Erste Trainerkurse als Spieler
Dienstag, 27. April 2010
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Der ehemalige irische Nationaltorhüter Packie Bonner, heute Technischer Direktor der Republik Irland, hat auf dem letzten UEFA-Kurs für Trainerausbilder in Coverciano wichtige Themen angesprochen.
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Beim letzten UEFA-Kurs für Trainer-Ausbilder gab es eine kleine, aber wichtige Neuerung. Bisher waren sprachliche Gemeinsamkeiten die Grundlage der Diskussionsgruppen. In Coverciano ging man nun so vor, dass man die Vertreter der nationalen Verbände nicht mehr aufgrund ihrer Sprache, sondern aufgrund ihrer gemeinsamen Herausforderungen in verschiedenen Gruppen zusammenstellte. So saß Packie Bonner, der Technische Direktor der Republik Irland, einer Debatte vor, deren weitere Mitglieder ebenfalls aus Verbänden der so genannten mittleren Kategorie stammten.
"Auf der Landkarte der europäischen Trainer-Ausbildung", erklärte der ehemalige irische Nationaltorhüter, "stehen Frankreich, Spanien, Deutschland und England an vorderster Front. Wir sind dagegen Vertreter der Verbände, die hinsichtlich des Klub-Fußballs international nicht ganz oben mitspielen können. Wir haben Spieler in Top-Ligen – vor allem in England – aber keine Top-Klubs. Mit anderen Worten, wir sind ein Land, das auf zwei Ebenen agieren muss."
Wie Bonner weiter ausführte, ist es unter solchen Umständen "unerlässlich, wichtige Ressourcen in Jugendmannschaften zu stecken, denn dort machen sie ihre ersten internationalen Erfahrungen, auch die Ausbildung von Jugendtrainern in den Klubs ist unglaublich wichtig."
"In der letzten Dekade haben wir", so der einstige Celtic-FC-Keeper, "unsere Trainerausbildung neu strukturiert, eine neue Philosophie eingeführt und ein geeignetes Lernumfeld geschaffen. In der Vergangenheit hatten viele Ex-Spieler ein wenig Angst vor Trainerkursen. Aber das Lizenzierungs-Schema der UEFA hat für frischen Wind gesorgt und das haben auch ehemalige Spieler gemerkt. Ohne Trainerkurs mangelt es dir an der nötigen Organisation, Planung, am Spieler-Management und an grundlegenden Faktoren wie strukturierten, kontrollierten Trainingsprogrammen."
"Übrigens", fuhr er fort, "hatte ich ein besonderes Interesse daran, der UEFA dabei zu helfen, Kriterien für spezialisierte Torwarttrainer-Module zu etablieren. Einige Bereiche unterscheiden sich erheblich von denen anderer Spieler, psychologisch ist es etwas ganz anderes, zwischen den Pfosten zu stehen und zu wissen, dass dir niemand helfen kann. Je höher die Liga, desto wichtiger ist die psychologische Komponente."
"Hier muss die UEFA ansetzen und sie leistet meiner Meinung nach einen fantastischen Job", fuhr er fort. "Es ist sehr wichtig, dass wir uns immer wieder bei Konferenzen und Workshops treffen, um Erfahrungen und praktische Ideen auszutauschen. Ich habe zum Beispiel gesehen, wie einige osteuropäische Länder, die enorme Probleme hatten, neue Trainer-Ausbildungsprogramme einzuführen, mittlerweile neue Methoden, Ansätze und Philosophien entwickelt haben."
Nach einem Ratschlag für künftige Trainer gefragt, zögerte Bonner keine Sekunde. "Fangen Sie klein an", sagte er, "am besten bei einem Klub, bei dem Sie noch als Spieler aktiv sind. Und dann sollten Sie realitätsnahe Trainer-Kurse besuchen, denn selbst mit der Erfahrung als Spieler können Sie die nötigen Trainerfähigkeiten nicht aus der Luft saugen. Sie müssen Kurse absolvieren und sich lange Zeit auf den großen Tag vorbereiten, an dem Sie einen großen Job antreten und damit auch großem Druck ausgesetzt sind."