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Trainer, die in mehreren UEFA-Ländern tätig waren

Miroslav Blažević wird heute 80 Jahre alt und hat in sieben UEFA-Nationen als Trainer gearbeitet - UEFA.com listet Trainer auf, die ähnlich reisefreudig oder in sogar noch mehr Ländern tätig waren.

Der ewig junge Miroslav Blažević
Der ewig junge Miroslav Blažević ©Fedja Krvavac

"Alter ist nur eine Zahl", sagt Miroslav Blažević, der heute seinen 80. Geburtstag feiert. "Es ist wichtig, wie man sich fühlt und ich fühle mich bereit für weitere große Taten." UEFA.com hat dies zum Anlass genommen, sich einmal mit den Trainern zu beschäftigen, die in den meisten UEFA-Ländern tätig waren.

Neun Länder: Tomislav Ivić (Kroatien, Niederlande, Belgien, Türkei, Italien, Griechenland, Portugal, Frankreich, Spanien)
Unglaublicherweise sind die neun europäischen Länder, in denen Ivić tätig war, nur ein Teil seiner Geschichte: In seiner 37-jährigen Trainerodyssee war er in 14 Ländern und wurde in Jugoslawien, der Niederlande, Belgien, Griechenland und Portugal Meister. "Ich hatte bei den meisten meiner Vereine wunderbare Momente, bei Anderlecht, Ajax und Porto", erinnerte sich der Mann, der als Kroatiens bester Trainer jemals gilt, wenige Jahre vor seinem Tod im Jahr 2011. "Heute gibt es Dinge im Fußball, die ich vor 20 Jahren prophezeit habe. Ich habe damals versucht, meine Visionen umzusetzen, aber manchmal wollte man das nicht. Offensichtlich war ich meiner Zeit voraus."

Neun: John Toshack (England, Portugal, Spanien, Wales, Türkei, Frankreich, Italien, EJR Mazedonien, Aserbaidschan)
Manch einer wird sagen, dass der Waliser Toshack nur in acht Ländern tätig war, doch da Swansea City AFC im englischen Ligensystem spielt, zählt dies als weiteres Land. Der Ex-Stürmer von Liverpool FC lernte vor allem von Bill Shankly und Bob Paisley in Anfield und gab dieses Wissen dann weiter. "Die Basis von allem ist die Ausbildung, die ich als Spieler unter Shanks und Bob vor langer Zeit erhalten habe", sagte der aktuelle Trainer von Wydad Athletic Club in Casablanca. "Daher bin ich ihnen sehr dankbar, ich verdanke ihnen alles."

Acht: Béla Guttmann (Österreich, Niederlande, Ungarn, Rumänien, Italien, Zypern, Portugal, Schweiz)
Guttmann ist für die Einführung des 4-2-4, das in seiner Heimat Ungarn so erfolgreich war, ebenso bekannt wie dafür, dass er Eusébio bei SL Benfica förderte, blieb aber nie lange bei einem Verein und sagte einmal: "Die dritte Saison beim selben Verein ist fatal". Er hatte in allen zukünftigen Verträgen eine Klausel, dass er niemals entlassen werden könne, solange seine Mannschaft Tabellenerster in der Liga sei – nachdem ihm genau das 1955 beim AC Milan passierte. Neben zwei Triumphen im Pokal der europäischen Meistervereine wurde er auch in Ungarn und Portugal Meister. Zu den Anekdoten über ihn gehört die Zeit in Rumänien, als er aufgrund von Nahrungsknappheit darauf bestand, in Gemüse ausgezahlt zu werden. 1982 starb er im Alter von 81 Jahren.

