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Dramatischer Abstiegskampf - die halbe Liga zittert

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Wer kann da noch still sitzen? Der Bundesliga winkt der spannendste Abstiegskampf der Geschichte und UEFA.com zeigt, warum sich mehr als ein Drittel der Teams im Vergleich zur Hinrunde steigern muss.

Augen zu und durch - Christian Streich und der SC Freiburg gehen als Schlusslicht in die Rückrunde
Augen zu und durch - Christian Streich und der SC Freiburg gehen als Schlusslicht in die Rückrunde ©Getty Images

Nur vier Punkte liegen zu Beginn der Rückrunde zwischen Schlusslicht SC Freiburg und dem Tabellenzehnten SC Paderborn. In der Geschichte der Bundesliga ging es nach einer Hälfte der Saison nur zweimal ähnlich umkämpft zur Sache.

Keine Frage: Die Konstellation in der unteren Tabellenhälfte bietet momentan deutlich mehr Stoff für einen Krimi als die Situation ganz oben. Mindestens neun Teams müssen nach derzeitigem Stand um ihr Erstligadasein fürchten.

Ein ähnliches Szenario bot sich in der Saison 1966/67: Damals wurde noch die Zwei-Punkte-Regel angewendet und nach 17 Spieltagen lagen zwischen dem MSV Duisburg (18. Platz) und Borussia Dortmund (9. Platz, ein Spiel weniger) lediglich drei Zähler. Die Konstellation blieb auch bis zur Mitte der Rückrunde höchst spannend, ehe sich das Bild langsam entzerrte. Am Ende stiegen mit Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiss Essen zwei Vereine ab, die zur Saisonhalbzeit noch über dem Strich gestanden hatten. 

Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel zur Spielzeit 1995/96 gab es eine Saison, in der zum Ende der Hinrunde ebenfalls die halbe Liga um den Klassenerhalt bangen musste: 2000/01 lag der FC Energie Cottbus kurz vor Weihnachten als Tabellenletzter nur vier Punkte hinter dem zehntplatzierten Hamburger SV. Die Situation war also ungefähr identisch mit dem aktuellen Geschehen.

Mitte der Rückserie hatten einige Vereine den Sprung ins relativ gesicherte Mittelfeld geschafft und auch Cottbus durfte sich nach 34 Spieltagen über den Klassenerhalt freuen, während der VfL Bochum, Eintracht Frankfurt und die SpVgg Unterhaching den bitteren Gang in die zweite Liga antreten mussten. Letztendlich blieb der Abstiegskampf in jener Saison nur eine Randgeschichte, weil die Bundesliga das spannendste Meisterschaftsrennen in ihrer 52-jährigen Geschichte erlebte, in dem der FC Bayern in allerletzter Sekunde der Saison gegen den FC Schalke 04 die Oberhand behielt.

Und in dieser Saison? Feststeht nur, dass noch nichts feststeht. Den Protagonisten des aktuellen Abstiegskampfes wird bewusst sein, dass seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 38 Zähler immer zum Klassenerhalt reichten. Mehr als ein Drittel der Liga, vom 1. FSV Mainz 05 (12.) bis zum SC Freiburg (18.), muss seine Punkteausbeute im Vergleich zur Hinrunde steigern, um die 38 Zähler zu erreichen. Es könnte durchaus so kommen, dass in dieser Spielzeit auch ein paar Punkte weniger genügen, um erstklassig zu bleiben.

Auch Eintracht Frankfurt, mit 23 Zählern aktuell gut im Soll, wird sich nach den Erfahrungen mit der Horror-Rückrunde 2010/11 bestimmt nicht zurücklehnen. Damals holten die Hessen in der zweiten Saisonhälfte nur noch mickrige acht Punkte und stiegen ab, womit zur Winterpause niemand gerechnet hätte.

Zwei aktuelle Beispiele aus der Welt des Sports haben weiterhin gezeigt, wie schnell sich eine Trendwende vollziehen kann: Der deutsche Golfstar Martin Kaymer verspielte kürzlich auf der Zielgeraden eines Turniers in Abu Dhabi eine mehr als komfortable Führung von zehn Schlägen und in der NFL erreichten die Seattle Seahawks dank einer sensationelle Aufholjagd gegen die Green Bay Packers den Super Bowl. Wenn schon das Meisterschaftsrennen in der Bundesliga wenig Dramatik hergibt, vielleicht geht ja der Abstiegskampf in die Annalen ein - die Voraussetzungen dafür sind gegeben.

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