Neu gestaltete UEFA-Trainerkonvention
Mittwoch, 11. März 2015
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Seit ihrer Einführung im Jahr 1997 hat die UEFA-Trainerkonvention die Trainer-Standards in ganz Europa verbessert. Jetzt gibt es eine verbesserte Neuauflage dieser Konvention.
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Seit ihrer Einführung im Jahr 1997 hat die UEFA-Trainerkonvention die Trainer-Standards in ganz Europa verbessert und die Glaubwürdigkeit des Trainerjobs erhöht. Zudem wurde die freie Berufswahl qualifizierter Trainer in ganz Europa erleichtert.
Jetzt wurde die Konvention – dank der gut 200 000 Trainer in Europa über eine von der UEFA anerkannte Trainer-Qualifikation verfügen – überarbeitet, um aktuellen Bedürfnissen gerecht zu werden und aktuelle Entwicklungen in der Trainerausbildung widerzuspiegeln.
Die Konvention hat verschiedene Ziele: die Qualität des Fußballs zu sichern, da Trainer ja ganz entscheidend zum Aufbau einer Mannschaft und zur Förderung von Spielern beitragen; durch die freie Berufswahl in Europa und die gegenseitige Anerkennung von Trainerlizenzen zur europäischen Integration beizutragen; einen gemeinsamen Minimal-Standard für die Trainerausbildung zu schaffen; Spieler vor unqualifizierten Trainern zu schützen; die Anzahl von qualifizierten Trainern und Trainerinnen in Europa zu erhöhen; und das Image des Trainerberufs verbessern.
Die Ausgabe 2015 der Konvention wurde im Dezember vom UEFA-Exekutivkomitee entsprechend einem Vorschlag der UEFA-Kommission für Entwicklung und Technische Hilfe und des UEFA-Jira-Ausschusses abgesegnet.
"Überlegungen beider Gremien, sowohl in technischer wie auch in struktureller Hinsicht, sind in die neue Version der UEFA-Trainerkonvention eingeflossen", erklärte Frank Ludolph, Chef der UEFA-Abteilung für technische Ausbildung. "Der Fußball hat sich weiterentwickelt und eine moderne Trainerausbildung muss die Tatsache reflektieren, dass die Anforderungen an die Trainer höher denn je sind. Die neue Ausgabe der Trainerkonvention ist ein Ergebnis eines langen Beratungsprozesses."
Der Inhalt der Konvention wurde in einer leichter zu verstehenden Version verfasst, um das Dokument benutzerfreundlicher zu gestalten. Außerdem wurden einige Fehler im Prozedere eliminiert und das Regelwerk damit weniger kompliziert gestaltet. Die Verträge und Direktiven von 2010 wurden in ein einziges Dokument zusammengelegt, um eine noch größere Kohärenz in rechtlichen Fragen zu gewährleisten.
Die UEFA hat besondere Torhüter- und Futsal-Trainer-Ausbildungsprogramme entworfen und bietet für beide Bereiche die Möglichkeit, eine Trainer-Lizenz zu erwerben. Besondere Regeln zur Torhüter-Trainer- und Futsal-Trainer-Ausbildung sind im Dokument von 2015 verankert worden. Damit sind alle Trainer-Lizenzen auf UEFA-Niveau in die neue Konvention eingearbeitet.
Weitere wichtige Themen in der Konvention von 2015 sind eine Mindeststundenzahl für die Trainer-Diplom-Kurse sowie weitere Details zu den Inhalten und eine größere Flexibilität für UEFA-Mitgliedsnationen, ihre Trainer-Ausbildungskurse zu organisieren.
Für Interessenten, die nicht Mitglied eines nationalen UEFA-Verbandes sind, gibt es künftig die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen an speziellen Kursen teilzunehmen. Modifizierte Konditionen gibt es auch für langjährige Profis, die unter bestimmten Umständen an, von der UEFA akzeptierten, Trainer-Ausbildungskursen teilnehmen dürfen.
Der UEFA-Jira-Ausschuss ist stolz auf seinen Anteil an der Neugestaltung der UEFA-Trainerkonvention. "Dieses Dokument wird ein wichtiges Werkzeug für Technische Direktoren und Trainerausbilder, um ihre eigene Trainerkonvention zu verbessern", sagte Ausschuss-Mitglied Michel Sablon, ein ehemaliger Technischer Direktor des Belgischen Fußballverbandes (URBSFA/KBVB). "Dies ist zweifellos ein Basis-Dokument für alle Verbände, um eine größere Einheitlichkeit bei der Trainerausbildung zu erreichen und so das Niveau des europäischen Fußballs zu verbessern."
"Die neue Trainerkonvention ist ein gewaltiger Schritt für die Trainerausbildung in Europa", fügte Ginés Meléndez, Direktor der nationalen spanischen Trainerausbildungsschule, an. "Eine der Grundlagen für eine erfolgreiche Partnerschaft ist die Trainerausbildung und die UEFA bietet [mit dieser Konvention] allen die Möglichkeit, sich zu entwickeln."
"Die von der UEFA vorgeschlagene Konvention sollte ein echter Motor zur Förderung des europäischen Fußballs sein", meinte François Blaquart, der Technische Direktor des französischen Fußballverbandes (FFF). "Dies ist eine echte Gelegenheit für jeden Verband, seine Programme zu verbessern und die Fähigkeiten seiner Ausbilder und Trainer zu steigern."
Howard Wilkinson, der Vorsitzende des englischen Trainerverbandes (LMA) schloss mit den Worten: "Die ständige Entwicklung der Ausbildung ist für die Verbesserung unser aller Leben unerlässlich und die UEFA hat wieder einmal gezeigt, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst ist. Die neue Konvention beweist dies und hebt wieder einmal die Messlatte für Standards und Inhalte."