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Kommunikation und Zusammenarbeit – zwei Pfeiler im Kampf gegen Doping

Generalsekretär

In seiner Kolumne in UEFA•direct erklärt UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino die verstärkten Anti-Doping-Maßnahmen der UEFA zum Schutz des Fußballs.

Die UEFA hat ein neues Testprogramm im Kampf gegen Doping eingeführt
Die UEFA hat ein neues Testprogramm im Kampf gegen Doping eingeführt ©Sportsfile

In der Saison 2014/15 wurden nicht nur die umfassendsten Dopinganalysen aller Zeiten in den UEFA-Wettbewerben durchgeführt, sondern auch das bisher umfangreichste Testprogramm überhaupt.

Wettbewerbsübergreifend wurden 2 388 Kontrollen vorgenommen – ein enormer Anstieg gegenüber der im Vergleich dazu geradezu bescheidenen Anzahl von 692 Tests noch vor zehn Jahren. Doch geht es nicht nur um Quantität, sondern auch um Qualität, um derentwillen ein neues, datenbankbasiertes Testprogramm eingeführt wurde.

Seit Beginn der Saison 2015/16 wird nämlich das Steroidprofil-Modul aus dem biologischen Spielerpass der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) implementiert, sodass die Verwendung von Steroiden nunmehr koordinierter über die verschiedenen europäischen Wettbewerbe hinweg verfolgt werden kann.

Zu den Neuerungen, die das Antidoping-Programm der UEFA weiter stärken, gehören ferner die Verschärfung der Regeln zur Meldepflicht für Mannschaften und Spieler, die längere Aufbewahrung von Proben, um sie bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt erneut auf verbotene Substanzen zu testen, sowie die Intensivierung der Kontrollen in und außerhalb von Wettbewerben, insbesondere im Hinblick auf die UEFA EURO 2016.

Der Aufbau der Steroidprofil-Datenbank soll auch der Abschreckung von Spielern, Mannschaften und Vereinen dienen. Daneben hat die UEFA die Notwendigkeit einer besseren Kommunikation und Zusammenarbeit mit allen Interessenträgern im Bereich Antidoping erkannt und daher formale Arbeitsbeziehungen mit den nationalen Antidoping-Organisationen (NADOs) aufgenommen, um die Doping-Problematik von allen Seiten anzugehen.

Bisher wurden elf Vereinbarungen mit NADOs unterzeichnet, dank denen Kontrollen besser aufeinander abgestimmt und unnötige Überschneidungen vermieden werden können. Ferner wird so der Informationsaustausch in Bezug auf die biologischen Profile der Spieler und auf Verdachtsmomente erleichtert.

Dieser proaktive Ansatz erklärt zum einen, weshalb die UEFA durch Tests und Aufklärungskampagnen nah an den Teams, Klubs und Spielern bleiben möchte. Zum anderen kann die UEFA dank dieser Vereinbarungen als wichtiger Brückenbauer zwischen ihren Mitgliedsverbänden und der jeweiligen NADO fungieren. Das hochgesteckte Ziel, mit den NADOs aller 24 EURO-Teilnehmer Kooperationsvereinbarungen zu unterzeichnen, steht deshalb auf der Prioritätenliste für dieses Jahr ganz oben, auf einer Ebene mit der Verwirklichung des umfassendsten Testprogramms, das je im Vorfeld einer EM-Endrunde durchgeführt wurde.

Das Antidoping-Programm für die UEFA EURO 2016 gewährleistet, dass alle Spieler, die Chancen haben, für eines der 24 Teams aufzulaufen, ab dem 1. Januar 2016 getestet werden, während beim Turnier selbst bei jedem der 51 Spiele eine umfangreiche Palette an hochmodernen Analysen zum Einsatz kommen wird.

Die UEFA geht so in all ihren Wettbewerben nicht nur proaktiv hinsichtlich der praktischen Umsetzung des biologischen Spielerpasses der WADA vor, sondern treibt auch einen europaweit einheitlichen Ansatz voran, um den Fußball auf allen Ebenen vor der Gefahr des Dopings zu bewahren – auch im Interesse künftiger Generationen.