesamt: 1:1 H, 1:5 A)
1996 0:0 - Niederlande (n.V., 5:4 i.E.)
2000 2:1 - Spanien
2004 0:1 - Griechenland
2012 0:2 - Spanien
2016 5:2 - Island
Beim Sieg gegen Island 2016 gelang Giroud ein Doppelpack, Griezmann steuerte einen Treffer bei.
Wie Portugal hat auch Frankreich noch nie in Hamburg gespielt.
Verschiedenes
Portugal-Trainer Martínez war Trainer der belgischen Nationalmannschaft, die bei der Weltmeisterschaft 2018 (0:1) und bei der Nations League 2021 (2:3) im Halbfinale an Deschamps' Frankreich scheiterte.
Haben in Frankreich gespielt:
Danilo (Paris Saint-Germain 2020–)
Nuno Mendes (Paris Saint-Germain 2021–)
Vitinha (Paris Saint-Germain 2022–)
Gonçalo Ramos (Paris Saint-Germain 2023–)
Rafael Leão (LOSC Lille 2018/19)
Bernardo Silva (Monaco 2014–17)
Nuno Mendes, Vitinha, Danilo und Gonçalo Ramos spielen gemeinsam mit Warren Zaïre-Emery, Ousmane Dembélé, Randal Kolo Muani und Bradley Barcola für Paris Saint-Germain. Mbappé spielte vor seinem Wechsel im Sommer ebenfalls für die Franzosen.
Haben zusammen gespielt:
Rafael Leão & Mike Maignan (LOSC Lille 2018/19, AC Milan 2021–)
Rafael Leão & Theo Hernández (AC Milan 2019–)
Rafael Leão & Olivier Giroud (AC Milan 2021–24)
João Cancelo, João Félix & Jules Koundé (Barcelona 2023/24)
Diogo Jota & Ibrahima Konaté (Liverpool 2021–)
João Cancelo & Benjamin Pavard, Dayot Upamecano, Kingsley Coman (Bayern München 2023)
Cristiano Ronaldo & Adrien Rabiot (Juventus 2019–21)
Diogo Dalot & Theo Hernández (AC Milan 2020/21)
Nélson Semedo & Ousmane Dembélé (Barcelona 2017–20)
Nélson Semedo & Antoine Griezmann (Barcelona 2019/20)
Bernardo Silva & Kylian Mbappé (Monaco 2015–17)
Cristiano Ronaldo & Théo Hernandez (Real Madrid 2017/18)
João Félix & N'Golo Kanté (Chelsea 2023)
João Félix & Antoine Griezmann (Atlético de Madrid 2021–23)
Griezmann, dessen Großvater in der portugiesischen Stadt Pacos de Ferreira geboren wurde, traf in der 11. Minute der Nachspielzeit zum 2:1-Heimsieg von Atlético gegen Porto mit Torhüter Diogo Costa am ersten Spieltag der Champions League 2022/23. Auch beim 3:1-Sieg von Atlético gegen Porto am 6. Spieltag im Dezember 2021 traf er gegen den portugiesischen Torhüter.
Sein letztes Tor für Monaco erzielte Bernardo Silva am 14. Mai 2017 beim 4:0-Heimsieg in der Ligue 1 gegen LOSC Lille mit Torhüter Mike Maignan.
Am 16. April erzielte Mbappé beim 4:1-Sieg von Paris im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Barcelona mit João Cancelo und dem eingewechselten João Félix einen Doppelpack und sorgte für einen 6:4-Gesamtsieg der Franzosen.
Rafael Leão erzielte beim 2:1-Sieg des AC Milan gegen Paris am 4. Spieltag der Champions League 2023/24 den Führungstreffer. Olivier Giroud sorgte für den Siegtreffer der Italiener.
Rafael Leão traf auch in beiden Spielen, als Milan im Februar in den Play-offs der K.-o-.Runde der UEFA Europa League Rennes mit Gesamt 5:3 besiegte.
Im Champions-League-Finale 2016/17 gewann Real Madrid mit Ronaldo und Pepe gegen Atlético de Madrid mit Griezmann. Ronaldo verwandelte den entscheidenden Elfmeter nach dem 1:1-Unentschieden in Mailand. Griezmann schoss in der regulären Spielzeit einen Elfmeter an die Latte, traf aber im Elfmeterschießen.
Kanté wurde im Champions-League-Finale 2021 zum Spieler des Spiels gewählt, als er mit Chelsea in Porto Manchester City mit Rúben Dias und Bernardo Silva mit 1:0 besiegte.
Elfmeterschießen
Portugals Bilanz im Elfmeterschießen lautet jetzt: 4S 2N:
6:5 - England, EURO 2004 Viertelfinale
3:1 - England, 2006 WM-Viertelfinale
2:4 - Spanien, EURO 2012 Halbfinale
5:3 - Polen, EURO 2016 Viertelfinale
0:3 - Chile, 2017 Confederations Cup Halbfinale
3:0 - Slowenien, EURO 2024 Achtelfinale
Frankreichs Bilanz in acht Elfmeterschießen: 3S 5N:
4:5 - Bundesrepublik Deutschland, 1982 WM-Halbfinale
4:3 - Brasilien, 1986 WM-Viertelfinale
5:4 - Niederlande, EURO '96 Viertelfinale
5:6 - Tschechische Republik, EURO '96 Halbfinale
4:3 - Italien, 1998 WM-Viertelfinale
3:5 - Italien, 2006 WM-Finale
4:5 - Schweiz, EURO 2020 Achtelfinale
2:4 - Argentinien, 2022 WM-Finale