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Norwegen setzt auf die Kälte

Mit einem Play-off-Sieg in Oslo würden sich die Norweger unsterblich machen.

Von Kevin Ashby aus Oslo

Am Samstag, im Play-off-Hinspiel der UEFA EURO 2004™, mag Spanien zwar 34 Mal auf das norwegische Tor geschossen haben - Norwegen schaffte gerade vier Versuche - doch den norwegischen Mittelfeldspieler Steffen Iversen interessiert momentan nur eines. Schon mit einem 1:0-Triumph im Rückspiel am Mittwoch wären er und seine Mannschaftskollegen in Portugal dabei, nachdem er bei der 1:2-Niederlage in Valencia das so wichtige Auswärtstor erzielen konnte.

"Großartige Leistung"
Am Vorabend des Showdowns im Ullevål-Stadion sagte Iversen zu uefa.com: "Viele spanische Zeitungen scheinen geglaubt zu haben, dass sie uns dort drei, vier oder sogar fünf zu null schlagen würden. Doch wir haben ihnen das Gegenteil bewiesen und ich denke, dass sie nun ein bisschen Angst vor uns haben. Für uns wäre es eine großartige Leistung, wenn wir hier in Norwegen Spanien mit 1:0 besiegen könnten. Es wird eines der größten Spiele sein, die wir jemals für unser Land bestreiten werden."

Überragender Johnsen
Iversen versetzte am Wochenende ein randvolles Mestalla-Stadion in Erstaunen, als er in der 14. Spielminute gleich nach dem ersten nennenswerten Angriff der Norweger die Führung erzielte. Dieser Treffer, der für die Spanier einer Majestätsbeleidigung gleichkam, weckte die Gastgeber, die durch Raúl González ausgleichen konnten. Danach warfen die Spanier alles nach vorne, doch die heldenhaften Paraden von Espen Johnsen ließen sie immer wieder verzweifeln. Als sich der Schlussmann in der 85. Minute doch noch bezwingen ließ, war es nur durch ein Eigentor seines Teamkollegen Hennig Berg, das den Sieg der Spanier besiegelte.

Letztes Spiel?
Berg wurde zuvor in der Partie verwarnt und ist für das Rückspiel gesperrt. Somit verpasst er die Gelegenheit, sein 100. Länderspiel zu bestreiten. Das Spiel wird für Nils Johan Semb definitiv ein Meilenstein sein. Seine fünfjährige Amtszeit als Trainer würde nach einem Ausscheiden vorzeitig enden. Sollte es Norwegen allerdings nach Portugal schaffen, bleibt er auch weiterhin am Ruder und der norwegische Fußballverband könnte seine Suche nach einem Nachfolger zunächst auf Eis legen.

Strand nicht dabei
Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel machte Semb dennoch keinen niedergeschlagenen Eindruck. "Es ist eine große Chance für die Spieler, und sie sind hier, um sie zu nutzen", sagte er. "Wir haben keine Angst vor den Spaniern - wir wissen, dass sie praktisch ausschließlich Weltklassespieler haben. Doch wir wissen auch, dass wir sie schlagen können." Semb wird an seinem 4-5-1-System festhalten und hoffen, dass Ronny Johnsen für Berg einspringen kann, nachdem er das Training wieder aufnehmen konnte. Roar Strand fehlt unterdessen aufgrund einer Verletzung.

Eisige Witterung
Die Spanier kamen an einem milden Montagabend in Oslo an, doch als sie am nächsten Morgen aufwachten, war es eisig kalt und eine dünne Schneedecke hatte sich über die Hauptstadt gelegt. "Es sieht schön aus", sagte der spanische Trainer Iñaki Sáez, als er aus seinem Hotelzimmer blickte. Das Wetter sollte für die Südländer kein Problem sein, da das Spielfeld im Ullevål durch ein unterirdisches Heizsystem, das sich 20 Zentimeter unterhalb einer feuchten, aber grünen Grasnabe befindet, auf 18 Grad erwärmt wird.

Trainer zuversichtlich
Vom Klima einmal abgesehen, war Sáez völlig auf den Job konzentriert, den er zu erledigen hat. "Wir werden rausgehen, um zu gewinnen. Egal, was es kostet", sagte er zuversichtlich. Sáez wird wahrscheinlich anstelle des gesperrten Carlos Marchena César Martín bringen - eine Herausforderung, die der Innenverteidiger "aufregend" findet. "Es wird von der ersten bis zur letzten Minute hart sein, doch wir werden nicht scheitern", so César.

Galaauftritt
Spanien könnte auch auf den Flügeln Veränderungen vornehmen und José Reyes Calderón könnte anstelle von Vicente Rodríguez in der Startformation auflaufen. Auf der anderen Seite wäre Joaquín Sánchez ein möglicher Ersatz für Joseba Etxeberría, nachdem er im Mestalla einen zwölfminütigen, aber eindrucksvollen Kurzauftritt absolvierte. Keine der beiden Mannschaften ließ sich in die Karten blicken; das wird auch nach dem Anpfiff so bleiben, wenn statt Spekulationen Taten zählen.