Franzosen mit Minimalisten-Fußball
Mittwoch, 2. April 2003
Artikel-Zusammenfassung
Israel - Frankreich 1:2
Frankreich ist auf dem Weg nach Portugal einfach nicht zu stoppen.
Artikel-Aufbau
In der UEFA EURO 2004™-Qualifikationsgruppe 1 hat Frankreich nun einen Vorsprung von neun Punkten, konnte beim Spiel gegen Israel in Palermo aber nicht überzeugen.
Im Soll
Der amtierende Europameister hat alle seiner fünf Qualifikationsspiele gewinnen können. Dabei schossen die Franzosen 19 Tore und kassierten nur zwei. Natürlich gelten sie deshalb als klarer Favorit, die Endrunde in Portugal im nächsten Jahr zu erreichen.
Enttäuschende Vorstellung
Allerdings ließen die Franzosen dem 6:0-Erfolg vom Samstag über Malta heute eine eher mäßige Leistung folgen. Überraschenderweise gerieten sie gegen Israel bereits nach zwei Minuten in Rückstand. Die Israelis, die aufgrund der aktuellen Sicherheitslage nicht in ihrem Heimatland spielen können, begannen stark.
Guter Abschluss
Mittelfeldspieler Haim Revivo spielte Omri Afek frei, der hinter dem Stürmer hervorsprintete, dabei Bixente Lizerazu abhängte und den Ball aus spitzem Winkel ins Tor jagte. Das Tor kam überraschend für die Franzosen und es schien, als wären sie für mehrere Minuten wie gelähmt.
Ausgleich per Kopf
Angetrieben von Zinedine Zidane kam der Titelverteidiger langsam zurück ins Spiel und glich in der 23. Minute aus. Thierry Henry lieferte eine schöne Flanke für seinen Sturmpartner David Trezeguet, der per Kopf für den Ausgleich sorgte.
Abgefälschter Schuss
Das Tor gab den Franzosen Auftrieb, aber die Mannschaft von Jacques Santini kam nicht entscheidend gegen die dichtgestaffelte Abwehr der Israelis an. Israel versuchte es mit schnellen Kontern und war zweimal dicht dran, die erneute Führung zu erzielen. Doch es kam ganz anders. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte versuchte sich Zidane mit einem Schuss, der vor Dudu Awat abgefälscht wurde und Frankreich in Führung brachte.
Spannende zweite Hälfte
Der zweite Abschnitt war ähnlich ausgeglichen, für Israel kamen Michael Zandberg und Walid Badir, um das Spiel vielleicht doch noch zu drehen. Während Frankreich sich auf seiner knappen Führung ausruhte, war Israel zwar die bessere Mannschaft, schaffte es aber nicht, einen Weg durch die sichere Abwehr zu finden.
"Wir waren total ungeordnet"
Santini verstand es, nach dem Spiel seine Mannschaft genau zu analysieren. "Es war ein schweres Spiel und ich schätze, Sie können meine Meinung anhand meines Tonfalles erahnen", sagte er. "Wir haben heute zwei verschiedene französische Mannschaften gesehen und darüber werden wir noch nachzudenken haben. Wir haben nie den richtigen Rhythmus gefunden. Unsere Kommunikation auf dem Spielfeld hat nie funktioniert und unser Spielaufbau war total ungeordnet, egal ob wir im Angriff waren oder verteidigten."
"Schwer enttäuscht"
Im Gegensatz dazu war Israels Trainer Avraham Grant sichtlich stolz auf die Leistung seines Teams, sagte aber auch, dass er über die Art der Niederlage enttäuscht wäre. "Viele Menschen zuhause sollten von der Leistung meiner Mannschaft heute beflügelt worden sein", meinte er. "Wir haben Frankreich am Ende dazu gebracht, auf Zeit zu spielen, sind aber schwer enttäuscht, dass wir ohne etwas in der Hand nach Hause fahren müssen. In Führung zu gehen und zwei solch einfache Tore zu bekommen, sollte auf diesem Niveau eigentlich nicht passieren."