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Seminar für Doping-Kontroll-Offiziere

Die Doping-Kontroll-Offiziere der UEFA haben entscheidenden Anteil am Kampf gegen die Einnahme von Steroiden im Fußball. Im Rahmen ihres Seminars in Nyon wurden Zukunftspläne vorgestellt.

Gruppenfoto nach dem Seminar
Gruppenfoto nach dem Seminar ©UEFA

Das neue Programm der UEFA zur Kategorisierung von Steroiden, die Anti-Doping-Aktivitäten im Rahmen der UEFA EURO 2016 sowie die Entwicklung eines einzigartigen neuen Testprogramms waren die zentralen Diskussionspunkte im letzten Seminar für die Doping-Kontroll-Offiziere (DCOs) der UEFA im Haus des Europäischen Fußballs in Nyon.

Die Offiziellen, die für die Durchführung der Doping-Tests der UEFA verantwortlich sind und so einen essentiellen Beitrag im Kampf gegen Doping im europäischen Fußball leisten, erhielten ausführliche Details über das Programm, das zu Beginn der Saison 2015/16 in allen UEFA-Wettbewerben gestartet wird.

Der Leiter der medizinischen Abteilung und der Anti-Doping-Einheit der UEFA, Marc Vouillamoz, informierte die 55 anwesenden DCOs, dass das Anti-Doping-Programm als wichtiges Abschreckungsmittel für jeden Spieler, der die Einnahme von verbotenen Steroiden in Betracht zieht, dient, da es die Aufdeckung von Langzeit-Doping erleichtern und die direkten Anti-Doping-Tests ergänzen wird.

Dieses neue Programm der UEFA wird biologische Profile der Spieler erstellen. Dieser biologische Sportlerpass wird die Spieler über einen längeren Zeitraum überwachen und so indirekt die Folgen von Doping aufzeigen. Zudem werden weitere Informationen und Erkenntnisse über gezielte Kontrollen gewonnen. "Wir werden unsere Daten und Informationen teilen. Zudem werden wir unsere Doping-Kontrollen mit unseren Anti-Doping-Partnern in Zukunft abstimmen", sagte Vouillamoz. "Der Kampf gegen Doping wird in Zukunft besser funktionieren, wenn wir zusammenarbeiten, und mit unserem Programm bewegen wir uns in diese Richtung."

In dieser Saison gab es über alle UEFA-Wettbewerbe hinweg keinen einzigen positiven Dopingfall. "Durch die Steroidprofile werden wir mehr Informationen erhalten", erklärte Vouillamoz den DCOs. "In der nächsten Saison wird es noch mehr Kontrollen geben, um die Steroid-Profile der Spieler auszufüllen. Wir werden in der nächsten Saison noch mehr auf Sie zählen."

Im Rahmen des Anti-Doping Programms der UEFA EURO 2016 werden die Dopingkontrollen außerhalb des Wettbewerbs aufgrund des auf 24 Mannschaften vergrößerten Teilnehmerfeldes in Frankreich nächstes schon am 1. Januar des nächsten Jahres starten – bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine begannen die Kontrollen erst im Mai 2012. Eine größere Zahl an DCOs ist folglich nötig, um Tests auch außerhalb von bestimmten Wettbewerben durchzuführen.

Die UEFA plant, mit allen 24 Mannschaften von Januar bis Mai/Juni nächstes Jahr Tests durchzuführen. Eine Kombination von Blut-, Urin- und Serumproben werden gesammelt, innerhalb und außerhalb des Wettbewerbs. Auch bei jedem der 51 Spiele in Frankreich werden Tests durchgeführt – von jeweils zwei Spielern jeder Mannschaft bei jedem Spiel werden sowohl Blut- und Urin- als auch Serumproben genommen. Die Wahl eines von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zertifizierten Labors, in dem die Proben analysiert werden, wird gegen Ende des Jahres getroffen.

Das Seminar bot auch eine Erklärung der Entwicklungen des neuen Testprogramms für die DCOs, die sicherstellen, dass diese offiziell akkreditiert werden und ihnen somit zusätzliche Glaubwürdigkeit verleihen. Die UEFA wird auch daran arbeiten, Anweisungen und Regeln zu verbessern und die DCOs auf ihrer Mission besser unterstützen. Die DCOs werden bei ihren Einsätzen besucht, um sich ein Bild über die Prozesse der Dopingkontrollen zu machen sowie zu überprüfen, ob die Kontrollen auch im Sinne der UEFA ausgeführt werden. Die Vorteile dieses neuen Schritts in der Anti-Doping-Welt werden unter anderem eine Verbesserung der Qualität von Anti-Doping-Tests, ein besseres Verständnis und ein gesteigerter Austausch zwischen UEFA und DCOs sein.

Der Vorsitzende der medizinischen Kommission der UEFA, Michel D'Hooge, bedankte sich bei den DCOs für ihr Engagement, das in der Saison 2015/16  und bei der Europameisterschaft im nächsten Sommer dringend nötig sein wird. "Ich denke, dass es im Fußball heute drei große Probleme gibt – Spielmanipulationen, Rassismus und Doping", sagte er. "Obwohl man vielleicht sagt, dass es nur wenige positive Dopingfälle im Fußball gibt, wenn wir [morgen] weniger Dopingkontrollen machen würden, würde die Zahl der Fälle steigen."

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