Stanko Poklepović: Europas ältester Erstligatrainer
Dienstag, 3. März 2015
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Stanko Poklepović trainiert seit kurzem zum vierten Mal in seiner Karriere Hajduk Split - das wäre nichts Besonderes, interessanter ist da schon das Alter des Kroaten, der mit 76 Jahren der älteste Erstligatrainer Europas ist.
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Bis vor ein paar Monaten war Miroslav Blažević, der kürzlich seinen 80. Geburtstag feierte, noch der älteste Erstligatrainer Europas. Da er nun den NK Zadar verlassen hat, geht dieser Titel an einen anderen Kroaten über.
Stanko Poklepović, 76, kehrte kürzlich zum vierten Mal in seiner Trainerkarriere zum HNK Hajduk Split zurück, 31 Jahre nachdem er das Amt zum ersten Mal innehatte. Poklepović übernahm eine ähnlich junge, hungrige Mannschaft, wie die mit er in den 1980er Jahren Erfolg hatte. Inzwischen kann er auf über 30 Jahre Erfahrung mit mehr als zehn Vereinen und zwei Nationalmannschaften zurückblicken.
"Mein Alter ist eine Tatsache, aber was ist das Problem?", sagte der frühere Nationaltrainer Kroatiens und des Iran. "Schaut euch Ćiro [Miroslav Blažević] an – er ist ein Fußballgott. Wir müssen die Jungen von uns Älteren lernen lassen. Für mich ist es an der Zeit, mein Wissen weiterzugeben. Trotzdem bin ich mir aktueller Entwicklungen bewusst. Ich schaue alles an. Die letzte Weltmeisterschaft hat mir viel Neues gezeigt. Ich habe viele junge Spieler hier und ich glaube, dass ich sie besser machen werde."
Poklepović war immer da, wenn Hajduk ihn brauchte. Als er 1991 zurückkehrte, gewann er die kroatische Liga; als er 2010 zurückkam, gewann er den kroatischen Pokal. "Es ist, als wäre ich nie weggewesen – alles ist mir schon bekannt und ich liebe diesen Job", sagte er. "Ich bin nicht jemand, der leere Worte wie 'wir werden unser Bestes geben' benutzt. Ich will jetzt sofort Ergebnisse. Ich brauche uns nicht monatelang zu verbessern, ich gehe gleich an die Details."
Von einem Mann, der sechs wichtige Trophäen in seiner Trainerkarriere gewann, sind dies keine leeren Worte. "Mein wichtigster Erfolg war meine erste kroatische Meisterschaft 1992, mit Igor Štimac, Aljoša Asanović, Slaven Bilić, Milan Rapaić … sie sind alle mit mir gewachsen und haben sich zu Topspielern in der kroatischen Nationalmannschaft entwickelt."
Wie hat sich das Spiel seit seinem ersten Job mit RNK Split in den späten 1960ern und frühen 70ern verändert? "Früher war das Spiel über den ganzen Platz verteilt“, erinnert er sich. "Heute sind viele Spieler auf weniger Raum und es wird mit maximaler Geschwindigkeit gespielt. Man muss schnell und genau sein, oder es hat keinen Sinn."
Was erwartet Poklepović von seiner jetzigen Hajduk-Mannschaft? "Ich will anständiges Benehmen und guten Fußball."