Medizinische Aktivitäten
Dienstag, 2. April 2024
Artikel-Zusammenfassung
Die Arbeit der UEFA im Bereich der Fußballmedizin soll sicherstellen, dass alle am Profifußball Beteiligten – in erster Linie die Spielerinnen und Spieler – auf eine gute medizinische Betreuung zählen können.
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Artikel-Aufbau
Das Medizinische Reglement der UEFA setzt höchste Standards mit Blick auf die Gesundheit und Sicherheit aller am europäischen Fußball Beteiligten – allein im Rahmen der UEFA-Wettbewerbe werden jede Saison ca. 2 500 Profifußballspiele auf dem ganzen Kontinent ausgetragen.
Unsere medizinischen Aktivitäten hören jedoch nicht mit dem Abpfiff auf. Unsere Mission ist es auch, dafür zu sorgen, dass der europäische Fußball mit den rasanten Veränderungen in der Sportmedizin Schritt hält:
- Die UEFA überprüft und ändert ihre Reglemente und Vorschriften laufend.
- Die UEFA unterstützt ihre Mitgliedsverbände dabei, das medizinische Wissen und die Ausbildung im Fußball in ihren Ländern zu verbessern.
- Die UEFA organisiert Tagungen für die rasant wachsende Community der Sportmedizin.
- Die UEFA finanziert Forschungsarbeiten zu wichtigen medizinischen Themen wie Gehirnerschütterungen und Verletzungen im Frauenfußball.
- Die UEFA führt Sensibilisierungskampagnen durch, um ein sicheres Umfeld im europäischen Fußball zu schaffen. Die jüngste Kampagne ist der kardiopulmonalen Reanimation (CPR) gewidmet und wird gemeinsam mit dem Europäischen Rat für Wiederbelebung (ERC) durchgeführt.
An erster Stelle steht das Wohlergehen der Spielerinnen und Spieler durch die Festlegung klarer Richtlinien und verbindlicher Anforderungen für alle UEFA-Wettbewerbe – sowohl vor dem Anstoß als auch während des Spiels.
Vor dem Anstoß
Medizinische Vorabuntersuchungen
Durch obligatorische medizinische Untersuchungen vor Wettbewerbsbeginn wird sichergestellt, dass sich die Spielerinnen und Spieler vor ihren Einsätzen in optimaler Verfassung befinden. Diese Untersuchungen umfassen allgemeinmedizinische und kardiologische Tests, ein spezifisches neurologisches Baseline-Screening, Labortests und orthopädische Untersuchungen.
Medizinisches Briefing
Das medizinische Personal und die Schiedsrichterteams erhalten wichtige medizinische Informationen und Anweisungen, um das Wohlergehen der Spielerinnen und Spieler zu schützen. Diese betreffen verschiedene medizinische Belange sowie Verletzungen, Vorerkrankungen und potenzielle Gesundheitsrisiken. Besprochen werden dabei Szenarien wie plötzlicher Herzstillstand oder Rückenmarksverletzungen, damit die notärztlichen Aufgaben am Spielfeldrand sowie die Aufgaben der Rettungswagenteams, der Tragenträgerteams und der Mannschaftsärztinnen und -ärzte klar definiert sind.
Richtlinien
Um die Einhaltung der Standards zu gewährleisten und das Wohl der Spielerinnen und Spieler zu fördern, stellt die UEFA Leitfäden zur medizinischen Sicherheit bei allen Spielen bereit. Dazu gehören Reglemente, Richtlinien der zuständigen Kommissionen, Anforderungen an die Stadioninfrastruktur, Notfallpläne, Antidoping-Vorschriften und Protokolle im Zusammenhang mit Gehirnerschütterungen.
Charta für Gehirnerschütterungen
Alle an UEFA-Wettbewerben teilnehmenden Vereine und die Mitgliedsverbände müssen die UEFA-Charta zu Gehirnerschütterungen unterzeichnen, die den Umgang mit Gehirnerschütterungen im Hinblick auf die Sicherheit der Spielerinnen und Spieler regelt.
Während des Spiels
Medizinische Mindestanforderungen
Die UEFA setzt bei allen UEFA-Spielen strikte medizinische Standards für Spieler/-innen, Teamoffizielle, Schiedsrichterteams und Spielbeauftragte durch. Dies umfasst unter anderem Mindestanforderungen für die Ausrüstung und medizinische Betreuung im Falle lebensbedrohlicher oder potenziell dauerhafter Verletzungen. Der Ausrichterverein bzw. -verband muss in vier Bereichen ein Mindestmaß an medizinischer Versorgung bereitstellen:
- Medizinische Ausrüstung am Spielfeldrand (z.B. Defibrillator, Spineboard, Reanimationsgeräte)
- Rettungswagen
- Medizinisches Fachpersonal (einschließlich eines Arztes bzw. einer Ärztin am Spielfeldrand und eines Tragenträgerteams)
- Ausrüstung im Notfallraum
„Kein UEFA-Spiel sollte ohne einen automatischen Defibrillator, einen großen Beatmungsbeutel und ein Spineboard oder eine Tragbahre beginnen.“
Schautafel am Spielfeldrand für Notfälle
Der schnelle Zugriff auf Notfallprotokolle gewährleistet eine schnelle Reaktion bei medizinischen Vorfällen auf dem Spielfeld.
Medizinisches Personal
Am Spielfeldrand muss ausgebildetes medizinisches Fachpersonal bereitstehen, um bei Bedarf sofort Hilfe leisten zu können. Dazu gehören unter anderem:
- Oberste Medizinische Verantwortliche: Diese vom Ausrichterverein bzw. -verband ernannte Person ist verantwortlich für das Notfallbriefing am Spielfeldrand vor jedem Spiel und legt die Aufgaben jedes Mitglieds des medizinischen Teams fest.
- Medizinische Verantwortliche der UEFA vor Ort: Für alle Endspiele und Endrunden ihrer Wettbewerbe ernennt die UEFA eine Ärztin oder einen Arzt. Diese Person inspiziert die medizinische Ausrüstung und führt das Notfallbriefing am Spielfeldrand für das medizinische Personal durch.
- Notärztin/Notarzt am Spielfeldrand: Zu den Aufgaben dieser Person gehören die unmittelbare medizinische Betreuung verletzter Spieler/-innen, die Beurteilung von Verletzungen, der Umgang mit Gehirnerschütterungen, die Abstimmung mit dem medizinischen Personal der Teams, die Bereitstellung notfallmedizinischer Ausrüstung und die Zusammenarbeit mit den Referees im Hinblick auf die Sicherheit der Spieler/-innen.