Mit Klopp noch einmal nach Berlin
Montag, 27. April 2015
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Am Dienstagabend tritt Borussia Dortmund im Halbfinale des DFB-Pokals beim FC Bayern München an und will dem scheidenden Trainer Jürgen Klopp mit dem Finaleinzug noch einmal einen Traum verwirklichen.
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Jürgen Klopp verlässt Borussia Dortmund zu Saisonende bekanntlich und würde gerne noch einmal einen Titel feiern – da bleibt ja nur noch der DFB-Pokal. Gerne denkt man zurück an den DFB-Pokal-Sieg 2012, als man den FC Bayern München mit 5:2 deklassieren konnte. Es sind vor allem diese Erinnerungen, die den BVB aktuell antreiben dürften, auch wenn man letztes Jahr das Endspiel gegen denselben Gegner mit 0:2 nach Verlängerung verlor.
Nun reist man im Halbfinale am Dienstag zu den Bayern, die gerade am Wochenende zum 25. Mal Meister wurden. "Ich hoffe, dass man uns dort wirklich ansieht, dass wir unbedingt den Pokal gewinnen wollen. Das wäre eine relativ gute Eintrittskarte in dieses Spiel. Wir fahren dorthin, um ein bisschen was zu versuchen", sagte Jürgen Klopp. "Es geht für uns um alles, das ist für uns ein Finale. Da gibt es kein Drumherum-Reden. Der Pokalsieg ist ein ganz, ganz großes Ziel. Wenn wir den Pokal gewinnen wollen, müssen wir die Bayern schlagen."
In den letzten Tagen wurde außerdem bekannt, dass die großen Bayern Klopp auf ihrer Liste als möglichen Trainerkandidaten hatten und vermutlich auch für die Zukunft haben werden. Bekanntlich holt man beim FCB gerne solche Trainer und Spieler, die den Rekordmeister bezwungen haben – und das hat Jürgen Klopp in den letzten Jahren ja des öfteren hingekriegt. "Als ich noch Präsident war, haben wir uns öfter über Jürgen Klopp unterhalten und ihm attestiert, dass er sehr gut zum FC Bayern passen würde", bestätigte nun auch Franz Beckenbauer.
Es deutete sich zuletzt an, dass der BVB eine doch ziemlich verkorkste Saison auf der Zielgeraden noch ein wenig zum Guten wenden könnte, zumal sich wohl İlkay Gündoğan und Marco Reus für das große Spiel bei den Bayern fit gemeldet haben. Ein Auswärtssieg bei den enteilten Bayern, gefolgt von einem Endspielerfolg in Berlin gegen entweder DSC Arminia Bielefeld oder den VfL Wolfsburg, und sie würden sich bei den Schwarz-Gelben wohl am Ende der Saison doch noch tränenreich und glücklich zum Abschied Kloppos in den Armen liegen. "Wir tun alles, um Jürgens Traum wahr werden zu lassen", meinte auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc.
Für die Bayern ist Berlin gleich zwei Mal das Ziel: Am 6. Juni findet dort bekanntlich das Endspiel der UEFA Champions League statt, eine Woche davor ist das Olympiastadion Schauplatz für das Finale des DFB-Pokals, und auch dort würde der FC Bayern seinen Vorjahrestitel gerne verteidigen. "Wir sind zufrieden mit der Titelverteidigung, aber wir haben keine Zeit zu feiern. Wir haben gegen Dortmund ein Finale und darauf fokussieren wir uns", so Trainer Pep Guardiola. "Das Spiel kann uns helfen für das Halbfinale in der Champions League [am 6. und 12. Mai gegen seinen Ex-Verein FC Barcelona]. Dortmund spielt immer sehr aggressiv. Es wird sehr, sehr schwer. Wir müssen besser angreifen als zuletzt."
Arjen Robben, der seit rund fünf Wochen mit einer Verletzung der Bauchmuskulatur fehlte, könnte auf das Spielfeld zurückkehren. Guardiola deutete an, dass er den Niederländer wohl von Anfang an bringen wird, sollte er einsatzbereit sein: "Er ist wichtig mit seiner Qualität. Wenn er fit ist, wird er spielen. Er braucht weniger Zeit, um in Rhythmus zu kommen." Und dann könnte Robben am Ende vielleicht wieder, wie schon im Mai 2013 in Wembley, zum Spielverderber für Klopp und Co werden.
Auf den angekündigten Blumenstrauß der Bayern zum Abschied legt Klopp übrigens keinen großen Wert, er will ihn nicht. Er und sein Team seien "auf Krawall gebürstet, da müsse er auf den nett gemeinten Abschied verzichten.
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