Stärkung des finanziellen Fairplays für die Zukunft
Freitag, 6. November 2015
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In der neuesten Ausgabe von UEFA•direct erklärt Generalsekretär Gianni Infantino, wie neue Maßnahmen beim finanziellen Fairplay den europäischen Vereinsfußball stärken werden.
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Als das UEFA-Exekutivkomitee am 21. September 2009 bei seiner Sitzung in Nyon das Konzept zum finanziellen Fairplay (FFP) annahm, bestand seine Absicht darin, dank den neuen Bestimmungen sowohl die finanzielle Fairness in den europäischen Wettbewerben zu verbessern, als auch langfristige Stabilität in den europäischen Klubfußball zu bringen.
Die bisherigen Ergebnisse haben gezeigt, wie wichtig diese Entscheidung war. Die Verluste im europäischen Klubfußball konnten seit der Einführung des finanziellen Fairplays um zwei Drittel verringert werden, überfällige Verbindlichkeiten sind um über 90 % zurückgegangen und in einem Markt, in dem sich die Einnahmen der Erstligaklubs seit 2002 verdoppelt haben, übertraf der Einnahmenanstieg (5,8%) im Jahr 2014 erstmals den Anstieg der Gehaltszahlungen (3 %).
Zudem haben die europäischen Vereine insgesamt noch nie zuvor so hohe Betriebsgewinne erzielt und konnten so die Gesamtnettoverschuldung verringern, was mit substanziellen Investitionen in die Nachwuchsförderung und die Infrastrukturentwicklung einherging. Das finanzielle Fairplay hat also ein solideres Fundament für den europäischen Klubfußball geschaffen und die geltenden Regeln werden mittlerweile in die Entscheidungfindungsprozesse der Klubs einbezogen.
Allerdings muss das Regelwerk mit den Entwicklungen im Fußball Schritt halten. Im Rahmen eines eingehenden Konsultationsverfahrens mit den UEFA-Mitgliedsverbänden, Klubs und Ligen ist das neue UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay entstanden, welches die Grundlage für die Erweiterung und Festigung des Verfahrens für die Zukunft bildet.
Das überarbeitete Reglement beinhaltet eine Verringerung des maximalen aggregierten Break-even-Defizits bzw. der annehmbaren Abweichung von EUR 45 Mio. auf EUR 30 Mio., eine einfachere Bestimmung verbundener Parteien – natürliche und juristische Personen – und eine striktere Umsetzung des Kriteriums betreffend überfällige Verbindlichkeiten.
Fußball muss jedoch ein attraktiver Investitionsbereich bleiben, insbesondere im Zusammenhang mit Klubs, die sich einer Umstrukturierung unterziehen. Die Einführung freiwilliger Vereinbarungen wird es den Vereinen ermöglichen, einen langfristigen Geschäftsplan unter den von der UEFA-Finanzkontrollkammer für Klubs festgelegten Bedingungen und deren Monitoring-Verfahren zu erarbeiten.
Alles in allem wurden die FFP-Regeln gestärkt und die Reichweite des Monitorings vergrößert. Zudem bedeuten die neuen freiwilligen Vereinbarungen, dass Klubs überwacht werden und Break-Even-Angaben früher und öfter als bisher einreichen müssen.
Angesichts des enormen Einflusses des FFP auf die Verbesserung der Geschäftstransparenz und -Effizienz in nur fünf Jahren, wird ein gestärkter FFP-Rahmen sicherstellen, dass im europäischen Klubfußball ein nachhaltigeres Betriebsmodell für die Zukunft aufgebaut werden kann.