Sieben: Miroslav Blazević (Schweiz, Kroatien, Serbien/Kosovo, Frankreich, Griechenland, Slowenien, Bosnien und Herzegowina)
1998 wurde er mit Kroatien WM-Dritter, doch bereits 1968 begann Blaževićs Trainerkarriere in der Schweiz beim FC Vevey-Sports 05. Momentan schaut er sich nach einem neuen Job um, nachdem er sich zuletzt von NK Zadar trennte. Blažević war nie lange arbeitslos, erinnert sich aber an seine Anfangszeit: "Als ich versuchte, in der Schweiz Trainer zu werden, bin ich von Klub zu Klub gezogen und habe versucht, sie davon zu überzeugen, mich zu nehmen. 'Ich bin ein sehr guter Trainer, das werden Sie sehen!', habe ich gesagt, aber keiner wollte mich. Dann habe ich gelernt, dass man sich nie aufdrängen sollte – die Leute müssen von sich aus auf einen zukommen."

Sieben: Ljupko Petrović (Kroatien, Serbien, Spanien, Griechenland, Österreich, Bulgarien, Kasachstan)
Petrović gewann mit dem FK Crvena zvezda die Königsklasse und feierte mit diesem Verein ebenso die Meisterschaft wie mit dem FK Vojvodina. "Die besten Tage hatte ich bei Crvena zvezda, das werde ich nie vergessen", sagte der 67-Jährige. "Aber jeder neue Anfang, jeder neue Verein und jede neue Herausforderung ist etwas Besonderes." Aktuell trainiert er APR Kigali in Ruanda und hat nun auf fünf Kontinenten entweder gespielt oder trainiert. "Die Welt gehört mir", sagte er. "Wenn ich mir anschaue, wo ich schon überall war, bedeutet mir das sehr viel."

Sieben: Pál Csernai (Deutschland, Belgien, Griechenland, Portugal, Türkei, Schweiz, Ungarn)
Csernai, der 2013 starb, begann seiner Trainerkarriere 1968 in Deutschland, wo er vor allem beim FC Bayern München von 1978 bis 1983 für Furore sorgte. Er führte die Bayern durch eine Übergangszeit, als Stars wie Sepp Maier und Uli Hoeneß ihre Karrieren beendeten, holte zwei Meisterschaften und erreichte 1982 das Endspiel im Pokal der europäischen Meistervereine. Bekannt war er vor allem für seinen Seidenschal und das "Pál-System", eine Mischung aus Raum- und Manndeckung. Der Ungar gewann außerdem mit Benfica den Pokalwettbewerb und war sogar einmal in Nordkorea tätig.

Sieben: Roy Hodgson (Schweden, England, Schweiz, Italien, Dänemark, Norwegen, Finnland)
"Als Bobby Houghton und ich Ende 20 mit unseren Trainerkarrieren begannen, wollten wir mit 40 in Rente gehen und ein Reisebüro aufmachen", sagte Englands Nationaltrainer Hodgson über seinen Weg zur Nationalmannschaft. Der ehemalige Sportlehrer und Amateurfußballer Hodgson machte sich in Schweden bei Halmstad BK einen Namen, wo er mit seinem englischen Stil den lokalen Fußball revolutionierte. Auch in Italien, Dänemark und Norwegen fand er Freunde und Erfolg, bevor er nach Stationen als Nationaltrainer der Schweiz und Finnlands die Nationalelf seines Mutterlandes übernahm.

Sechs: Artur Jorge (Portugal, Frankreich, Schweiz, Spanien, Niederlande, Russland)
Artur Jorge war zu seiner aktiven Zeit ein ordentlicher Stürmer, doch richtig erfolgreich wurde er vor allem als Trainer, schließlich gewann er 1986/87 mit Porto das Endspiel der Königsklasse gegen die Bayern und feierte mit den Hafenstädtern drei Ligatitel. In Frankreich nannten sie ihn nach Gewinn der Meisterschaft und des Pokals mit Paris Saint-Germain "König Arthur". Zuletzt machte er eine Pause von sieben Jahren, ist nun aber wieder in Algerien bei MC Alger tätig. "Obwohl ich bei so vielen Vereinen an so vielen Orten tätig war, wollte ich noch nicht aufhören", so der 68-Jährige.

