Newcomer-Mannschaft der Saison 2014/15
Dienstag, 26. Mai 2015
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Was haben ein Juan Bernat und ein Tin Jedvaj gemeinsam? Vor der abgelaufenen Saison waren diese Akteure nur eingefleischten Experten ein Begriff, jetzt stehen sie in unserem Newcomer-Team.
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Wie in jeder Saison gab es auch 2014/15 wieder jede Menge Überraschungen und Enttäuschungen, und einmal mehr spielten sich zahlreiche Newcomer ins Rampenlicht, die vor Jahresfrist kaum einer auf der Rechung hatte.
Loslegen wollen wir jedoch mit dem Newcomer-Trainer des Jahres, und der lautet für die deutsche UEFA.com-Redaktion: SV Werder Bremens Viktor Skrypnyk, der aus einem Abstiegskandidaten eine Mannschaft formte, die im letzten Saisonspiel noch die Chance hatte, die internationalen Ränge zu erreichen. Der besonnene und ruhige Ukrainer hatte Werder Ende Oktober 2014 auf dem letzten Platz übernommen und zügig aus der Gefahrenzone herausgeführt.
Ganz eindeutig war unser Votum bei den Torhütern, wo Yann Sommer vom VfL Borussia Mönchengladbach nach seinem Wechsel aus der Schweiz in allen 34 Saisonspielen zum Einsatz kam und nur 26 Mal hinter sich greifen musste. Einzig Manuel Neuer von Meister FC Bayern München kann von den Stammtorhütern mit 18 Gegentreffern einen besseren Wert vorweisen.
In der Defensive haben zwei Akteure von Bayer 04 Leverkusen nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht: Wendell und Tin Jedvaj, der als Leihgabe von AS Roma auf verschiedenen Positionen in der Defensive vollauf überzeugte und in der Winterpause fest verpflichtet wurde. Nicht weniger beeindruckend agierte der Brasilianer Wendell, der nach kleineren Startproblemen als moderner Linksverteidiger mit viel Zug zum gegnerischen Tor voll eingeschlagen hat.
Komplettiert wird unsere Abwehr durch Kevin Wimmer vom 1. FC Köln und Abdul Rahman Baba vom FC Augsburg. Der österreichische Innenverteidiger Wimmer hatte entscheidenden Anteil daran, dass der Aufsteiger eine weitestgehend sorgenfreie Saison aufs Parkett legte. Kein ganz neues Gesicht in der Bundesliga war Baba, der schon 2012/13 bei der SpVgg Greuther Fürth zu überzeugen wusste, jetzt aber beim FC Augsburg noch mal eine Schippe drauflegte. Die Spezialität des ghanaischen Außenverteidigers sind seine brandgefährlichen und punktgenauen Flanken.
Im defensiven Mittelfeld findet sich ein Akteur, der schon alles gewonnen hatte, was es zu gewinnen gibt, und deshalb vor der der abgelaufenen Saison noch mal eine neue Herausforderung suchte: Bayerns Xabi Alonso. Am 2. Spieltag beim FC Schalke 04 von Trainer Pep Guardiola ins kalte Wasser geworfen, überzeugte der Spanier von Beginn an als kluger Mittelfeldstratege, ehe er 2015 nicht mehr ganz an seine Leistungen aus der Vorrunde anknüpfen konnte.
Ein weiterer Neuzugang der Bayern aus Spanien, Juan Bernat, war vor der Saison wohl nur absoluten Experten ein Begriff. Aber einmal mehr bewies Guardiola ein richtiges Näschen, schließlich avancierte Bernat nicht nur in der Defensive, sondern auch in der Offensive zu einer absoluten Verstärkung. Wie Gladbachs Keeper Sommer wechselte auch Flügelflitzer Valentin Stocker letzten Sommer vom FC Basel 1893 in die Bundesliga. Nach Startschwierigkeiten bei Hertha BSC Berlin blühte der Schweizer Nationalspieler unter dem neuen Trainer Pál Dárdai auf und belebte 2015 Herthas größte Baustelle, das Offensivspiel.
Trotz einer äußerst bescheidenen Saison der Schalker hat es mal wieder ein Akteur aus der berühmten Talentschmiede der Königsblauen ins Blickfeld geschafft: Leroy Sané, Sohn des früheren Bundesliga-Spielers Souleymane Sané, der im offensiven Mittelfeld sowie auf den Außenpositionen eingesetzt werden kann. Vor allem Sanés unbekümmerter Auftritt bei Real Madrid CF im Achtelfinal-Rückspiel der UEFA Champions League mit einem blitzsauberen Tor und einer Vorarbeit wird noch lange in Erinnerung bleiben.
Im Sturm haben wir uns für Bremens Davie Selke und Haris Seferović von Eintracht Frankfurt entschieden. Selke, 2014 mit der deutschen U19 Europameister, schaffte seinen endgültigen Durchbruch unter Skrpnik und bildete ein kongeniales Sturmduo mit Franco Di Santo. Für etwas Verwunderung sorgte, dass der Angreifer, der in der abgelaufenen Saison neun Tore erzielte, 2015/16 ins Unterhaus wechselt und zukünftig für RB Leipzig auf Torejagd gehen wird. Wie eine Bombe eingeschlagen hat unterdessen Seferović, der nach seinem Wechsel aus Spanien in der Hinrunde sieben Mal erfolgreich war, 2015 dann aber mit nur drei Toren einen kleinen Durchhänger hatte.