Sechs: Dušan Uhrin Senior (Tschechische Republik, Zypern, Israel, Schweden Georgia, Slovakia)
Durch den zweiten Platz bei der EURO '96 wurde Uhrin zum erfolgreichsten Nationaltrainer seines Landes seit dem Auseinanderbrechen der ehemaligen Tschechoslowakei – es folgten weitere Stationen in aller Welt. "In einem Land Meister zu werden ist immer ein großer Erfolg, insbesondere, da es für einen ausländischen Trainer noch schwieriger ist", sagte er nach dem Gewinn der georgischen Meisterschaft 2007/08 mit dem FC Dinamo Tbilisi. Sein Sohn Dušan Uhrin hat im Alter von 47 Jahren ebenfalls schon in fünf Ländern als Trainer gearbeitet und könnte seinen Vater noch übertreffen.

Sechs: Sergei Borovski (Belarus, Lettland, Moldawien, Litauen, Ukraine, Kasachstan)
Borovski verbrachte seine aktive Zeit ausschließlich beim FC Dinamo Minsk, wurde als Trainer dann aber deutlich abenteuerlustiger. Der 59-jährige Ex-Nationaltrainer von Belarus feierte in Litauen mit dem FBK Kaunas die Meisterschaft und gewann mit dem FC Sheriff respektive dem FC Shakhtyor Soligorsk die Pokalwettbewerbe in Moldawien und Belarus. "Die Leute sagen: 'Oh, du hast so viel Glück als Trainer gehabt!' Ich sage: 'Nein, ich habe einfach nur meine Chancen genutzt.' Wenn man eine Chance kriegt, muss man das Meiste daraus machen. In jeder Sekunde muss ein Trainer bereit sein zu arbeiten. Und darauf vorbereitet sein, entlassen zu werden."

Sechs: Revaz Dzodzuashvili (Georgien, Ukraine, Lettland, Russland, Kasachstan, Aserbaidschan)
Dzodzuashvili spielte als Innenverteidiger für die Sowjetunion und war als Trainer vor allem in Georgien erfolgreich gewesen – er ist der einzige Trainer, der sowohl die Liga als auch den georgischen Pokal mit drei verschiedenen Klubs gewann. Insgesamt war er in sechs verschiedenen Ex-Republiken der Sowjetunion als Coach tätig. "Der Grund dafür, warum viele Starspieler keine Trainer werden, ist nicht, dass sie nicht in der Lage dazu sind, oder Angst davor haben, ihren Namen zu versauen, sondern der, dass sie dem Fußball bereits so viel gegeben haben und jetzt wieder ein normales Leben führen wollen", sagte er.

Sechs: Mihai Stoichiţă (Rumänien, Bulgarien, Moldova, Türkei, Armenien, Zypern)
"Ich wollte reisen und die verschiedenen Kulturen und Vorstellungen von Fußball und dem Leben kennenlernen", so Stoichiţă, der mit dem FC Pyunik den armenischen Pokal und mit Sheriff das moldawische Double gewann. Außerdem war er Nationaltrainer in Kuwait und Panama. "Es ging nicht immer ums Geld." In Zypern war er bei den Stadtrivalen Aris Limassol FC, AEL Limassol FC und Apollon Limassol FC tätig, doch persönlich redet er am liebsten über seine drei Amtszeiten beim FC Steaua Bucureşti: "Nichts ist damit vergleichbar, wie ich mich bei Steaua fühlte und was ich für Steaua empfinde", sagte der Rumäne.

Ehrenvolle Erwähnung
5: Giovanni Trapattoni (Italien, Deutschland, Portugal, Österreich, Republik Irland)
5: László Bölöni (Frankreich, Rumänien, Portugal, Belgien, Griechenland)
5: Andrei Chernyshov (Russland, Georgien, Belarus, Aserbaidschan, Kasachstan)
5: Claudio Ranieri (Italien, Spanien, England, Frankreich, Griechenland)
5: Stuart Baxter (Schweden, Norwegen, Portugal, England, Finnland)
5: Gjoko Hadzievski (EJR Mazedonien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aserbaidschan)
5: Dušan Uhrin Junior (Tschechische Republik, Rumänien, Zypern, Georgien, Belarus)

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